Bahnhof Oberursel-Stierstadt

Bahnhof Oberursel-Stierstadt

In der Stadt Oberursel (Taunus) gibt es drei Bahnhöfe und elf U-Bahn-Stationen. Die Bahnhöfe liegen in der Kernstadt sowie den Stadtteilen Stierstadt und Weißkirchen an der gleichen Bahnstrecke. Oberstedten ist der einzige Stadtteil ohne Anschluss an den Schienenverkehr, Bommersheim besitzt eine U-Bahn-Station.

Bahnhof Oberursel (Taunus)

Inhaltsverzeichnis

Oberursel

Am östlichen Rand der Kernstadt an der Homburger Bahn liegt der Bahnhof Oberursel (Taunus). Er wird von S-, U- und Taunusbahn angefahren.

Linien
Oberursel-Stierstadt S-Bahn 5
S-Bahn Rhein-Main
Bad Homburg
Frankfurt-Rödelheim Hessische Landesbahn SE 15
Taunusbahn
Bad Homburg
Oberursel Stadtmitte U-Bahn U3
U-Bahn-Strecke A
Oberursel-Bommersheim

Stierstadt

Haltepunkt Oberursel-Stierstadt
Künstlerisch gestaltete Unterführung

Stierstadt ist erst seit wenigen Jahren an den Schienenverkehr angeschlossen. 1998 wurde am Bahndamm der Homburger Bahn, der den Stadtteil östlich begrenzt, ein Haltepunkt mit dem Namen Oberursel-Stierstadt (Abkürzung: FOUS) errichtet. Die mit 96 Zentimetern Höhe einen barrierefreien Einstieg in die S-Bahn-Triebwagen ermöglichenden, 210 Meter langen Bahnsteige sind mit Treppen und je einer Rampe erreichbar. Neben der vorhandenen Brücke am Nordende wurde am Südende ein Bachdurchlass als Fußgängerunterführung hergerichtet und im Herbst 2007 künstlerisch gestaltet. Da der Haltepunkt kurz vor den Einfahrsignalen von Oberursel und Weißkirchen liegt, wurde an jedem Bahnsteigende ein Vorsignalwiederholer aufgestellt.

Die S-Bahn-Linie S5 hält hier in der Hauptverkehrszeit alle Viertelstunde, damit ist Stierstadt ein Bahnhof der Kategorie 4. Die Züge der Taunusbahn halten nicht.


Linien
Oberursel-Weißkirchen/
Steinbach
S-Bahn 5
S-Bahn Rhein-Main
Oberursel (Taunus)


Weißkirchen/Steinbach

Blick vom südlichen Ende

Direkt auf der Grenze der Städte Steinbach und Oberursel liegt der Bahnhof Oberursel-Weißkirchen/Steinbach (Abkürzung: FWN), früher Weißkirchen (Taunus). Es handelt sich um einen einfachen Bahnhof mit nur einem Gleiswechsel, der bei Streckenkilometer 12,3 auf 167,1 m ü. NN liegt.[1] Über den Bahnhof führt die Kurmainzer Straße (L 3006), die früher an Schrankenposten 9 die Bahnstrecke nieveaugleich kreuzte. Für Fußgänger wurde eine Unterführung angelegt; die Treppenaufgänge zur Straßenüberführung sind wegen Baufälligkeit gesperrt. