Porsche 997 GT3 Cup S

Porsche 997 GT3 Cup S

Der Porsche 911 GT3 Cup ist ein seriennaher GT-Rennwagen von Porsche, der im Porsche Carrera Cup und Supercup eingesetzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Porsche 964 Cup

Auf Basis des Porsche 964 entstand 1990 die Rennversion für den neuen Porsche Carrera Cup. Das Fahrzeug war noch sehr seriennah. Neben einer Leistungssteigerung um 15 auf 265 PS bekam der 964 Cup einen Überrollkäfig und eine veränderte Fahrwerksabstimmung, sodass die Bodenfreiheit 55 mm niedriger ausfiel als bei der Serienversion. Zur Gewichtsreduzierung wurden die Mitfahrersitze und das Dämmmaterial ausgebaut. Die Gänge drei, vier und fünf des Fünfgang-Getriebes waren kürzer übersetzt, und die Lenkung ohne Servounterstützung war direkter ausgelegt. Das Fahrzeug hatte einen Katalysator und ein Antiblockiersystem.

1992 erhielt der 964 Cup eine größere Überarbeitung. Das Fahrzeug bekam die Karosserie des 964 RS und der Motor leistete nun 275 PS. Eine weitere größere Änderung war das im Notfall bei einer Vollbremsung abschaltbare ABS. Weiterhin bekam das Fahrzeug nun 18 Zoll große Magnesium-Rennfelgen, welche die Aluminium-Rennfelgen ersetzten. Hinten wurde der Wagen um weitere 20 mm tiefer gelegt.

Technische Daten

Modell Porsche 964 Cup
Baujahr 1990–1991 1992–1993
Motor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 265 PS (195 kW) bei 6100 U/min 275 PS (202 kW) bei 6100 U/min
Drehmoment 310 Nm bei 4800 U/min 314 Nm bei 4800 U/min
Leergewicht 1120 kg 1120 kg

Porsche 993 3.8 Cup

Der 993 3.8 Cup auf Basis des Porsche 993 debutierte 1994 im Porsche Supercup. Ein Jahr später wurde er auch im Carrera Cup eingesetzt.

Das Fahrzeug wurde wesentlich verbessert und war gleichermaßen schneller wie leichter kontrollierbar als sein Vorgänger. Dazu trug vor allem die neue Mehrlenker-Hinterachse bei. Die Kraft wurde nun über ein Sechsgang-Getriebe übertragen. Die Leistung des nun 3,8 Liter großen Boxermotors von 310 PS erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 280 km/h.

Bereits 1995 folgte die erste Überarbeitung. Dabei erhielt das Fahrzeug eine neue Aerodynamik mit einem größerem und feststehenden Heckflügel sowie Seitenschwellern und Bugspoilern des Carrera RS. 1996 bewirkte eine modifizierte Ventilsteuerung eine Mehrleistung von fünf PS.

Technische Daten

Modell Porsche 993 3.8 Cup
Baujahr 1994–1995 1996–1997
Motor 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 310 PS (228 kW) bei 6100 U/min 315 PS (232 kW) bei 6200 U/min
Drehmoment 360 bei 5500 U/min 370 bei 5500 U/min
Leergewicht 1100 kg 1100 kg

Porsche 996 GT3 Cup

Porsche 996 GT3 Cup

Ab 1998 kam die Rennversion des neuen Porsche 996 GT3 zum Einsatz, welcher mit seinem nun wassergekühlten Boxermotor die Ära der luftgekühlten Boxermotoren ablöste.

Sein wassergekühlter Saugmotor verfügte über eine Trockensumpfschmierung mit separatem Öltank. Die Motorleistung von anfangs 360 PS betrug ab 1999 370 PS. Als Treibstoff wurde Super Plus verwendet. Der Motor ermöglichte eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter vier Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 286 km/h. Der verstellbare Heckflügel produzierte bis zu 100 Kilogramm Abtrieb.

