Nachtzüge

Nachtzüge
Ein Nachtreisezug (EN 482 MünchenKopenhagen/Binz) bei der Durchfahrt durch Donauwörth

Der Nachtreisezug ist eine Zuggattung des Schienenpersonenfernverkehrs.

Nachtreisezüge zeichnet im Gegensatz zu normalen Zügen des Fernverkehrs aus, dass sie über Nacht lange Strecken zurücklegen, teilweise mit niedrigerer Reisegeschwindigkeit und über weite Strecken ohne Unterwegshalt. Sie werden oft geflügelt, so dass von einem Ausgangsbahnhof ohne Umsteigen viele Ziele erreicht werden können. Die Zielvorstellung ist nicht, schnell den Zielort zu erreichen, sondern die nächtliche Schlafenszeit zur Reise zu nutzen.

Die ersten Nachtreisezüge in Deutschland verkehrten 1852 – nachdem der preußische Staat für jeden ausgefallenen Nachtreisezug eine Strafe von 100 Talern angedroht hatte. Diese Nachtreisezüge bestanden nur aus Sitzwagen und bescherten den Eisenbahngesellschaften einen nicht erwarteten Extra-Gewinn. Das deutsche Nachtreisezugnetz wurde nach der Bahnreform durch den Wegfall von Kurswagenverbindungen auf wenige Verbindungen reduziert, jedoch durch Modernisierung des Wagenmaterials wieder aufgewertet. Derzeit werden die Nachtreisezüge von der DB AutoZug GmbH und der CityNightLine AG betrieben und als City Night Line vermarktet, nachdem die Produktbezeichnung DB NachtZug im Jahr 2007 aufgegeben wurde.

Des Weiteren verkehrt in Deutschland ein privat, also nicht von der Deutschen Bahn, betriebener Nachtzug, der dementsprechend auch nach einem von der DB unabhängigen Preissystem angeboten wird. Dies ist der Nachtzug Berlin - Malmö der Verkehrsorganisation Georg. Ab 26. Juni 2009 soll ein weiterer privater Nachtzug auf der Strecke Stuttgart - Frankfurt/M. - Erfurt - Halle - Berlin von der Reisezug-Verkehrsgesellschaft mbH Kornwestheim angeboten werden.

In einigen Ländern (Russland, Ukraine, Polen) sind Nachtreisezüge, nicht zuletzt auch wegen der großen Fläche dieser Länder, bis heute die Stütze des Fernverkehrs.

Wagentypen und Ausstattung

In Nachtreisezügen werden verschiedene Wagentypen eingesetzt:

  • Schlafwagen mit einem bis vier Betten pro Abteil, mit Waschecke, gelegentlich mit Dusche und WC-Raum im Abteil (Deluxeabteil)
  • Liegewagen mit vier oder sechs Betten pro Abteil
  • Liegesitzwagen mit nach hinten klappbaren Sitzlehnen („Ruhesessel“)
  • Sitzwagen
  • in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie in Asien generell (z. B. China, Indien) sind auch noch andere Wagentypen im Einsatz, etwa Abteile mit acht Betten oder auch Liegewagen ohne Abteileinteilung

Siehe auch


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