Lisewski

Lisewski

Stefan Lisewski (* 6. Juli 1933 in Dirschau, Polen) ist ein deutscher Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges strebte Lisewski zunächst eine Laufbahn als Hütteningenieur an und bewarb sich an der Bergakademie in Freiberg. Seine Leidenschaft gehörte jedoch dem Schauspiel; diverse Statistenrollen bei Theateraufführungen konnte er zu diesem Zeitpunkt bereits verbuchen. Dennoch absolvierte er ein Praktikum als Schmelzer der Ernst-Thälmann-Werke in Magdeburg, da er erst im zweiten Anlauf zum Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide zugelassen wurde.

Nach seinem Studium erlangte Lisewski 1957 ein langjähriges Engagement am Berliner Ensemble, wo er bis 1999 tätig war. Im Brecht-Theater am Schiffbauerdamm gehörte er jahrzehntelang zu den tragenden Säulen und spielte Hauptrollen in nahezu allen Brecht-Stücken wie den Mackie Messer in der Dreigroschenoper. Neben seiner Bühnentätigkeit erlangte Lisewski große Popularität durch Rollen in Kino- und Fernsehfilmen der DEFA und des Fernsehens der DDR. Bereits sein Leinwanddebüt, Das Lied der Matrosen aus dem Jahr 1958, wo er den Matrosen Jupp König verkörperte, brachte ihm den Durchbruch als Darsteller.[1] Unzählige Hauptrollen folgte, wie 1959 in Slatan Dudows Gegenwartsfilm Verwirrung der Liebe, der ihm zum Publikumsliebling werden ließ.[1]

In den 1970er Jahren konzentrierte sich der Künstler vermehrt auf seine Bühnenkarriere, spielte aber dennoch in einigen Kinderserien tragende Rollen, wie beispielsweise in den Kinderserien Spuk unterm Riesenrad, Spuk im Hochhaus und Spuk von draußen. Des weiteren machte er sich als Sprecher in Hörspielen einen Namen.

2002 spielte er den Menschenfresser in der Oper Pollicino von Hans Werner Henze unter der Leitung von Jobst Liebrecht. Die CD-Aufnahme gewann im Jahr 2004 einen Echo.

Bis heute ist er in der Rolle des Dogsborough in Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui in der Inszenierung von Heiner Müller zu sehen, die im Juni 1995 Premiere hatte und seitdem über 300 Mal im In- und Ausland aufgeführt wurde.

Stefan Lisewski lebt in Berlin.

Filmografie (Auswahl)

  • 1958: Das Lied der Matrosen (Jupp König)
  • 1959: Maibowle (Paul Lehmann)
  • 1959: Verwirrung der Liebe (Edy)
  • 1960: Wo der Zug nicht lange hält (Gerhard)
  • 1961: Der Arzt von Bothenow (Maurer Höffner)
  • 1961: Der Traum des Hauptmann Loy (Mike O'Connor)
  • 1961: Eine Handvoll Noten (Andreas Blume)
  • 1962: Freispruch mangels Beweises (Thomas Steinhorst)
  • 1962: Die Jagd nach dem Stiefel (Ernst Schiemann)
  • 1963: Koffer mit Dynamit (Otto Thüringer)
  • 1965: Chronik eines Mordes (Steve)
  • 1965: Solange Leben in mir ist (Werner Gutjahr)
  • 1969: Tödlicher Irrtum (Ten Eyck)
  • 1971: Anflug Alpha 1 (Hauptmann Wendland)
  • 1972: Trotz alledem! (Werner Gutjahr)
  • 1972: Polizeiruf 110: Das Ende einer Mondscheinfahrt (Kapitän Wolfgang Hasse)
  • 1973: Nicht schummeln, Liebling! (Otto Bommel)
  • 1973: Susanne und der Zauberring (Vater)
  • 1976: Die Leiden des jungen Werthers (Herausgeber)
  • 1976: Polizeiruf 110: Vorurteil? (Leutnant Krüger)
  • 1976: Beethoven - Tages aus einem Leben (Johann van Beethoven)
  • 1979: Spuk unterm Riesenrad (Riese Otto)
  • 1983: Spuk im Hochhaus (Hausmeister Kegel)
  • 1984: Polizeiruf 110: Inklusive Risiko (Hermann Zieske)
  • 1985: Sachsens Glanz und Preußens Gloria (General Graf von Rutowski)
  • 1987: Spuk von draußen
  • 1989: Die Beteiligten (Dr. Martin Bröger)
  • 1996: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (Dogsborough)
  • 1998: Gottes Besuch (Gott)

Weblinks

Quellen

  1. a b siehe Frank-Burkhard Habel & Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Berlin 2002, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, ISBN 3-89602-391-8

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