Rolandsmühle

Rolandsmühle
Rolandmühle

Die Rolandmühle in Bremen ist eine industrielle Getreidemühle, die als eines der wichtigsten Unternehmen der bremischen Hafenwirtschaft gilt. Das Unternehmen hat ca. 100 Beschäftigte und verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich 350.000 Tonnen Getreide zu Mehlprodukten für Handwerk und Industrie. Die Rolandmühle geriet durch eine Mehlstaubexplosion am 6. Februar 1979 in die Schlagzeilen, die eine der stärksten Explosionen weltweit zu Friedenszeiten war.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach der Etablierung der Müllerfamilie Erling auf einer Bremer Pachtmühle im Jahre 1811 ließ die Familie im Jahr 1832 die erste eigene Mühle errichten. Sie steht heute noch immer als eine der drei letzten Bremer Mühlen in den Wallanlagen.

Mit wachsendem wirtschaftlichen Erfolg reichte die eine Windmühle kaum mehr aus, und so entstand im Jahre 1897 im Bremer Fabrikhafen ein Backsteinbau mit einer Dampfmühle. Sie hatte eine Leistung von 100 Tonnen pro Tag. Der benötigte Weizen wurde mittlerweile aus aller Welt importiert und das Mehl mit Binnenschiffen innerhalb Deutschlands abgesetzt. Für den Überseeexport nutzte man Seeschiffe.

In den folgenden Jahren wurde die Mühle beständig erweitert und ihre Leistung auf 800 Tonnen pro Tag gesteigert. Im Jahre 1925 wurde der erste Siloturm gebaut und fünf Jahre später kam es zur ersten Übernahme einer anderen Mühle. 1940 wurde ein zweites Silo eingeweiht, so dass die Rolandmühle nun eine Lagerkapazität von 30.000 Tonnen hatte.

Eine Zerstörung der Mühle durch Luftangriffe der Alliierten konnte im Zweiten Weltkrieg nur knapp verhindert werden.

Explosion

Am 6. Februar 1979 löste ein Kabelbrand in einer am Kai befindlichen Probenkammer die gewaltigste Mehlstaubexplosion der deutschen Geschichte aus. Von hier aus breitete sich der Brand über eine Föderbrücke unter laufend kleiner Mehlstaubexplosionen längs dieser Brücke, die den oberen Mehlspeicher mit Mehlstaub anfüllte. In diesem Raum löste dann eine weitere kleine Exposion die Katastrophe aus, die auch noch weiter einen Mehlsilo in Brand setzte.[1]

Die Dächer der Silos wurden durch die Druckwelle hochgerissen, Wände zum Einsturz und ganze Gebäude zum Bersten gebracht. Noch in weiter Entfernung zur Mühle gingen in Wohnhäusern Fensterscheiben zu Bruch und über einem etwa 30 Hektar großen Areal ging ein Regen aus Mehl nieder. Bei den Detonationen verloren 14 Menschen ihr Leben; 17 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Brand dauerte noch ungefähr bis zum 12. März 1979. Das Unglück verursachte einen Sachschaden in der Größenordnung von umgerechnet etwa 50 Millionen Euro.

Situation heute

Die Rolandmühle wurde wieder aufgebaut und mit moderneren Silos ausgestattet. Insgesamt verfügt sie heute über 12 Klein- und drei Großsilos.

Die Mühle ist eine wichtige Stütze der bremischen Hafenwirtschaft und ein großer Arbeitgeber in den angrenzenden Ortsteilen. Der Großteil der Produktion wird heutzutage verschifft. Im Jahre 2004 fusionierte das Unternehmen mit zwei kleineren Betrieben.

Weblinks

Quellen

  1. Deutsche Feuerwehr-Zeitung, Heft 2.1980.

53.0992527777788.77313611111117Koordinaten: 53° 5′ 57,3″ N, 8° 46′ 23,3″ O


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