Heimstudio

Heimstudio

Von Homerecording (deutsch: Heimaufnahme) spricht man, wenn Musikproduktionen statt im professionellen Tonstudio mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand in den eigenen vier Wänden oder im Proberaum stattfinden. Manche Musikproduzenten wie etwa Scott Storch und Timbaland fertigen zuerst Aufnahmen und Arrangements im Homerecording-Studio an, ehe sie die Titel in einem großen Tonstudio weiter bearbeiten oder fertig stellen. Im Regelfall wird die Produktion nicht mit großen Mischpulten, analogen Effekten und Outboardequipment erstellt, sondern mit Hilfe der Möglichkeiten, die aktuelle PCs und kleine Mehrspurrekorder bieten. Auch die Digitalisierung von alten LPs sowie Tonaufnahmen aus dem Radio können zum Homerecording gezählt werden.

Grundgedanke

Die heimische Vorproduktion von Musikstücken etablierte sich endgültig im Jahre 1979 mit Erscheinen des ersten 4-Spur-Kassettenrekorders mit eingebautem Mini-Mischpult (einer Gerätegattung, die umgangssprachlich oft als "Multitracker" bezeichnet wird), dem Teac/Tascam Portastudio 144. Bruce Springsteen genügte ein solches Gerät, um darauf ein komplettes Album ("Nebraska") zu produzieren.

Homerecording hat vor allem durch die Verfügbarkeit leistungsstarker Computer, vielseitiger Soundkarten und entsprechender Software profitiert. Erst dadurch ist es möglich geworden, mehrere Produktionsschritte vom Arrangieren bis hin zum Mischen und Mastern in den Rechner zu verlegen und gleichzeitig in begrenzten Räumlichkeiten durchzuführen.

Homerecording hat allerdings auch zum Niedergang vieler kommerzieller Tonstudios beigetragen und es generell für Tontechniker erschwert, in diesem Markt gegen die starke Konkurrenz von Homerecordlern zu überleben.

Aufgrund begrenzter Zuwachsraten im professionellen Bereich bemühen sich die Hersteller von Musiksoftware seit einigen Jahren besonders um den stark expandierenden Homerecording-Markt. Mit vereinfachten und preisgünstigen Programmen, meistens im Paket mit einem Audio-Interface für Einsteiger, sollen Kunden frühzeitig gebunden werden. Die erstellten Projekte können zur weiteren Bearbeitung mit der professionellen Softwarevariante des jeweiligen Herstellers geöffnet werden:

Durch die technischen Entwicklungen lassen sich heute mit entsprechendem Know-How Aufnahmen erstellen, die auch höheren Ansprüchen genügen.

Literatur

  • Roland Enders: Das Homerecording Handbuch. GC Carstensen Verlag, 2003, ISBN 978-3-910098-25-1
  • Martin Hömberg: Taschenlexikon Homerecording. Presse Project Verlag, 2000, ISBN 978-3-932275-12-8
  • Carsten Kaiser: Homerecording. bhv, Bonn, 2007, ISBN 978-3-8266-8166-0 (mit DVD)

Siehe auch


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