Messkirch

Messkirch
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meßkirch
Meßkirch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meßkirch hervorgehoben
47.9927777777789.1125616Koordinaten: 48° 0′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 616 m ü. NN
Fläche: 76,22 km²
Einwohner: 8442 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88605
Vorwahlen: 07570, 07575, 07578
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 078
Stadtgliederung: 11 Teilorte
Adresse der Stadtverwaltung: Conradin-Kreutzer-Str. 1
88605 Meßkirch
Webpräsenz:
Bürgermeister: Arne Zwick
Lage der Stadt Meßkirch im Landkreis Sigmaringen
Karte

Meßkirch ist eine Kleinstadt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Die Stadt liegt im westlichen Oberschwaben, südlich von Sigmaringen zwischen Donau und Bodensee.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Meßkirch liegt an der Nahtstelle von Schwäbischer Alb und voralpiner Moränenlandschaft zwischen der Oberen Donau und dem westlichen Bodensee. Die Stadt wird von der Ablach durchflossen, die an der Europäischen Wasserscheide entspringt und in die Donau mündet. In der Stadt selbst mündet der Grabenbach in die Ablach. Nordwestlich der Stadt erhebt sich bis fast 900 Meter der Südliche Heuberg.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Sigmaringen und Inzigkofen im Norden, Krauchenwies im Osten, Wald (Hohenzollern) und Sauldorf im Süden sowie Leibertingen im Westen.

Südansicht von Meßkirch, rechts im Hintergrund der Teilort Rohrdorf

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus der Kernstadt und den Teilorten Buffenhofen, Dietershofen, Heudorf, Igelswies, Langenhart, Menningen (mit Leitishofen), Rengetsweiler, Ringgenbach, Rohrdorf und Schnerkingen.

Wappen Teilort Einwohner (2006) Fläche
Meßkirch Meßkirch (Ort)  ?  ?
Kein Wappen Verfügbar Buffenhofen  ?  ?
Dietershofen Dietershofen 160 379 ha
Wappen Heudorf Heudorf 350  ?
Igelswies Igelswies  ? 297 ha
Wappen Langenhart Langenhart 230  ?
Wappen Menningen Menningen 450  ?
Rengetsweiler Rengetsweiler 410 508 ha
Ringgenbach Ringgenbach 190 429 ha
Wappen Rohrdorf Rohrdorf 900  ?
Kein Wappen Verfügbar Schnerkingen  ?  ?

Geschichte

Meßkirch um 1910
Vogelschau des Ortes Meßkirch, 1575: Oben zu erkennen, die 1550 begonnene Vorstadt mit Neuem Spital und Weisenburg. Ebenfalls gut zu erkennen, das vierflügelige Schloss Meßkirch, sowie die zu der Zeit noch spätgotische St. Martinskirche. Siehe auch:

Meßkirch wurde um 1080 erstmals erwähnt als Geburtsort des Heiligen Heimerad. Der Kirchort war damals Teil der Herrschaft der Grafen von Rohrdorf (Rohrdorf ist heute ein Teilort von Meßkirch) und wurde im 12. oder 13. Jahrhundert zur Marktsiedlung der Herrschaft (urkundlich belegt seit 1241). Nach dem Erlöschen des Grafengeschlechts 1210 wurde ein Großteil der Herrschaft einschließlich des Marktes Meßkirch an eine Nebenlinie der Truchsessen von Waldburg verkauft, die sich daraufhin Truchsessen von Waldburg zu Rohrdorf nannte. Später verlegten sie ihren Sitz von der Benzenburg in Rohrdorf nach Meßkirch, das damit zur Residenz der Herrschaftsinhaber wurde. Seitdem nannte sich die Familie Truchsessen von Waldburg zu Meßkirch. Das Stadtrecht Meßkirchs ist seit 1261 bezeugt.

