Kommende Jemgum

Kommende Jemgum

Das Kloster Jemgum war eine ehemalige Johanniterkommende. Es lag im Westen des heutigen Dorfes Jemgum in Ostfriesland. Mit ihrem umfangreichen Landbesitz nahm die Kommende Jemgum eine herausragende Stellung unter den ostfriesischen Häusern des Ordens ein.

Geschichte

Das Kloster wurde wohl um die Mitte des 13. Jahrhunderts als Doppelkloster von Johannitern aus Burgsteinfurt gegründet. 1284/85 wird es erstmals urkundlich genannt; 1319 nochmals in einem Vergleich zwischen dem Johanniter-Hospital in Burgsteinfurt und den friesischen Komtureien.[1] Nonnen werden in Jemgum erstmals 1456 genannt.[2] Um 1500 wurde das Kloster in das 3 km entfernte Holtgaste verlegt und 1533 während der ersten Schlacht von Jemgum zerstört.

Bauwerke

Liudgeri-Kirche Holtgaste

Die Klosterkirche ist vermutlich schon im 13. Jahrhundert entstanden. Eine weitere Kapelle unterhielt das Kloster im Ort. Diese wurde 1402 an die Kirchengemeinde Jemgum mit der Auflage abgetreten,[3] dass das Kloster künftig nichts mehr zum Unterhalt dieser Kirche beitragen solle.[4] Es liegen Hinweise darauf vor, dass es in unmittelbarer Nähe der Klosteranlagen ein Schwesternhaus für die Nonnen gegeben hat, das räumlich deutlich vom Priesterhaus der Kommende getrennt war.[3] Ein Vorwerk ist für Holtgaste belegt.

Die Ordenskirche neben dem Schwesternhaus entstand vermutlich schon im 13. Jahrhundert.[2]

Die ehemalige Kapelle, die 1402 an die Kirchengemeinde Jemgum übergeben wurde, ist heute Teil der Reformierten Kirche. Sie wurde nach einem Brand 1930 neu aufgebaut und brannte am 12. Mai 2004 erneut aus. Im selben Jahr erfolgte die Wiederherstellung des Gebäudes im expressionistischen Stil von 1930.

Die Liudgeri-Kirche in Holtgaste, ein Bau der Benediktiner aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wurde 1284 vom Bischof von Münster an den Johanniterorden verkauft, der anschließend die kirchenrechtliche Leitung übernahm. Später gehörte die Kirche zur Propstei Hatzum im Bistum Münster.

Einzelnachweise

  1. Harm Wiemann: Das Johanniter-Kloster Langholt. In: 150 Jahre St. Bonifatius Rhauderfehn. Festschrift zur 150-Jahrfeier am 1. Dezember 1981. Rhauderfehn 1981, S. 16ff. Hier zitiert aus rhaude.de, eingesehen am 6. Januar 2010.
  2. a b Gerhard Streich: Klöster, Stifte und Kommenden in Niedersachsen vor der Reformation in: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen;, 2, Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens ;, Heft 30, Hannover 1986 ISBN 3784820050, S. 96
  3. a b Gerhard Kronsweide, Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Jemgum, Gemeinde Jemgum, Landkreis Leer.
  4. Hemmo Suur: Geschichte der ehemaligen Klöster in der Provinz Ostfriesland, Emden 1838, S. 118.

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