- Hattenweiler
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Wappen Deutschlandkarte Basisdaten Bundesland: Baden-Württemberg Regierungsbezirk: Tübingen Landkreis: Bodenseekreis Höhe: 726 m ü. NN Fläche: 40,77 km² Einwohner: 2863 (31. Dez. 2007)[1] Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km² Postleitzahl: 88633 Vorwahl: 07554 Kfz-Kennzeichen: FN Gemeindeschlüssel: 08 4 35 020 Adresse der Gemeindeverwaltung: Schulstraße 5
88633 Heiligenberg (Bodenseekreis)Webpräsenz: Bürgermeister: Frank Amann Lage der Gemeinde Heiligenberg (Bodenseekreis) im Bodenseekreis Heiligenberg ist eine Gemeinde im Bodensee-Hinterland, etwa vier Kilometer nördlich von Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis
Lage und Klima
Heiligenberg liegt im oberen Linzgau und befindet sich direkt an einer eiszeitlichen Moränenkante, welche den um bis zu 400 Meter höhergelegenen oberen zum unteren Linzgau abgrenzt. Aufgrund seiner Lage bietet Heiligenberg dem Besucher einen außergewöhnlichen Panoramablick auf den Bodensee und die Alpen und gilt daher auch als „Aussichtsterrasse des Bodensees“.
Bedingt durch die Höhe, welche im Gemeindegebiet zwischen 700 und über 800 Metern ü. NN. liegt, herrscht hier bereits Mittelgebirgsklima, welches einen markanten Kontrast zum milden Bodenseeklima des unteren Linzgaus darstellt. Im Sommer gibt es daher im Gegensatz zum Bodenseegebiet weniger schwüle Tage und im Winter sind hier die Schneemengen deutlich höher, weshalb in Heiligenberg und Umgebung auch Wintersport betrieben werden kann.
Durch heilklimatische Bedingungen ist Heiligenberg ein staatlich anerkannter Luftkurort.
Ortsgliederung
Es existieren die Ortsteile Wintersulgen und Hattenweiler.
Geschichte
Auf Teilen des Gemeindegebietes wurden Besiedelungsspuren aus der Steinzeit gefunden. Christianisiert wurde das Dorf um 600 durch St. Gallus. Es ist unklar, ob der Name Heiligenberg aus dieser Zeit stammt oder schon in vorchristlicher Zeit eine lokale Kultstätte bezeichnete.
Im Jahre 1083 wurde der Ort als Mons Sanctus erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert errichteten die Linzgauer Landgrafen hier eine Burg. Diese ging 1535 in den Besitz des Fürstenhauses Fürstenberg über und wurde zu einem prachtvollen Schloss umgebaut. Es ist bis heute im Besitz dieser Adelsfamilie.
siehe auch Burgrest Alt-HeiligenbergPolitik
Heiligenberg hat sich mit den Gemeinden Salem und Frickingen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.
Wappen
Die Gemeinde verfügt über kein amtliches Wappen. Die Neuverleihung eines Wappens, das nach dem Wunsch der Gemeinde Elemente der Wappen aller Altgemeinden als Oberwappen enthalten sollte, wurde vom zuständigen Hauptstaatsarchiv Stuttgart nicht genehmigt, da Gemeindewappen üblicherweise keine derartigen Oberwappen (wie sie etwa im Großen Landeswappen Baden-Württembergs enthalten sind) aufweisen.
Die Gemeinde verwendet daher das Wappen der „Altgemeinde“ Heiligenberg vor der Gebietsreform, das auf dem Wappen der Grafen von Heiligenberg basiert. Der gezackte Diagonalbalken wird Heiligenberger Stiege genannt. In den Dienstsiegeln der Gemeinde wird das Wappen des Landes Baden-Württemberg geführt.
Gemeinderat
Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
- CDU - 47,0% (+6,2) - 7 Sitze (+1)
- Bürgerliste - 37,8% (-4,5) - 5 Sitze (-2)
- Die Dritte Liste - 15,2% (-1,7) - 2 Sitze (=)
Wirtschaft und Infrastruktur
Das ortsansässige mittelständische produzierende, handwerkliche und Dienstleistungsgewerbe stellt rund 610 Arbeitsplätze.