1351 wurde Meßkirch durch Erbfolge Residenz der Herren von Zimmern (seit 1538 Grafen von Zimmern), die dem kleinen Ort durch künstlerisches, literarisches und wissenschaftliches Interesse über Generationen hinweg großes Ansehen verschafften. Gottfried Werner von Zimmern errichtete die spätgotische St. Martinskirche (später barock umgestaltet), Froben Christoph von Zimmern erweiterte die Stadt um eine Vorstadt und gestaltete das Schloss im Stile der italienischen Renaissance als Vierflügelanlage um.

1594 erlosch das Geschlecht der Grafen von Zimmern im Mannesstamm und kam über eine Schwester des letzten Grafen an die Grafen von Helfenstein, Freiherren zu Gundelfingen. 1627 kam die Stadt unter die Herrschaft der Meßkircher Linie der Fürsten zu Fürstenberg. Nach deren Aussterben 1744 verlor Meßkirch Hofhaltung und Regierungsbehörden.

Am 5. Mai 1800 fand bei Meßkirch der als Schlacht bei Meßkirch bekannte militärische Zusammenstoß zwischen französischen und österreichischen Truppen im Zweiten Koalitionskrieg statt. An die Schlacht erinnert eine Inschrift mit dem Namen Meßkirchs (MOESKIRCH) am Arc de Triomphe in Paris.

1806 wurde Meßkirch Teil des Großherzogtums Baden und war bis 1936 badische Oberamtstadt. Von 1936 bis 1939 gehörte die Stadt zum Oberamt Stockach, danach zum Landkreis Stockach und damit seit 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden mit Sitz in Freiburg im Breisgau.

Am 22. Februar 1945 wurde Meßkirch, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im Rahmen der alliierten Operation „Clarion“ Ziel eines Luftangriffes. Die sieben amerikanischen Bomber hatten als Primärziel den Bahnhof, in dessen Bereich, aber auch in der Ortsmitte gegen 14 Uhr circa 42 Bomben einschlugen. Dabei wurden 20 Häuser zerstört und weitere 86 Häuser zum Teil schwer beschädigt. Es kamen 35 Menschen ums Leben, 93 wurden verwundet. Zum Räumen wurden Häftlinge vom Lager Saulgau eingesetzt. Einige Blindgänger wurden von Wehrmachtsangehörigen entschärft.[2]

Mit der Kreis- und Verwaltungsreform vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Stockach aufgelöst. Meßkirch wurde dem Landkreis Sigmaringen zugeordnet, welcher zum Regierungsbezirk Tübingen gehört.

Nach dem Zusammenbruch zweier Unternehmen steigt im Dezember 1983 die Arbeitslosigkeit in Meßkirch auf einen Negativrekord von 17 Prozent.[3]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1971 wurde Igelswies auf eigenen Wunsch zur Stadt Meßkirch eingemeindet und wechselte damit auch vom Landkreis Sigmaringen zum damaligen Landkreis Stockach.[4] Die ehemaligen Nachbargemeinden Heudorf, Langenhart, Menningen und Rohrdorf wurden am 1. Januar 1974 auf eigenen Wunsch hin zur Stadt Meßkirch eingemeindet. Die ehemaligen Nachbargemeinden Dietershofen, Ringgenbach und Rengetsweiler sind seit der Gemeindereform vom 1. Januar 1975 ebenfalls Teilorte von Meßkirch, wobei Dietershofen und Ringgenbach freiwillig eingemeindet wurden. Rengetsweiler unterlag mit seiner Klage gegen die Eingemeindung vor dem Staatsgerichtshof.[4]

Politik

Mit Leibertingen und Sauldorf bildet Meßkirch eine Verwaltungsgemeinschaft.

Wappen

Das Wappen von Meßkirch zeigt in Blau gehalten, ein dreischwänziger, rot bezungter goldener Löwe, der in den Pranken einen halbkreisförmig vorgebogenen roten Schaft hält, an dem zwischen den Pranken das silberne Blatt einer Hellebarde befestigt ist.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Meßkirch liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und der Hohenzollernstraße.

