Kragarm

Kragarm
Auch die beiden Arme dieser Brücke nach rechts und links vom Mittelpfeiler sind – statisch gesehen – Kragarme

Ein Kragträger (auch: Kragbalken oder Kragarm) ist in der Mechanik und dort besonders in der Baustatik ein einseitig gelagerter, waagerechter Balken, an dem eine Last hängt, das heißt ein Träger (also ein Bauteil einer Tragstruktur, z. B. eines Gebäudes), der nur ein Auflager hat. Er ist als ein Grundsystem in der Statik die Idealisierung eines einfachen Bauteils. Als Stab muss er die Bedingung erfüllen, deutlich länger als hoch und breit zu sein.

Der Kragbalken wird auf Schub, Biegung und manchmal auch auf Torsion beansprucht.

Das Auflager muss eine Einspannung sein, bei der alle sechs Freiheitsgrade fixiert sind. Die Auflagerreaktionen sind drei Kräfte (F_x,~F_y,~F_z) und drei Momente (M_x,~M_y,~M_z) bzw. eine Lagerkraft \vec F und ein Einspannmoment  \vec M .

Ein Kragträger ist statisch bestimmt.

Statisches System eines Kragträgers

Das Einspannmoment verhindert ein Drehen des Trägers um die Einspannstelle. Deshalb kann keine Verdrehung stattfinden, und auch in dem Träger wirkt ein Moment (ein Biegemoment).

Rechnerisch ist das Einspannmoment gleich der Summe der Momente aller am Träger angreifenden Kräfte (Momentengleichgewicht).

Im einfachsten Fall muss das Moment nur die Eigenlast des Trägers aufnehmen. Genauso einfach ist der Fall, dass der Träger als gewichtslos angesehen wird und am freien Ende eine Kraft wirkt.


Grundsätzliche Funktionsweise eines Kragträgers:

Die Spannungen in einem Kragträger lassen sich mit dem Kragträgerverfahren berechnen.

Weitere einfache statische Systeme: Träger auf zwei Stützen, Dreigelenkrahmen.

Historisch stammt die Bezeichnung vom verlängerten Dachfirst eines Hauses, an dem ein Seilzug zur Einlagerung von Waren in die oberen Etagen angebracht ist.

Siehe auch

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Synonyme:

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