Lila (Farbe)

Lila (Farbe)

Violett

Violett ist eine Farbe. Sie umfasst jene Farbreize, deren Absorptionsmaximum am kurzwelligen Ende des sichtbaren Lichtes vom UV bis etwa 425 nm heranreicht[1]. Licht mit dieser Eigenschaft kann auch als Körperfarbe remittiert sein. Im normalen Sprachgebrauch werden die Farbnamen Violett und Lila überdeckend für Farbtöne zwischen Rot und Blau genutzt. Violett ist der „reine kurzwellige“ Farbreiz, während Lila eine gebrochene Farbe im Rotblau beschreibt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Begriff Violett ist dem französischen Begriff für Veilchen (violette) entlehnt. Im Lateinischen gibt es den Begriff "violaceus", der laut Langenscheidt aus einer Mittelmeersprache in das Lateinische als Fremdwort eingewandert ist. Es ist der Farbton des Veilchens (Viola).

Der Begriff Lila wurde während der Kreuzzüge aus dem Sanskrit über das Persische und das arabische Wort für Flieder (lilak) nach Spanien und von dort aus nach Frankreich gebracht. Aus dem daraufhin entwickelten französischen Lehnwort "lilas" (Flieder) entwickelte sich schließlich durch phonetische Transkription das deutsche Wort.

Der Begriff Magenta geht auf die Schlacht von Magenta, einer norditalienischen Stadt, zurück.

Für die violetten Farbtöne, also die zwischen Rot und Blau, gibt es mehrere Wörter, die sich in der Bedeutung etwas unterscheiden.

Die Farbe Violett grenzt im Farbkreis an Purpur, auch dunkles Purpur genannt.
Die Farbe Lila ist helleres Violett, veraltend auch mittleres Purpur genannt
Die Farbe Magenta ist helleres Lila, veraltend auch helles Purpur genannt.
Die Modefarbe Pink ist das grelle, verweißlichte (pastelle) Violett.

Trotz des sehr unterschiedlichen Eindrucks der violetten Farbtöne ist die Anwendung der Wörter für diesen Farbbereich im Alltag uneinheitlich. Meist werden Mischfarben von Rot oder Blau angegeben, bläuliches Rot oder rötliches Blau, sogar als Rotblau.

Violettvariationen

Farblehre

Spektrales Violett

Die Spektralfarbe Violett entspricht einer Wellenlänge von 460 bis 390 Nanometern[2], liegt also am kurzwelligen Ende des sichtbaren Spektrums. Mit Fernseh- und Computermonitoren ist es wegen fehlender Leuchtstoffe nicht darstellbar. Spektrales Violett sieht man in einer CD, in der sich eine kräftige Lichtquelle spiegelt, da an der Oberfläche eine Beugung erfolgt.

Diese Muster können nur Anhaltspunkt für die Unterscheidung der Farbtöne sein.

Violett, die Veilchenfarbe

Violett

Farbcode: #8B00FF
Lila, die Fliederfarbe (Fliederviolett)

Lila

Farbcode: #9932CC
Magenta

Magenta

Farbcode: #8B008B (dunkles Magenta)

Indigo ist ein früher üblicher Name für Violett und beschreibt als Spektralfarbe den Bereich zum Blau.

Pink tendiert deutlich zum Rot und liegt im CIE-Farbsystem auf der Purpurgeraden. Purpur ist dabei die Mischfarbe aus roten und blauen Farbmitteln, der keine Spektralfarbe zukommt.

Wiederum ist auch Magenta ein Farbton aus dem Purpurbereich. Bei Ostwald heißt das heutige Magenta des CMY-Systems noch Veil und ist jene Optimalfarbe, die er als Mittelfehlfarbe bezeichnet, weil es die Komplementärfarbe zu Grün ist.

Gemischtes Violett

Violett, wie es in der Natur auftritt
Lila Blüten

Violett ist die Bezeichnung der Spektralfarbe am kurzwelligen Ende, die sich an das Indigo anschließt. Genau in diesem Sinn ist Violett eine monochromatische Spektralfarbe. Purpur ist dagegen eine Mischfarbe, Bezeichnung der Farbvalenz aus rotem und violettem Farbreiz. Die intensivsten Purpurtöne bilden die „Purpurlinie“ des CIE-Chromatizitätsdiagramms. Purpur ist der Farbton, der zum „königlichen“ Farbstoff aus der Purpurschnecke gehört.

Violett wird als Farbname auch für die Sekundärfarbe in der additiven Farbmischung genutzt, wenn Licht der Primärfarbe Blau mit Rot zusammentrifft. Richtiger ist es hierfür die Bezeichnung Magenta zu nutzen.

Weiterführende Erläuterungen finden sich im Artikel Magenta und Purpur.

Im RAL-Nummern-Farbkatalog gibt es einen eigenen Farbbereich 4xxx Violett, derzeit von Farbe 4001 Rotlila über Farbe 4006 Verkehrspurpur bis Farbe 4010 Telemagenta, der Telekom-„Identy Color“. Allerdings gehört auch die RAL-Farbe 5000 Violettblau im blauen Bereich dazu.