Für die Saison 2001 wurde der 996 GT3 Cup modifiziert. Der große Heckflügel verdoppelte den Abtrieb an der Hinterachse und sorgte so für eine bessere Straßenlage und einen geringeren Reifenverschleiß. Motor, Getriebe und Bremsen erhielten durch eine neue Frontpartie eine verbesserte Kühlung. Von dieser Version wurden 113 Fahrzeuge produziert.

2002 wurde der 996 GT3 Cup erneut verbessert und erhielt die tropfenförmigen Scheinwerfer der Turbo-Versionen. Die neue Frontpartie verbesserte die Kühlluft-Durchströmung um 15 Prozent. Ein neuer in sieben Stufen verstellbarer Heckflügel verringerte den Auftrieb, wodurch höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht wurden. Durch Erleichterung der Türen, Frontscheibe und Außenspiegel blieb das Fahrzeuggewicht konstant. Es wurde nun auch im 996 GT3 Cup die Motorsteuerung der 996 GT3 RS verwendet, wodurch eine Leistungssteigerung um zehn auf 380 PS sowie ein höheres maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern erzielt wurde. Eine weitere größere Veränderung betraf die Bremsen. An der Vorderachse wuchs der Durchmesser der Bremsscheiben auf 350 mm, während er an der Hinterachse unverändert bei 330 mm blieb. Zusammen mit Sechskolben-Festsätteln an den vorderen Bremsscheiben und einer verbesserten Entlüftung der vorderen Radhäuder konnte so die Bremsleistung verstärkt werden. Für den Einsatz in Langstreckenrennen erhielt das Getriebe eine Spritzkühlung mit Öl-Wasser-Wärmetauscher.

2004 erfuhr der 996 GT3 Cup seine letzte Überarbeitung, welche vor allem das Fahrzeuggewicht, das dadurch bei 1150 kg gehalten werden konnte, betraf. Heckabdeckung, Motorraumdeckel und Türen waren aus Kohlefaser gefertigt und alle Scheiben mit Ausnahme der Frontscheibe bestanden aus Kunststoff. Die Motorleistung stieg auf 390 PS bei 7200 U/min und das maximale Drehmoment lag nun bei 390 Nm bei 6500 U/min. Da die langen Geraden des Hockenheimrings nun nicht mehr im Programm standen, wurden die Gänge vier bis sechs kürzer übersetzt. Das stufenlos einstellbare Fahrwerk ermöglichte die Feinabstimmung. Für den Einsatz im Langstreckensport wurde das Tankvolumen von 64 auf 89 Liter erhöht. Die Innenraumbelüftung wurde ebenfalls verbessert. Zur Sicherheit wurde der Überrollkäfig gepolstert und das HANS-System konnte nun verwendet werden.

Technische Daten

Modell Porsche 996 GT3 Cup
Baujahr 1998 1999–2001 2002–2003 2004
Motor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 360 PS (265 kW) bei 7200 U/min 370 PS (272 kW) bei 7200 U/min 380 PS (279 kW) bei 7200 U/min 390 PS (287 kW) bei 7200 U/min
Drehmoment 360 Nm bei 6250 U/min 370 Nm bei 6250 U/min 380 Nm bei 6250 U/min 390 Nm bei 6500 U/min
Leergewicht 1140 kg 1140 kg 1140 kg 1150 kg

Porsche 997 GT3 Cup

Porsche 997 GT3 Cup

Die Cup-Version des Porsche 997 GT3 debutierte 2005 im Porsche Supercup und wird seit 2006 auch im Porsche Carrera Cup eingesetzt.

