Mey und Edlich

Mey und Edlich

Der königlich sächsische Kommerzienrat Carl Ernst Mey (* 5. September 1844 in Niederschmiedeberg; † 30. Januar 1903 in Leipzig) war Unternehmer in Paris und Leipzig.

ehemaliger Firmensitz von Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz, heute als Wohngebäude genutzt

Im Jahr 1867 erwarb er in Paris ein US-amerikanisches Patent für Papierkragen und Papiermanschetten sowie das Geschäft der bisherigen Inhaberin, der Fa. „Gray's American Mouled Paper Collar Co.“ und gründete eine eigene Firma. Im Jahr 1868 nahm er seinen Jugendfreund Bernhard Edlich als Teilhaber auf; seitdem firmierte das Geschäft als Firma Mey & Edlich.

Im Jahr 1869 verlegte Mey die Firma von Paris in die Gemeinde Plagwitz westlich von Leipzig, wo sie bis zur Verstaatlichung Mitte des 20. Jahrhunderts produzierte. Anschließend wurde sie nach München verlegt.

Als Mitglied des Plagwitzer Gemeinderates unterstützte Mey den Bau der Heilandskirche (erste Plagwitzer Kirche).

Ernst Mey und seine Frau Emma, geb. Wrankmore hatten fünf Töchter und zwei Söhne.

Im Jahr 1884 begann Mey zusätzlich mit der Produktion von Celluloid-Waren in Schleußig. Drei Jahre später wurde ein weiteres Zweigwerk in Eilenburg zur Herstellung von Cellulosenitrat und Celluloid eröffnet, welches 1889 zur Deutschen Celluloid-Fabrik AG (DCF) wurde.

Mit der Herausgabe der ersten illustrierten Waren-Kataloge im Jahr 1886 gilt Mey als Begründer des deutschen Versandgeschäftes. Außerdem gründete er Niederlassungen in Leipzig, Berlin, Hamburg, London und Zürich.

Im Jahr 1888 wurde die bisherige Plagwitzer Elsterstraße, in der die Fabriken Meys lagen, nach dem gerade 44-Jährigen umbenannt (Ernst-Mey-Straße).

Am 30. Januar 1903 starb Ernst Mey im Alter von 59 Jahren in Leipzig. Er wurde auf dem Friedhof Plagwitz begraben. Sein großartiges, sehenswertes Grabmal schuf der Leipziger Bildhauer Prof. Adolf Lehnert (1862-1948).

Am 3. Juni 1903 übergaben seine Witwe und seine Kinder dem Armenamt der Stadt Leipzig ein Kapital in Höhe von 20.000 Goldmark zu einer Ernst-Mey-Stiftung (Urkunde vom 20. Juli 1903, rechtsfähig mit Verordnung vom 7. August 1903). Deren Zinsen sind zur Hälfte an Arme in Leipzig-Plagwitz und zur anderen Hälfte an Arme im übrigen Leipzig zu verteilen.


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