Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V.

Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V.
Nürnberger Astronomische Gesellschaft
(NAG)
Zweck: Fortsetzung der astronomische Tradition in der Region Nürnberg.
Vorsitz: Dr. Dieter Hölzl
Gründungsdatum: 15. September 2004
Mitgliederzahl: 60 (3/2008)
Sitz: Nürnberg

Inhaltsverzeichnis

Über die NAG

Die Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V. (NAG) ist ein Zusammenschluss von Freunden und Förderern der Astronomie in der Region Nürnberg.

Zu den vornehmlichen Aufgaben der NAG gehört die Bewahrung und Fortsetzung der jahrhundertealten astronomisch-naturwissenschaftlichen Tradition in der Region Nürnberg. Die Astronomie als Wissenschaft und als kulturell gestaltende Kraft ist in vielfältiger Form in der Metropolregion Nürnberg sichtbar. Große Gelehrte der deutschen und europäischen Wissenschaftsgeschichte lebten und wirkten hier, sodass die Verbreitung eines gewichtigen Teils unseres modernen Weltbildes ihren Ursprung in der Region Nürnberg hat.

Die Nürnberger Astronomische Gesellschaft ist kein herkömmlicher operativer Hobbyastronomen-Verein. Die Arbeit der Gesellschaft liegt schwerpunktmäßig in der Förderung astronomischer Einrichtungen und Gruppen der Breitenbildung im Raum Nürnberg - wobei dies keineswegs bedeutet, dass die Nürnberger Astronomische Gesellschaft selbst inaktiv ist: ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf Lobby- und Verbandsarbeit, also das "atmosphärische Marketing" und die Suche nach Förderern, und dies alles mit dem Ziel, die Astronomie und verwandte Themen im Raum Nürnberg bekannt zu machen und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Deswegen beteiligt sich die Nürnberger Astronomische Gesellschaft seit Ihrer Gründung u. a. aktiv an der Organisation von öffentlichen Vorträgen und der Ausrichtung von Kongressen, die nicht nur eine fachastronomische Ausrichtung haben.

Um die Ziele der NAG auch finanziell besser verwirklichen zu können, vergibt die Gesellschaft seit 6. November 2008 Sternpatenschaften.[1]

Neben natürlichen Personen sind in der NAG zur Zeit die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg als juristische Person und der Förderverein Planetarium Nürnberg e.V, das Cauchy-Forum Nürnberg, der Turm der Sinne gGmbH sowie die Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft e.V. als Verein Mitglied.

Projekte der NAG

AG Internationales Jahr der Astronomie 2009 - IYA 2009

Die "AG Internationales Jahr der Astronomie 2009" der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft dient als Ansprechpartner für alle Belange des IYA 2009 für die Metropolregion Nürnberg. Es werden in enger Abstimmung mit dem Vertreter für Nordbayern, Herrn Prof. Ulrich Heber von der Dr.-Remeis-Sternwarte in Bamberg, überörtlich Aktionen gesammelt und koordiniert.

Hierzu gibt es folgende Höhepunkte in der Europäischen Metropolregion Nürnberg:

Auftaktveranstaltung

Als zentrale Auftaktveranstaltung für die Europäische Metropolregion Nürnberg wurde das Internationalen Jahr der Astronomie am 27. Januar im Beisein des Ratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly eröffnet. Bei einem Festakt im Kuppelsaal des Nicolaus-Copernicus-Planetariums Nürnberg wurde dem Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch die Medaille "BENE MERENTI DE ASTRONOMIA NORIMBERGENSI" der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft verliehen. Die Laudatio hielt Prof. em. Dr. Dr. h.c. Joachim Trümper, ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik. Auch schenkte die Nürnberger Astronomische Gesellschaft Prof. Dr. Harald Lesch die Sternpatenschaft über den Stern Alpha Centauri.

