Simson SR2

Simson SR2
Simson SR2E von 1963 (unrestauriert)
Simson SR2 von 1959 (Originalzustand + neue Reifen)

Das SR2 („SR“ bedeutet „Simson-Rheinmetall“) ist das Nachfolgemodell des ersten von Simson gefertigten Kleinkraftrades SR1 in Suhl (Thüringen). Es ist ebenfalls - wie sein Vorgänger - ein Moped, das heißt, der Motor wird durch das Treten der Pedale angeworfen. Mit einer Stückzahl von 390.000 wurde das SR2 von 1957 bis 1959 produziert. Bei eingelegtem 2. Gang und gezogener Kupplung kann man zudem auch „Fahrradfahren“. Der Vergaser besitzt einen „Tupfer“ zum Niederdrücken des Schwimmers, welcher beim Kaltstart so lange gedrückt werden musste, bis Kraftstoff aus dem Vergasergehäuse lief.

Inhaltsverzeichnis

Motorenhersteller

Der Motorenhersteller war das VEB Büromaschinenwerk Sömmerda in Thüringen. Dieses Werk gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zum Rheinmetall-Konzern und stellte neben Büromaschinen in den letzten Vorkriegsjahren ebenso diverse Rüstungsgüter her. Daher war zu DDR-Zeiten auf den Motorengehäusen auch noch der Schriftzug „Rheinmetall“ vorhanden.

SR 2E

Das SR 2E ist eine Weiterentwicklung des SR2 und wurde aufgrund des Drängens einiger Importeure nach Leistungs- und Fahrwerksverbesserungen entwickelt. In der Entwicklung stand das „E“ für Export, und da aufgrund intensiver Bemühungen der Suhler Betriebsleitung die Mopedweiterentwicklung von der Berliner Parteispitze zum Allgemeingut erklärt wurde, konnte es auch in der DDR verkauft werden. Große Neuerungen waren die geschlossene, um das Schutzblech herumlaufende Kurzschwinge am Vorderrad und die 0,3 PS Leistungssteigerung sowie die Federung des Sitzes. Es wurde von 1960 bis 1964 in einer Stückzahl von 516.000 Exemplaren hergestellt. Das SR 2E besitzt einen Einzylinder-Zweitaktmotor mit Flachkolben, einen Schwunglichtmagnetzünder mit 15/18 W, wobei die Lichtspule eine Spannung von 6 V und eine Leistung von 18 W besitzt und einen Bilux-Scheinwerfer mit jeweils 15 Watt (15/15 W) und 6 Volt.

Technische Daten

Kenngröße Simson SR2 Simson SR 2E
Motor Rheinmetall-Zweitakt
Starter Pedalkickstarter
Kühlung Fahrtwind
Bohrung (mm) 38
Hub (mm) 42
Hubraum (cm³) 47,6
Verdichtung 7:1 ab 1962 7,5:1
Leistung (PS/min) 1,5/5000 ab 1962 1,8/5500
Kupplung Dreischeiben-Ölbadkupplung
Getriebe 2-Gang, Handschaltung
Vergaser BVF-Zentral-Schwimmer-Vergaser NKJ 122-4 BVF-Zentral-Schwimmer-Vergaser NKJ 121-4
Zündkerze M14-225
Tankinhalt (l) 6
Rahmen Zentralrohr
Bereifung 23 x 2,25
Bremse vorn/hinten Innenbacken
Federung vorn Schwinghebel mit Gummipuffern Kurzschwinge auf Schraubenfedern
Federung hinten Schwinge mit Gummipuffern
Eigengewicht (kg) 54 55
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 45 (Werksangabe)
Bauzeit 1957–1959 1959–1964
Stückzahl 390 000 515 000
Zylinder 1
Kraftstoff Zweitaktgemisch 1:33
Verbrauch je 100 km (l) 1,7
Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 145
Sitzplätze 1

Literatur

  • Erhard Werner: Simson Oldtimer – Ein Ratgeber für SR1, SR2, SR2E und KR 50. MZA Verlag, ISBN 3-9809481-3-7
  • Schrader-Typen-Chronik: “Simson Schwalbe & Co 1955–1991”; Motorbuch Verlag; ISBN 978-3-613-02813-5

Weblinks

 Commons: Simson SR 2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • SR2 (Simson) — Simson SR2E von 1963 (unrestauriert) Das SR2 („SR“ bedeutet „Simson Rheinmetall“) ist das Nachfolgemodell des ersten von Simson gefertigten Kleinkraftrades SR1 in Suhl (Thüringen). Es ist ebenfalls wie sein Vorgänger ein Moped, das heißt, der… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson KR51 — Simson KR51/1 „Schwalbe“ Der Kleinroller (Kleinkraftrad) des Typs Schwalbe ist ein Allwetterfahrzeug aus der so genannten „Vogelserie“ vom ehemaligen Thüringer Hersteller VEB Fahrzeug und Jagdwaffenwerk Simson Suhl. Als Typreihen des Kraftrades… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson S73 — Simson S70 sind Leichtkrafträder von Simson aufbauend auf dem Modell S51; sie hatten allerdings 70cm³ Motoren mit 4,1 kW (5,6 PS). Nachfolger ist die S83 auf Basis der S53. Die Hubraumvergrößerung wurde durch die Bohrungsvergrößerung auf 45 mm… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson SR 50 — 1985 wurde der SR50 auf der Leipziger Herbstmesse vorgestellt Simson SR50B3 Der SR 50 ist ein Motorroller des …   Deutsch Wikipedia

  • Simson SR80 — Der Simson SR 80 ist ein Motorroller, der in der DDR vom VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl von 1986 bis 1990 gebaut wurde. Er ist die stärker motorisierte Variante des SR 50. Gebaut wurde er nur in den gehobeneren Ausstattungen C und CE… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson SR 80 — Der Simson SR 80 ist ein Motorroller, der in der DDR vom VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl von 1986 bis 1990 gebaut wurde. Er ist die stärker motorisierte Variante des SR 50. Gebaut wurde er nur in den gehobeneren Ausstattungen C und CE… …   Deutsch Wikipedia

  • SR2 — Die Abkürzung SR2 steht für: das Kulturradio des Saarländischen Rundfunks, siehe SR 2 Kulturradio ein Kleinkraftrad der Marke Simson, siehe Simson SR2 die finnische Elektrolokomotive VR Baureihe Sr2 …   Deutsch Wikipedia

  • Simson SR1 — Der SR1 wurde als erstes Kleinkraftrad (Moped) ab 1955 vom VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson in Suhl (Thüringen) gebaut. 1957 endete die Produktion des Mopeds und es wurde vom SR2 abgelöst. Ab 1964 baute Simson nur noch die… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson SR50 — Simson SR50B4 Der SR50 und der SR80 sind Motorroller des VEB Fahrzeug und Jagdwaffenwerks Ernst Thälmann Suhl und seiner Nachfolgeunternehmen in der BRD. Das SR steht dabei für Simsonroller. Sein Vorgänger war die Simson Schwalbe. Der SR50 kann… …   Deutsch Wikipedia

  • Simson Schwalbe — Simson KR51/1 „Schwalbe“ KR51/2 L Bj 82 billardgrün, KR51/1 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”