Bauwerke

Die Stadtkirche St. Martin. Davor das Denkmal zu Ehren Conradin Kreutzers
Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch
Die Heilandskirche
Die Liebfrauenkirche an der Ablach
  • Das Schloss der Grafen von Zimmern reicht in seinen Ursprüngen in die Jahre um 1400 zurück. Ab 1557 wurde es unter Graf Froben Christoph von Zimmern von Jörg Schwarzenberger zur ersten regelmäßigen vierflügligen Schlossanlage nördlich der Alpen im Stil der Renaissance erweitert und umgebaut. Das Schloss enthält den 31 Meter langen, ältesten Festsaal der Renaissance in Deutschland (1561) mit der originalen Holz-Kassettendecke. Das Stall- und Kutschengebäude (Remise) wurde 1737 von Johann Caspar Bagnato erbaut und beherbergt heute das Oldtimermuseum, das eine Sammlung alter Automobile und Motorräder zeigt. Das von außen frei zugängliche Schloss ist Ort der Niederschrift der Zimmernschen Chronik.
  • Die Schlosskapelle, welche 2001 renoviert wurde, ist als Vorbote des Rokoko gekennzeichnet, hat reizende Stukkaturen, sowie Deckenmalereien von Josef Ignaz Wegschneider.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Martin, eine ursprünglich gotische Hallenkirche als fränkische Gründung um 750, wurde 1526 als spätgotische Säulenbasilika von Lorenz Reder unter Gottfried Werner von Zimmern neu erbaut. Sie wurde zwischen 1769 bis 1773 im Stil des Rokoko umgestaltet und mit Malereien von Andreas Meinrad von Au und Stuck von Johann Jakob Schwarzmann aus Schnifis ausgestattet. Die barockisierte Johannes-Nepomuk-Kapelle (Nepomukkapelle) wurde 1732–1739 als Anbau an die gotische Kirche unter dem Patronatsherrn Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg-Meßkirch und nach Pläne von Johann Caspar Bagnato erbaut und von den Münchner Gebrüdern Asam (Cosmas Damian und Egid Quirin Asam) rund um die Reliquien des Heiligen Nepomuk ausgestattet. Der herausragende sakrale Spätrokokoraum macht die Stadtpfarrkirche St. Martin zur letzten Spätrokokokirche Oberschwabens. Zur Ausstattung der Stadtpfarrkirche gehört das bedeutende Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch (um 1535), Teil eines um 1538 gestifteten Altars. Grabdenkmäler der Grafen von Zimmern und Fürsten von Fürstenberg sind künstlerisch hochwertige Beispiele der Entwicklung der deutschen Grabmalkunst vom Renaissance-Bronzeguss des 16. Jahrhunderts aus der Hand des Meisters von Meßkirch, über den Bronzeepitaphe des Grafen von Zimmern, bis zum Stuckepitaph des 18. Jahrhunderts (Fürstenberg-Epitaph von Johann Joseph Christian, 1775–1776).
  • Die Liebfrauenkirche an der Ablach, 1272 erstmals erwähnt, liegt ein gotischer Bau von 1356 zugrunde. Ab dem Jahre 1576 wurde diese vom Schlossbaumeister Jörg Schwarzenberger im italienischen Stil der Renaissance in eine Spätrenaissance-Kirche umgestaltet und erhielt 1676 einen Zwiebelturm. Von 1895 bis Ende der 1990er Jahre wurde sie von den Alt-Katholiken genutzt. Der Turm der Liebfrauenkirche ist bis zum Glockenstuhl schief gebaut. Der Glockenstuhl wiederum ist lotrecht weitergebaut worden. Während der Renovation der Liebfrauenkirche wurden die Läuteseile der drei Glocken entfernt. Die Liebfrauenkirche hat einen schönen Fassadengiebel, Blendarkaden und eingelassene Grabmale an Außenfassade. Im sonst schlichten Innenraum befinden sich wertvolle Skulpturen der Ulmer Schule.
  • Die Herzjesukirche wurde 1736 bis 1738 von Johann Caspar Bagnato für Froben Ferdinand zu Fürstenberg als fürstliche Reithalle gebaut. Im Jahr 1875 wurde die damalige Zehntscheuer zur katholischen Notkirche umgebaut, nachdem die Stadtkirche während des Kulturkampfes durch die altkatholischen Christen genutzt wurde. Die Herzjesukirche wurde von Beuroner Mönchen im Stil der Beuroner Kunstschule innen und außen bemalt [5]. Im Jahr 1895 erhielten die katholischen Christen die Stadtkirche zurück. Im Folgenden wurde die Herzjesukirche zum Gemeindezentrum umgebaut und in Herz-Jesu-Heim umbenannt. Im Jahr 2005 wurde die Außenfassade im Stil der Beuroner Kunstschule restauriert.