Wanderausstellung

Eigens für das IYA wurde die Wanderausstellung „Astronomie in der Metropolregion Nürnberg – Geschichte, Forschung und Volkssternwarten“ erstellt, die anhand historischer und bestehender Sternwarten die Geschichte der Astronomie sowie aktuelle Forschung im Fokus der Europäischen Metropolregion Nürnberg vorstellt. Sie wird im Laufe des Jahres in 23 Städten der Metropolregion zu sehen sein. Weitere Informationen zur Wanderausstellung

Planetariumsshow: Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum

Im Nicolaus-Copernicus-Planetarium wird die gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA produzierte Planetariumsshow „Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum“ zum Astronomiejahr gestartet. Sie zeigt die Entwicklung der modernen Astronomie von ersten Fernrohrbeobachtungen durch Galilei bis hin zu den aktuellen Missionen der Satelliten Planck und Herschel.

100 Stunden Astronomie

Vom 2. − 5. April 2009 werden weltweit Profis und Amateurastronomen mit einer Vielzahl von Veranstaltungen auf die Öffentlichkeit zugehen. Innerhalb der „100 Stunden Astronomie“ wird am 4. April auch der Astronomietag der Vereinigung der Sternfreunde liegen, an dem u.a. auch der Nürnberger Astronomieweg eingeweiht wird. Der Astronomieweg führt vom Rathenauplatz aus vorbei an 25 Stationen durch die Astronomiegeschichte der Stadt Nürnberg. Erfahren Sie Interessantes über die erste Nürnberger Sternwarte, die alte Nürnberger Uhr und lernen Sie Nürnberg aus einem neuen Blickwinkel kennen!

40 Jahre Mondlandungen

Am 20. Juli 2009 ist es 40 Jahre her, dass die Landefähre von Apollo 11 nach einem dramatischen Anflug im Meer der Ruhe aufsetzen konnte. Die erste bemannte Mondlandung wird weltweit Anlass für Beiträge zur Raumfahrt und für Mondbeobachtungen sein, den auch die astronomischen Einrichtungen der Metropolregion für Ausstellungen, Vorträge und Beobachtungen nutzen werden.

SCIENCE-Fiction: Die KeplerKonferenz

Unter dem Titel „SCIENCE-Fiction: Die Kepler-Konferenz“ wird ein vom Bildungszentrum Nürnberg veranstaltetes Theaterstück das Leben und Werk von Johannes Kepler vorstellen. Seine Lieblingsschneeflocke spricht über Schnee, außerirdische Wissenschaftler referieren über die Planetengesetze und ein interstellarer Geist moderiert den choreografischen Vergleich der Weltsysteme bis klar wird - Astronomie kann man auch tanzen. Uraufführung ist am 13. Februar im Planetarium Nürnberg.

Gedenken an Georg Christoph Eimmart und seine Sternwarte

Gedenksäule

Am 25. Mai 2007 übergab die Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V. eine Gedenksäule für Georg Christoph Eimmart und seine Sternwarte an den Freistaat Bayern und die Bürgerschaft der Stadt Nürnberg. Die Säule ist am Ort der ehemaligen Sternwarte, auf der Vestnertorbastei der Nürnberger Kaiserburg errichtet. Der Festvortrag anlässlich der Enthüllung und Übergabe wurde von Dr. Oscar Schneider zum Thema "Nürnbergs Beitrag zum Weltbild der Neuzeit"[2] gehalten

Die Hauptelemente der Gedenksäule sind:

  • die Rundsäulen als Hauptkörper
  • der Instrumentenaufbau
  • die Tierkreis-Rosette am Sockel

Die Gedenksäule zeigt viele symbolhafte Anspielungen, die den Bezug zur Astronomie und der Himmelsbeobachtung herstellen. Die Rundsäule steht zusammen mit den oben austretenden Zylindern für die Größenentwicklung von Teleskopen in öffentlichen Sternwarten. Ausgehend von 20 cm der Ära Eimmart, bis hin zu den 60 cm der Hauptsäule, welches dem Spiegeldurchmesser des Hauptgerätes der Nürnberger Regiomontanus-Sternwarte entspricht. Die einzelnen Zylinder sind in einem Winkel von 23,5 Grad zur Horizontalen angeschnitten, was die Schiefe der Ekliptik widerspiegelt. Die Ekliptik wird auch in der stilisierten Armillarsphäre, welche den Instrumentenaufbau krönt, aufgegriffen. Die Armillarsphäre zieht als geozentrisches Weltbild zusammen mit der blauen Glaskugel in der Mitte, die als Symbol für die Erde steht, den Bogen von mittelalterlicher Geozentrik hin zu moderner Weltöffnung. Auch die Tierkreis-Rosette am Sockel der Säule zeigt den Grundgedanken der Säule als Brücke zwischen mittelalterlichem Weltbild hin zur Moderne auf.

