Level Editing

Level Editing

Unter Level Editing (oft kurz als Mapping oder auch Editing bezeichnet) versteht man das Erstellen und Bearbeiten von 2- oder 3-dimensionalen Leveln und ähnlichen Spielumgebungen für Computerspiele. Die Gesamtheit aller Eigenschaften und Objekte des Levels werden als Map bezeichnet.

Level Editing ist nicht zu verwechseln mit Modding, da bei letzterem auch die Spielmechanik geändert wird. Es handelt sich vielmehr oft um ein Teilgebiet des Moddings.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit Aufkommen der PCs und der Verbreitung von Computerspielen unter den Heimanwendern wuchs das Interesse, diese Spiele durch selbst erstellte Levels zu erweitern. Dies war zuerst nur durch Ändern des Binärcodes der Spiele möglich und damit nur Spezialisten vorbehalten.

Durch die Entwicklung des Internet und den Erfolg der Ego-Shooter entstanden nach und nach größere Online-Communities um die Spiele. In diesen Gemeinschaften wurde ein reger Austausch zwischen den Levelautoren betrieben, was sowohl technische als auch gestalterische Aspekte einschloss. Der Austausch der Maps wurde außerdem erheblich vereinfacht. Dies erkannten auch die Entwickler der Spiele, so dass diese nach und nach zu den Spielen auch spezielle Editoren verkauften oder häufiger auch kostenlos zur Verfügung stellten. Zudem qualifizierten sich nun auch immer häufiger Hobby-Leveldesigner durch ihre Arbeit als Nachwuchs für die professionellen Spieleentwicklerfirmen. Mittlerweile gibt es kaum ein größeres PC-Computerspiel, das auf einen kostenlosen Leveleditor verzichtet.

Durch die zunehmende Komplexität der Spiele sind die Anforderungen an den Map-Autor stark gestiegen. So sind Kenntnisse im 3D-Modelling, in der Computergrafik und in Skriptsprachen fast schon obligatorisch, um den Ansprüchen der Community gerecht zu werden.

Vorgang

Die Anforderungen an eine Map hängt von dem Spielprinzip ab. Bei einfacheren Spielen reicht es meist, Mapgrenzen und Objekten mit Hilfe von Koordinaten zu platzieren, was durchaus mit einem einfachen Texteditor passieren kann. Bei modernen 3D-Computerspielen mit ihrer komplexen Geometrie ist es jedoch notwendig, einen speziell angepassten Editor zu benutzen.

Häufig liegen die so erstellten Maps nur als Quellcode vor, den man im Folgenden noch kompilieren muss.

Den Vorgang bei der Maperstellung lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  • Zuerst sollte das Grundgerüst erstellt werden. Dies ist vergleichbar mit dem Plot einer Geschichte. Grundsätzliche Eigenschaften wie Levelbegrenzungen, erreichbare Areale, Laufwege und weitere grundsätzliche und vom Spielprinzip abhängige Dinge sind hierbei festzulegen und in die Map einzubauen. Hierbei ist auch die Beachtung der Spielregeln und Spielmechanik wichtig, um die Map für den Spieler interessant zu gestalten.
  • Ist dieses Grundgerüst festgelegt, geht es darum, der Map einen Charakter, eine Atmosphäre zu geben. Dies geschieht durch Einbettung in ein ganz bestimmtes Setting, z.B. Science-Fiction, Fantasy, Zweiter Weltkrieg, Orient oder Anderes. Dies erreicht man beispielsweise durch Auswahl bestimmter Texturen, Gestaltung einer charakteristischen Architektur, Platzierung von passenden Objekten, einer ausdiffernzierten Klangkulisse und Beleuchtung und vielem mehr. Professionelle Mapautoren schaffen hier Maps mit fast spielfilmartiger Atmosphäre.
  • Zwischendurch und insbesondere zum Schluss muss die Map auf die unterschiedlichsten Aspekte überprüft werden. Hierzu gehören technische Funktion, Spielbarkeit, Levelmechanik und insbesondere bei auf 3D-Geometrie aufbauenden Spielen, die Spielgeschwindigkeit. Hierzu ist es üblich, die erstellte Map einer Testphase zu unterziehen. Unter Umständen ist diese Phase die umfangreichste.
  • Unter den von Spielern hobbymäßig selbst erstellten Maps sind solche für den Mehrspieler-Modus am häufigsten, da sie weit weniger aufwendig zu erstellen sind als Einzelspieler-Maps: Für diese benötigt man sogenannte Skripts, die das Verhalten von z.B. Gegnern bestimmen, man kann Zwischensequenzen (cutscenes) einsetzen und außerdem eine spannende Mission konstruieren, die der Spieler erfüllen muss. Deshalb werden Singleplayer-Maps manchmal von ganzen Teams erstellt, allein eine zu erstellen bedeutet einen beträchtlichen Zeitaufwand.

Erstellen von Karten für 2D-Spiele

Nicht nur für Ego-Shooter gibt es lebendige Editing-Communitys. Ebenso für Strategiespiele und sogar für einige Jump'n'Runs gibt/gab es Mapper. Da diese zweidimensionalen Spiele so gut wie ausgestorben sind, sind auch ihre Communitys verschwunden. Das Kartenerstellen für zweidimensionale Strategiespiele funktioniert anders und ungleich einfacher als das für Ego-Shooter:

  • Der Editor ist meistens schon mitgeliefert und über einen Menüpunkt im Spiel zu erreichen. Der Mapper wählt aus Objekten, wie z. B. Bäumen und Tieren und setzt diese in seine Karte. Viele Komfortfunktionen erleichtern ihm das Erstellen von Skripts und Missionen.
  • Eine vollwertige Mod für ein 2D-Strategiespiel zu erstellen ist jedoch schwieriger als das Modden für Ego-Shooter, da viele neue zweidimensionale Grafiken von Hand erstellt werden müssen.

Deshalb ist auch für Strategiespiel-Mods ein Team unerlässlich.

Siehe auch


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