  • Die evangelische Heilandskirche wurde 1863-65 erbaut. 1901 folgte der neugotische Kirchturm mit drei Glocken.[5][6]
  • Bei der Friedhofskapelle handelt es sich um die ehemaligen St. Veits-Kapelle, ein historisches Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das einst neben der Stadtkirche gestanden hatte und um 1850 an den heutigen Standort versetzt wurde. Im Inneren erinnern noch spätgotische Netzgewölbe und Wappenschilder an die Zeit der Grafen von Zimmern.
  • Das historische Rathaus wurde 1899 im Stil der Neu-Renaissance durch den Architekten und Bezirksbauinspektor Carl Engelhorn aus Konstanz erbaut. Im Inneren des Gebäudes mit Sandsteinfassade aus Maulbronner Sandstein, die 2008/2009 für 100.000 Euro restauriert wurde, befindet sich der seit 1995 wiedererstellte prachtvolle Rathaussaal mit Kassettendecke, Wappensteinen des 16. und 17. Jahrhunderts, sowie dem Denkmal für den Bürgermeister Carl Hauser (Amtszeit 1880-1905). Außen ist der Schriftzug „Beim Rat weil, zur Tat eil“ in Stein gehauen. Vom Dachfirst schaut der Ritter Kuno mit Schwert und Speer mit Wetterfahne über die Stadt. Die rund 70 Kilogramm schwere Ritter-Statue mit Zinnhaut und Klarlacküberzug wurde 1895 von einem Heidelberger Kunstschlosser gefertigt und 1995 und 2008 (durch Peter Klink) saniert.[7]
  • Martin-Heidegger-Gedenkstätten: Das Mesmerhaus nahe der Stadtpfarrkirche ist das Elternhaus von Martin Heidegger. Heideggers Grab befindet sich auf dem Meßkircher Friedhof. Im Schloss informiert ein Museum über den Philosophen.
  • Römischer Gutshof mit Dianatempel: Er gilt mit knapp acht Hektar als der größte bekannte römische Gutshof in Baden-Württemberg. Heute sind von dem Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts entstandenen Anwesen nur noch Bodenverformungen sowie die Grundmauern einer kleinen Tempelanlage mit dem Weihestein für die Jagdgöttin Diana etwas außerhalb der Hofanlage erhalten.
  • Das Wasserschloss Menningen: Ein dreigeschossiger Bau im Meßkircher Teilort Menningen.
  • 17 öffentliche Brunnen prägen das Bild Meßkirchs und seiner Stadtteile.[8]
  • Die Rohrdorfer Kirche St. Peter und Paul stammt aus dem Jahre 1701 und hat einen mächtigen Hochaltar, mit einem gotischen Kruzifix.
  • Die Kapelle Petrus und Paulus im Ortsteil Schnerkingen ist im Stil der Gotik erbaut. Die Fresken stammen aus dem 15. Jahrhundert.
  • Das Heilig-Geist-Spital ist auf die Barmherzige Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul (Vinzentinerinnen) in Meßkirch zurückzuführen. Vinzentinerinnen waren von 1859 bis 1875 und von 1896 bis 1996, also 110 Jahre lang, im städtischen Spital beziehungsweise späteren Altersheim tätig. 76 Jahre, von 1896 bis 1972, übernahmen sie auch die Krankenpflege im ehemals städtischen Krankenhaus. Von 1919 bis 1938, das sind 19 Jahre, betreuten sie den städtischen Kindergarten. 1881 als das Marienhaus, das heutige Klösterle, gebaut und zu einem zweiten Altersheim wurde, das eine vom Elisabethenverein mitgetragene Gemeindestation beherbergte, nahmen bis 1980 Vinzentinerinnen die Krankenpflege und Sterbebegleitung sowohl im Marienhaus als auch in der Stadt, in Schnerkingen und in Igelswies wahr. Besonders in den Dörfern waren die Schwestern echte Autoritäten und erste Anlaufstelle in allen Nöten.[9] Von 1979 bis 2008, fast 30 Jahre lang, waren schließlich Vinzentinerinnen in der neu entstandenen Sozialstation St. Heimerad tätig.[10]