Weiter Informationen zur Eimmart-Sternwarte und zur Gedenksäule finden sich in "Astronomie auf der Kaiserburg Nürnberg"[3].

Ein Bericht der Feierlichkeiten zur Enthüllung und Übergabe findet sich hier: Bericht der festlichen Übergabe

Sternwartenmodell

Im Kaiserburgmuseum, einer Zweigniederlassung des Germanischen Nationalmuseums, ist ein Modell der Eimmart-Sternwarte ausgestellt, welches von der NAG als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird.

Das Modell zeigt die Sternwarte um etwa 1740 und orientiert sich in der Darstellung an der Abbildung im "Neuen Himmelsatlas" von Johann Gabriel Doppelmayr sowie den "Nürnbergische Prospecten" von Johann Adam Delsenbach. Details der Geräte stützen sich auf einen Kupferstich, beigebunden Glasers Brief an Martin Knorre von 1691.

Verdienstmedaille "BENE MERENTI DE ASTRONOMIA NORINBERGENSI"

Die Nürnberger Astronomische Gesellschaft verleiht die Verdienstmedaille "BENE MERENTI DE ASTRONOMIA NORINBERGENSI" in den Stufen I (Gold) und II (Silber) mit Würdigungsurkunde an Personen, die für ihre außerordentlichen Leistungen auf dem Gebiet der Astronomie ausgezeichnet werden sollen. Das erste mal wurde die Medaille am 22. Februar 2006 im Planetarium Nürnberg verliehen.

Träger:

  • Hans Gaab - in der Stufe Silber - Verliehen am 22. Februar 2006 für seine Arbeiten zu wichtigen Persönlichkeiten der Astronomiegeschichte in der Region Nürnberg
  • Prof. Wolf Broda - in der Stufe Silber - Verliehen am 6. November 2008 für sein Buch "Astronomischer Berechnungs Coctail ABC" und seine Verdienste um die Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg
  • Prof. Dr. Harald Lesch - in der Stufe Gold - Verliehen am 27. Januar 2009 für seine Verdienste als einer der bedeutendsten Wissenschaftsmultiplikatoren Deutschlands.

Webportal "Astronomie in Nürnberg"

Die NAG informiert auf dem Portal Astronomie in Nürnberg über Einrichtungen und Vereine sowie deren Termine mit astronomischem Bezug im Großraum Nürnberg. Ferner finden sich Informationen zur Geschichte der Astronomie in Nürnberg. Darunter über 450 Steckbriefe von Nürnberger Astronomen und Rechenmeistern, eine thematische Übersicht zu verschiedenen Bereichen und eine chronologische Tabelle zur Astronomiegeschichte Nürnbergs.

Mitteilungsblatt

Das Mitteilungsblatt der NAG ist seit der Ausgabe 1/2005 der Regiomontanusbote. Diese Zeitschrift wird vierteljährlich von der Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft e.V. und der NAG herausgegeben. Sie informiert über aktuelle Angelegenheiten beider Vereine sowie aktuelle astronomische Ereignisse und Ergebnisse aus der Forschung.

Literatur

  1. www.sternpate-nuernberg.de
  2. Oscar Schneider: Nürnbergs Beitrag zum Weltbild der Neuzeit. Europaforum-Verlag, Lauf / Pegnitz 2007
  3. Hans Gaab, Uwe Lemmer, Ekkehard Wagner (Hrsg.): Astronomie auf der Kaiserburg Nürnberg. Europaforum-Verlag, Lauf / Pegnitz 2007, ISBN 978-3-931070-49-6

Weblinks


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