Eine besondere Rolle spielt der Tourismus. Heiligenberg ist staatlich anerkannter Luftkurort und bietet in der kalten Jahreszeit auf Langlauf- und Abfahrtspisten Gelegenheit für verschiedene Wintersportaktivitäten.
Heiligenberg besitzt einen Segelflugplatz unter Federführung der Fluggemeinschaft Heiligenberg e.V..
Verkehr
Die Gemeinde ist mit Buslinien u. a. mit Frickingen, Salem und Überlingen verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.
In der Heiligenberger Ortsmitte endet die vierte und beginnt die fünfte Etappe des Jubiläumswegs, ein 118 Kilometer langer Wanderweg, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Bodensees von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.
Bildungseinrichtungen
Heiligenberg verfügt über eine eigene Grundschule.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Heiligenberg liegt an der Westroute der Oberschwäbischen Barockstraße.
Bauwerke
- Das Schloss Heiligenberg mit großem Renaissance-Rittersaal, Schlosskapelle und Gruft kann besichtigt werden.
- Das Schweizerhaus: herrschaftliche Sennerei, in der bis zum 20. Jahrhundert Milchwirtschaft betrieben wurde.
- Die barocke Klause Egg wurde 1256 als Einsiedelei gegründet, 1971 zogen Trappistinnen ein, zwei von ihnen bewohnen die Klause heute noch.
- Die Kapelle St. Wendelin und die Klause St. Benedikt auf den Resten der Burg Ramsberg liegen auf der Gemarkung Hattenweiler, sind aber traditionell stärker mit Großschönach verbunden.
Naturdenkmäler
Die rund 130 bis 140 Jahre alte markante Hängebuche in der ehemaligen Kastanienallee beim Schlossvorhof musste Anfang 2009 gefällt werden. Ein vom Haus Fürstenberg und der Fürstlich Fürstenbergischen Forstverwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten hatte ergeben, dass der Stamm bis zu 80 Prozent vom Brandkrustenpilz befallen und die Standsicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet war. Nach der Fällung konnte man einen kohlschwarzen, bandförmigen Überzug an der Rinde erkennen, der sich bis ins Stamminnere fortsetze. Er sei ein Zeichen dafür, dass der Baum nicht zu retten war.[2]
Sport
In Heiligenberg kann am Haldenlift (Wintersulgen) mit Flutlicht und am Betenbrunnerlift Wintersport betrieben werden. Zudem gibt es rund um Heiligenberg ein Loipennetz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- 1547, 10. November, Gebhard Truchsess von Waldburg, † 31. Mai 1601 in Straßburg - Erzbischof von Köln.
- 1626, 10. April, Franz Egon von Fürstenberg, † 1. April 1682 in Köln - Domherr, Weihbischof, Domdechant, Dompropst; Bischof von Straßburg.
- 1629, 2. Dezember, Wilhelm Egon von Fürstenberg, † 10. April 1704 in Paris - Bischof von Straßburg; Minister, Premierminister, Koadjutor des Kurfürsten Maximilian Heinrich von Köln; Unruhestifter; ein Platz in Paris wurde zu seinen Ehren "Place Fürstenberg" benannt.
- 1950, 17. Juli, Heinrich Fürst zu Fürstenberg - Verheiratet mit Prinzessin Maximiliane zu Windisch-Graetz, seit 1976 tätig im Familienbetrieb zu Fürstenberg.
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
- ↑ Cornelia Hoyer: Markanter Baum. Hängebuche muss fallen. In: Südkurier vom 5. März 2009
Literatur
- Carl Borromäus Alois Fickler: Heiligenberg in Schwaben. Mit einer Geschichte seiner alten Grafen und des von ihnen beherrschten Linzgaues. Macklot, Karlsruhe 1853 Digitalisat.
Weblinks
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