Museen

  • Das Martin-Heidegger-Museum im Ostflügel des Meßkircher Schlosses stellt neben einer Lebenschronik die wichtigen Stationen der philosophischen Entwicklung Heideggers vor. Kleinere Abteilungen der Ausstellung befassen sich mit den Themen „Heidegger als Sohn Meßkirchs“ und „Heidegger und die Kunst“. Dem Heideggermuseum angeschlossen ist das Martin-Heidegger-Archiv. Das Archiv erhält bis Frühjahr 2010 eine multimediale Erweiterung. Das digitalisierten Medien werden etwa 1200 Fotos, 40 Tonbänder mit Rundfunksendungen, Interviews mit Fritz und Elfride Heidegger, dem Originaltonband eines Spiegel-Gesprächs mit dem Philosophen aus dem Jahr 1966 sowie etwa 15 Aufnahmen von Martin Heidegger umfassen, von denen die meisten bisher unveröffentlicht sind. Hinzu kommen DVDs von Fernsehsendungen und Heidegger-Filmen, zehn Interviews mit Zeitzeugen – unter anderen mit den Söhnen Hermann und Jörg Heidegger, mit Pfarrer Heinrich Heidegger, seinen Schülern Rainer Marten und Walter Biemel, eine DVD über die Veranstaltung zum 30. Todestag Heideggers 2006 und der Film „Martin Heidegger und seine Heimat“.[11]
  • Das Heimatmuseum im „Unteren Hof“ zeigt eine Ausstellung zur Stadt- und Frühgeschichte Meßkirchs und ein Conradin-Kreutzer-Zimmer.
  • In der Remise des Schlosses, sowie in einem Kellerraum im Südostflügel, in dem Motorräder ausgestellt werden[12][13], befindet sich das Oldtimermuseum der Oldtimer-Freunde Meßkirch und Umgebung mit etwa 20 Autos und 30 Motorräder im Originalzustand. Prunkstücke der Ausstellung sind das einzige noch existierende Exemplar der in Radolfzell produzierten Rennmotorrad-Marke Champion aus den 1930er Jahren, ein hundert Jahre altes Motorrad, sowie eines der raren Exemplare der legendären Meßkircher Nachkriegs-Automarke Veritas.[14][15]

Parks

  • Der Hofgarten wurde im Jahr 1736 als Schlosspark des Zimmernschlosses nach Plänen von Johann Caspar Bagnato im französischen Stil angelegt und mit über 300 Linden bepflanzt[16], von diesen stehen heute noch 44.[17] Der Springbrunnen mit einer Fontäne in einer gepflasterten Wanne im Hofgarten wurde einst von der Firma Dual gestiftet.[8] Die Parkanlage mit barocker Struktur war einst Privatgarten mit Wege- und Sichtachsen, sowie Parterreflächen. Der Hofgarten veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte mit den Anforderungen der Öffentlichkeit. 2009 soll der Hofgarten neu gestaltet werden.[18][19]
  • Unterhalb des Hofgartens am Mettenbach wurde 1981 der Sassenagegarten zu Ehren der Städtepartnerschaft mit Sassenage angelegt [20]. Im April 2008 wurde dieser Garten und dessen Teich komplett neu gestaltet [21].