Der Gesamtabtrieb stieg im Vergleich zum Vorgängermodell um etwa 40 Prozent, was durch eine neue Frontpartie mit verstellbarem Spoiler sowie einen 60 mm breiteren und 35 mm höher stehenden Heckflügel erreicht wurde. Durch verstärkten Einsatz von Kohlefaser-Verbundstoffen blieb das Fahrzeuggewicht bei 1150 kg. Weiterhin wurden Luftanströmung und -abführung der Kühler und Bremsen verbessert. Die Motorleistung stieg auf 400 PS bei 7300 U/min und lieferte ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern bei 6500 U/min ab. Die Höchstdrehzahl lag bei 8200 U/min. Außerdem wurde nun ein sequentielles Sechsgang-Getriebe mit Zugkraftunterbrechung verbaut. Vom stärkeren 911 RSR wurden die Radträger übernommen. Auch die Keramikbremse wurde nun verwendet. Das Fahrzeug verfügt jedoch nicht mehr über ein Antiblockiersystem, da es in GT-Rennserien, wo der 911 GT3 Cup nun vermehrt zum Einsatz kommt, nicht erlaubt ist.

2008 wurde der 997 GT3 Cup überarbeitet. Dabei wurde die Motorleistung auf 420 PS und das maximale Drehmoment auf 420 Nm erhöht. Von diesem Fahrzeug sollen 265 Exemplare gebaut werden.[1] Für die Rennsaison 2009 sollen weitere 215 Exemplare gebaut werden.

Porsche 997 GT3 Cup S

Als neue Rennversion des 911 GT3 erschien 2008 der 997 GT3 Cup S. Das Fahrzeug basiert auf dem Straßensportwagen 997 GT3 RS und ist auf das Reglement der Gruppe GT3 aufgebaut. So kann der Wagen in internationalen Meisterschaften eingesetzt werden. Die Motorleistung wurde durch eine verbesserte Motorsteuerung und eine veränderte Abgasanlage um 420 auf 440 PS bei 8000 U/min gesteigert. Das maximale Drehmoment von 430 Nm liegt bei 7250 U/min an. Im Vergleich mit dem 997 GT3 Cup hat das Fahrzeug größere und breiter Räder. Der Anpressdruck ist aufgrund eines einstellbaren Frontsplitters und einem breiteren und höheren Heckflügels größer. Das Fahrwerk ist zu einem großen Teil mit dem des stärkeren 997 GT3 RSR identisch. Der Durchmesser der 355 mm großen Bremsscheiben an der Hinterachse fällt fünf Millimeter größer aus als beim 997 GT3 Cup.[2]

Modell Porsche 997 GT3 Cup Porsche 997 GT3 Cup S
Baujahr 2005–2007 Seit 2008 Seit 2008
Motor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 400 PS (294 kW) bei 7300 U/min 420 PS (309 kW) bei 7300 U/min 440 PS (324 kW) bei 8000 U/min
Drehmoment 400 Nm bei 6500 U/min 420 Nm bei 6500 U/min 430 Nm bei 7250 U/min
Leergewicht Carrera Cup: 1150 kg
Supercup: 1120 kg
1150 kg 1170 kg

Renneinsätze außerhalb der Markenpokale

Aufgrund seiner hohen Wettbewerbsfähigkeit bei vergleichsweise günstigem Preis finden Porsche 911 GT3 Cup, die ehemals im Carrera Cup und Supercup eingesetzt wurden, eine große Verbreitung in nationalen GT-Rennserien und im Breitensport.

Schon traditionell starten in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft und beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sehr viele Teams auf einem Porsche 911 GT3 Cup. Die Anzahl der teilnehmenden Fahrzeuge dieses Typs ist regelmäßig zweistellig.

Beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps waren in den letzten Jahren auch Gaststarter auf einem Porsche 911 GT3 Cup am Start. Seit Austragung von Rennen, bei denen mit GT3-Reglement gefahren wird, wie der FIA GT3-Europameisterschaft und der ADAC GT Masters, sind auch dort Porsche 911 GT3 Cup im Einsatz. Mit dem Porsche 911 GT3 Cup S gibt es seit 2008 ein speziell für Langstreckenrennen aufgebautes Fahrzeug auf GT3-Reglement, wodurch sich die Anzahl der teilnehmenden Fahrzeuge erhöht hat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.sportauto-online.de/marken/news/porsche-911-gt3-cup-reif-fuer-die-piste-1045142.html
  2. http://www.sportauto-online.de/motorsport/porsche-gt3-cup-s-neuer-elfer-fuer-die-rennstrecke-1047945.html

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