Farbstoffe

Violett tritt in der Natur auf. Lange Zeit war es aber nicht möglich, einen beständigen Farbstoff herzustellen, wie er zum Färben von Textilien benötigt wird. 1856 gewann William Henry Perkin zufällig den ersten künstlichen Farbstoff Mauvein, indem er Steinkohleteer untersuchte. Zwei Jahre später gelang August Wilhelm von Hofmann die Gewinnung des Farbstoffs Fuchsin.

allgemeine Symbolik

Der Zwischenton von Rot und Blau wird als geheimnisvoll gedeutet. Dabei steht diese Farbe für einsam und aus dieser Sicht auch für kreativ, allerdings für unbefriedigt und dann wiederum aphrodisierend. Violett mit seinen Farbnuancen die Zwischentöne des kalten Blau und des warmen Rot gelten als phantasievoll, empfindsam, intuitiv und außergewöhnlich. In der Farbberatung wird es empfohlen, um Selbstvertrauen und Individualität auszudrücken, für alle Gelegenheiten, wo Diplomatie gefragt ist. Diese Farbtöne wirken charmant und verführerisch.

Religion

  • In der christlichen Kirche ist Violett die liturgische Farbe für Advent und Fastenzeit.
  • Im Glauben ist es die Farbe der Besinnung, der Buße, der Einkehr und Umkehr.
  • geistlich, aber auch mystisch
  • Durch die Anwendung in der Kleidung der hohen christlichen Würdenträger ist die Bedeutung der Würde ergründet.
  • In den nationalsozialistischen Konzentrationslagern wurden die wegen ihres Glaubens inhaftierten Bibelforscher (heute: Zeugen Jehovas) mit einem „violetten Winkel“ markiert. Das auf der Spitze stehende Dreieck wurde zur Kennzeichnung der Regimegegner genutzt, violett stand für Widerstand der wegen des Glaubens geleistet wurde.

[3] [4]

Politik

  • Die Partei Die Violetten hat Violett als namensgebend gewählt, weil die Partei und die Farbe für Spiritualität stehen.

Frauenbewegung

Als Ausdruck von Frauenliebe und Unabhängigkeit (Freiheit) werden rot-blaue Farben erstmals von der auf der griechischen Insel Lesbos lebenden antiken Lyrikerin Sappho erwähnt. Seit der Herstellung der ersten Stoffe mit dem neu entdecktem künstlichen Farbstoff wurde das blasse „Mauve, or violet colored silk“ [5] zwischen 1858 bis 1869 als angesagte Modefarbe der besseren Leute namentlich erwähnt.[6]

Auch berühmte Frauen beeinflussten mit Kleidungsstücken dieser Farbe die Modewelt. Im 19. Jahrhundert wurde die Farbe für die Frauenbewegung neu entdeckt. Lila als Mischung zwischen Rosa (weiblich) und Blau (männlich) gilt als Symbol für Gleichstellung zwischen den Geschlechtern. Schon die Plakate der ersten internationalen Frauentage wurden in Lila gehalten. In den "Goldenen 1920er Jahren" kam die Farbe in Mode und in den 1970er Jahren war es für Feministinnen ein Muss lila gekleidet zu sein. Viele frauenpolitische Projekte bekamen einen Namen in dem das Wort Lila enthalten ist.

Lila - Blau oder Rot

Bis ins Mittelalter gab es den Begriff "lila" nicht, er wurde vermutlich über die Kreuzfahrer aus dem Orient überliefert. Bis dahin wurden lila-farbige Gegenstände je nach vorherrschendem Farbeindruck als Blau oder Rot eingeordnet. In den Sprachwissenschaften ist dies besonders markant an der regionalen Verbreitung der Begriffe Rotkraut und Blaukraut untersucht worden, die jeweilige Form der Zubereitung des Farbkohls gibt den Farbton, der Zusatz von konservierendem Essig bewirkt eine klare lila Färbung, während die ›süßere‹ süddeutsche Bereitung zum bläulichen Violett des Blaukrautes führt.

Das "lila" wird in der Fibel als erste Farbbezeichnung genutzt, da die bekannten Buchstaben anfangs begrenzt sind. So wird dieser blau-rote Farbton Kindern geläufig und als geschriebener Farbbegriff gefestigt.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Franz Wenzel: AGFA-Lichtfiilter. fotokino-verlag, Halle 1957
  2. Das große Tafelwerk - Formelsammlung für die Sekundarstufe I und II, Cornelsen Verlag, Seite 112
  3. http://www.triangoloviola.it/pdf/liw.pdf
  4. http://ausstellung.lilawinkel.de/
  5. Godey's Lady's Book and Magazine
  6. Ann Buermann Wass: Rivalling nature in the beauty and brilliancy of their coloring: Synthetic dyes and fashionable colors in Godey's Lady's Book and Magazine 1856-1891, The Chronicle of the Early American Industries Association, Dezember 2000, bei findarticles.com

Die in diesem Artikel verwendeten Farben werden auf jedem Monitor anders dargestellt und sind nicht farbverbindlich. Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild: Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe (R für Rot, G für Grün oder B für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – den gebräuchlichen Wert für IBM-kompatible PCs. Apple-Macintosh-Rechner hingegen verwenden standardmäßig einen Gammawert von 1,8.


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