Regelmäßige Veranstaltungen

Katzenzunft Meßkirch

Meßkirch ist eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Treibende Kraft ist die spätestens 1885 als Narrenverein Meßkirch begründete Katzenzunft Meßkirch mit ihren Figuren Meßkircher Katze, Fledermaus, und Hirling-Hansele, der Einzelfigur Petter Letzkopf (die einem in der Zimmerischen Chronik erwähnten Narren nachempfunden ist) und den Nasenschleifern.

Auch in den Teilorten gibt es eigene Narrenzünfte, so die Eulenzunft in Rohrdorf oder die Fuchszunft in Menningen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

In Meßkirch kreuzen sich die Bundesstraßen B 311 GeisingenTuttlingenUlm und B 313 PlochingenSigmaringenStockach. Meßkirch liegt an der Hegau-Ablachtal-Bahn von Mengen nach Stockach und Radolfzell. Auf dieser Strecke gibt es aber derzeit (2008) zwischen Mengen und Stockach und damit auch in Meßkirch keinen Verkehr mehr. Meßkirch liegt im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO).

Ansässige Unternehmen

In Meßkirch hat der Waagen- und Aufschneidemaschinenhersteller Bizerba ein großes Zweigwerk und ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Der Hauptsitz der Firma ist in Balingen.

Von 1956[22] bis zum Konkurs 1982[23] wurden im Meßkircher Zweigwerk der Firma DUAL Plattenspieler produziert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Meßkirch für wenige Jahre die Heimat der damals sehr bekannten Renn- und Sportwagenschmiede Veritas.

Des Weiteren war das Unternehmen Develop in Meßkirch als Kopierer-Hersteller tätig.[24]

Behörden und Einrichtungen

Die Stadt war etwa vom 12. Jahrhundert bis Ende 2007 Sitz des Dekanats Meßkirch des Erzbistums Freiburg. Im Jahr 2008 wurde der überwiegende Teil des Dekanats Meßkirch mit dem Dekanat Sigmaringen zum Dekanat Sigmaringen-Meßkirch mit Sitz in Sigmaringen zusammengefasst.[25][26]

Bildung

In Meßkirch finden sich neben den Grundschulen in den Ortsteilen Dietershofen, Rengetsweiler und Rohrdorf noch die Conradin-Kreutzer Grund- und Hauptschule, die Grafen von Zimmern-Realschule, das Martin-Heidegger-Gymnasium und eine Förderschule für Lernbehinderte.

Infrastruktur

Erst nach Aufnahme Meßkirchs in das Investitionsprogramm für Kläranlagenbau konnte 1979 Meßkirch die Zentralkläranlage mit Standort im Ortsteil Menningen bauen und 1980 in Betrieb nehmen. 1989/90 wurde eine chemische Klärstufe eingebaut. Eine größere Optimierung erfuhr die Kläranlage 1994 bis 1996. Weil durch den Anschluss von Leibertingen, Kreenheinstetten, Lengenfeld und allen Täle-Orten an die Zentralkläranlage die zu reinigende Abwassermenge laufend steigt, musste die Anlage im November 2008 erneut optimiert und erweitert werden.[27]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Fischer, ehemaliger Bürgermeister von 1937 bis 1945.
  • Conrad Gröber, Erzbischof mit Doktortitel, erhielt 1932 die Ehrenbürgerwürde.
  • Martin Heidegger, Philosoph mit Doktortitel (1959).
  • Adolf Hitler, der nach 1933 in fast allen badischen Städten zum Ehrenbürger ernannt worden war, wurde wegen unwürdigen Verhaltens das Ehrenbürgerrecht wieder entzogen.[28]
  • Geschwister Hofmann, Alexandra (* 1974) und Anita (* 1977): volkstümliche Schlagersängerinnen, seit 2003 Ehrenbürgerinnen von Meßkirch, wohnen im Teilort Igelswies. Mit ihnen wurden erstmals in der Geschichte Meßkirchs zwei Frauen mit dieser höchsten Auszeichnung der Stadt bedacht.
  • Wilhelm Kraut senior, Unternehmer (Bizerba) wurde 1952 und Wilhelm Kraut junior, Senator und Unternehmer wurde 1986 geehrt.
  • Karl Krötenheerdt, wurde 1908 für 25-jährigen Zuchtvieh-Großeinkauf zum jüngsten Ehrenbürger von Meßkirch ernannt.[3]
  • Meyer-König, Doktor und ehemaliger Leiter des Meßkircher Krankenhauses wurde 1971 geehrt.
  • Otto Müller, Doktor, Notar und Meßkircher Heimatforscher.
  • Siegfried Steidinger, Unternehmer, der 1956 in Meßkirch ein Zweigwerk der Firma Dual eröffnet hatte.
  • Bernhard Welte, Religionsphilosoph, der ebenfalls aus Meßkirch stammte.
  • Wilhelm Zimmermann, Regierungsveterinärrat wurde 1950 anlässlich seines 75. Geburtstages die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt

Im Mesmerhaus in Meßkirch wuchs der Philosoph Martin Heidegger auf.

Aufgrund der Häufung von berühmten Söhnen und Töchtern der Stadt bezeichnet sich Meßkirch gerne als Badischer Geniewinkel.

Andere Persönlichkeiten

Literatur

Schloss und Stadtpfarrkirche St. Martin von Süden gesehen
  • Heinrich Bücheler u.a.: Die Schlacht bei Meßkirch 5. Mai 1800. Gedenkband zum 200. Jahrestag. Museumsgesellschaft, Meßkirch 2000 ISBN 3-926633-47-6
  • Eugen Eiermann u.a.: Meßkirch gestern und heute. Heimatbuch zum 700-jährigen Stadtjubiläum 1961 Stadtverwaltung, Meßkirch 1961
  • Werner Fischer: Beitrag Warum heißt Meßkirch Meßkirch? In: Armin Heim: Messkirch-Bibliographie. Gmeiner-Verlag, 1988; ISBN 3-926633-17-4
  • Werner Fischer: Die Flurnamen von Meßkirch und Schnerkingen - Sammlung und Deutung. In: Meßkircher Heimathefte (Hrsg.: Museumsgesellschaft Meßkirch), Heft 4 - Jahrgang 1998
  • Heinrich Bücheler, Werner Fischer und Roland Kessinger: Die Schlacht bei Messkirch 5. Mai 1800. Gedenkband zum 200. Jahrestag. Hrsg.: Museumsgesellschaft Messkirch, Gmeiner-Verlag, 2000; ISBN 978-3-926633-47-7
  • Ingeborg Hecht: Meßkirch. Eine Stadt zwischen Türmen und Toren. Kehrer, Freiburg i. Br. 1989 ISBN 3-923937-63-6
  • Armin Heim: Meßkirch-Bibliographie. Gmeiner, Meßkirch 1988 ISBN 3-926633-17-4
  • Armin Heim: Die Stadt der Fürstenberger. Geschichte, Kunst und Kultur des barocken Meßkirch. Gmeiner, Meßkirch 1990 ISBN 3-926633-28-X
  • Martin Heidegger: Der Feldweg. Verlag: Vittorio Ostermann, Frankfurt/M, 1959 (?) ISBN (keine Angabe)
  • Hans Dieter Zimmermann: Martin und Fritz Heidegger. Philosophie und Fastnacht. Verlag C.H. Beck oHG, München 2005 ISBN 3-406-52881-3
  • Andreas Müller: Der Scheinwerfer – Anekdoten und Geschichten um Fritz Heidegger (Bruder von Martin), Armin Gmeider Verlag ISBN 3-926633-19-0
  • Holger Schank: Hoorig - Meßkircher Straßenfasnet aus dem Bilderbuch, Gmeiner Verlag, Meßkirch, 2006 ISBN 3-89977-202-4

