Löbau (Westpreußen)

Löbau (Westpreußen)
Lubawa
Wappen von Lubawa
Lubawa (Polen)
DEC
Lubawa
Lubawa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Iława
Fläche: 16,84 km²
Geographische Lage: 53° 30′ N, 19° 45′ O53.519.757Koordinaten: 53° 30′ 0″ N, 19° 45′ 0″ O
Einwohner: 9.417 (30. Juni 2007[1])
Postleitzahl: 14-260
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NIL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Edmund Standara
Adresse: ul. Rzepnikowskiego 9 A
14-260 Lubawa
Webpräsenz: www.lubawa.pl

Lubawa [luˈbava] (deutsch Löbau in Westpreußen) ist eine Stadt im nördlichen Polen. Sie hat heute etwa 9.400 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt im Powiat Iławski in der Woiwodschaft Ermland-Masuren, im ehemaligen Westpreußen. Dort befindet sie sich unmittelbar südwestlich der Kernsdorfer Höhe am Flüsschen Sandela, nicht jedoch an der Wel, von der sie weiträumig umflossen wird.

Geschichte

Erstmals Erwähnung findet die terra Lubavia 1216 im Zusammenhang mit einer Preußenburg. Für die Stadt datiert der erste schriftliche Nachweis von 1260. Über die Bedeutung des Namens sind sich die Linguisten nicht einig. Er dürfte jedoch eine Landschaftsbeschreibung darstellen (prußisch "loba":Tal, Vertiefung; vgl. dazu lettisch "lubene": Wiese). Stadt und Burg wurden 1269 durch die Sudauer zerstört. Die Bischöfe von Kulm ließen Stadt und Feste wieder aufbauen und residierten im Schloss, bis sie 1781 ihren Sitz nach Kulmsee verlegten.

Von 1466 bis 1772 gehörte Löbau zum Polnisch-Preußens. Das Land Löbau, Lateinisch: Lobovia, wurde geteilt (siehe Karte unten). 1724 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der Stadt. Davon erholte sich Löbau nur schwer, 50 Jahre später hatte es nur 624 Einwohner und über 100 Grundstücke lagen noch wüst. Es gab kaum massive Häuser, vorherrschend waren Fach- und Schurzwerkbauten.

Durch die Erste Polnische Teilung kam Löbau 1772 an das Königreich Preußen, war aber von 1807 bis 1815 unter Napoleon vorübergehend polnisch. 1813 brannte auch noch das Schloss nach einem Blitzeinschlag aus und wurde abgebrochen. Die Einwohnerzahl stieg bis 1819 auf 1300 an. 1884 bekam Löbau Anschluss an die Eisenbahn. In der Stadt war kaum Industrie ansässig, es dominierten das kleine Handwerk und die Krämerei. Von 1818 bis 1920 gab Löbau dem Landkreis Löbau seinen Namen, Gemeindesitz war aber das benachbarte Neumark.

Während der gesamten Zugehörigkeit zu Preußen bzw. ab 1871 dem Deutschen Reich stieg der deutschsprachige Bevölkerungsanteil von Stadt und Umland nie über 20%, die Mehrheit der Einwohner war masurisch-(polnisch)-sprachig.

1920 kam die Stadt an Polen. Während des Zweiten Weltkrieges war sie von den Deutschen besetzt und annektiert, die die städtische Synagoge zerstörten. 1943 lebten 5657 Einwohner in der Stadt.

Söhne und Töchter der Stadt

Landgemeinde

Die Landgemeinde Lobovia (polnisch:Lubawa), zu welcher die Stadt selbst nicht zählt, umfasst ein Territorium von 237 km² mit 11.703 Einwohnern (2005). Dazu zählen die folgenden kleineren Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
Byszwałd Bischwalde Lubstyn Lubstein
1911-45 Groß Lobenstein
Rożental Rosenthal
1942-45 Rosental
Czerlin Czerlin
1942-45 Klein Nappern
Lubstynek Klein Lobenstein Rumienica Rommen
Fijewo Fiewo
1942-45 Fienau
Ludwichowo Ludwigsthal
1942-45 Ludwigstal
Sampława Samplawa
1908-45 Samplau
Gierłoż Preußisch Görlitz
1914-45 Görlitz
Mortęgi Mortung Szczepankowo Szepankowo
1866-1945 Stephansdorf
Gierłoż Polska Groß Görlitz Napromek Gut Nappern Targowisko Targowisko
1904-45 Tergewisch
Grabowo Grabau Omule Omulle
1942-45 Mole
Tuszewo Tuszewo
1903-42 Tuschau
1942-45 Tinnwalde
Gutowo Guttowo
1942-45 Gutau
Pomierki Pomierken
1942-45 Pommerken
Wałdyki Waldiki
1865-1939 Waldek
1939-45 Waldeck
Kazanice Kazanitz
1942-45 Kasenitz
Prątnica Prontnitza
1866-1945 Pronikau
Zielkowo Zielkau
1942-45 Schilkendorf
Łążyn Londzyn
1942-45 Lansen
Raczek Raczek
1942-45 Rasen
Złotowo Zlottowo
1942-45 Güldenbach
Losy Lossen Rakowice Rakowitz
1942-45 Rakel

Weblinks

Fußnoten

  1. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007

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