Osteoidosteom

Osteoidosteom
Klassifikation nach ICD-10
D16 Gutartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Osteoid-Osteome sind gutartige Knochentumore. Sie bestehen aus einem stark gefäßversorgten „Kern“ (Nidus), der von einer rundlichen oder spindelförmigen Zone reaktiv wachsenden, verdichteten (sklerotischen) reifen Knochengewebes umgeben ist. Vorzugsweise sind Osteoid-Osteome in Ober- und Unterschenkelknochen lokalisiert. Überschreitet der Nidus eine Größe von 1,5 cm, wird die Veränderung als Osteoblastom bezeichnet.

Etwa 14 Prozent aller Knochentumore sind Osteoid-Osteome. Der Tumor tritt meist zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr auf und drei Mal häufiger beim männlichen Geschlecht. Ein Auftreten vor dem 10. Lebensjahr ist möglich, nach dem 30. sehr selten. Osteoid-Osteome zeigen Symptome in Form lokaler Schmerzen, die bevorzugt nachts auftreten. Bei Auftreten in der Wirbelsäule können Osteoid-Osteome eine Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) verursachen.

Die Diagnosestellung erfolgt mittels bildgebender Verfahren: Röntgen, Knochenszintigrafie, CT (vorzugsweise als dynamisches CT mit Nachweis einer Kontrastmittelanreicherung im gut durchbluteten Nidus) und MRT.

Die Therapie besteht in der operativen Entfernung mittels offener Resektion oder vorzugsweise CT-gesteuerter Radiofrequenztherapie. Alternativ kann beim Vorliegen eines Osteoid-Osteoms auch eine symptomatische Behandlung mit Aspirin oder anderen NSAR erfolgen, da in der Regel eine Ausheilung der Erkrankung in einem Zeitraum von etwa 2 bis 7 Jahren beobachtet wird.

Beim Osteoblastom ist die Gewinnung einer Gewebeprobe vor Entfernung angezeigt.

Im Juni 2008 konnte die erste MRT-gesteuerte Laser-Ablation eines Osteoid-Osteoms der Fibula im offenen Hochfeld-MRT der Charité in Berlin-Mitte durchgeführt werden.[1]


Einzelnachweise

  1. Meldung der AG offene MRT der Charité

Literatur

Böttner, F.: Facharztkompendium Orthopädie und Unfallchirurgie 2005, Verlag OrthoForum GmbH. ISBN 3-9810103-0-2

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