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Georg Metzler: Geheime Kommandosache - Raketenrüstung in Oberschwaben. Das Außenlager Saulgau und die V2 (1943-45). ISBN 3-89089-053-9
  3. a b Werner Fischer: Einstmals. In: Südkurier vom 31. Dezember 2008
  4. a b Gemeindereform vor 25 Jahren abgeschlossen, Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Meßkirch, Ausgabe 5/2000 vom 4. Februar 2000
  5. a b Walburga Restle: Heimatkundliches vom Amtsbezirk Meßkirch, Preßverein Meßkirch, 1932
  6. Werner Fischer: Vor 150 Jahren: Erster evangelischer Gottesdienst in Meßkirch, Mitteilungsblatt 2008, Freundes und Förderkreis des Martin-Heidegger-Gymnasiums, Meßkirch, 2008
  7. Gregor Moser: Generalüberholung notwendig - Speer mit Wetterfahne droht herabzustürzen. Ritte Kuno verlässt das Rathaus. In: Südkurier vom 6. November 2008
  8. a b Markus Vonberg: Stadt dreht Hahnen nicht zu. In: Südkurier vom 2. Mai 2003
  9. Sandra Häusler: Nepomukkapelle: Frauengemeinschaft Meßkirch übergibt 2000-Euro-Spende an Bauförderverein. Grundstein für Renovierung ist gelegt. In: Südkurier vom 24. April 2009
  10. Karl Heinz Kirchmaier: Vinzentinerinnen wirken segensreich. In: Schwäbische Zeitung vom 25. April 2009
  11. Gregor Moser: Martin-Heidegger-Archiv soll multimediales Angebot bieten können. Alfred Denker bleibt weiter am Ball. In: Südkurier vom 14. November 2008
  12. Katja Zwetschke: Mehr Platz für Oldies. In: Südkurier vom 9. April 2003
  13. Marian Meidel: Oldtimermuseum neu gestaltet. In: Südkurier vom 14. Mai 2005
  14. Markus Vonberg: Veritas am Stand. In: Südkurier vom 11. März 2005
  15. Fachwelt staunte über Meßkircher Oldtimer. In: Südkurier vom 18. März 2005
  16. Hinweisschild im Hofgarten in Meßkirch
  17. Bürger wollen Hofgarten für sich nutzen. In: Südkurier vom 27. Februar 2009
  18. Gregor Moser: Park-Diskussion läuft. Zweiter Workshop zur Hofgarten-Neugestaltung ist in Planung - Ideen weiter willkommen. In: Südkurier vom 6. März 2009
  19. Hermann-Peter Steinmüller: „Schichten der Entwicklung zeigen“. In: Südkurier vom 4. März 2009
  20. Hinweisschild am Sassenagegarten
  21. Neugestaltung Sassenage-Garten, Aktion des Firlefanz-Clubs e.V., Amtsblatt der Stadt Meßkirch, Ausgabe 12/2008 vom 19. März 2008
  22. Deutsches Phono Museum, St. Georgen [1]
  23. Karl Mägerle: Ein Besuch von "drüben" mit Folgen. In: Südkurier vom 2. August 2008
  24. Keine einfache Aufgabe . In: Südkurier vom 31. Oktober 2002
  25. Interview mit Pfarrer Otteny: Abschied als Dekan, Amtsblatt der Stadt Meßkirch, Ausgabe 07/2008 vom 15. Februar 2008
  26. Robert Zollitsch: Neuordnung der Dekanate, Verordnung des Erzbischofs Nr. 396, Amtsblatt der Erzdiözese Freiburg, Nr. 22 vom 28. September 2006
  27. Karlheinz Kirchmaier: Seit 1980 ist die Anlage in Betrieb. In: Schwäbische Zeitung vom 20. November 2008
  28. Markus Vonberg: Viehhändler und Philosophen . In: Südkurier vom 28. Juni 2003

Weblinks


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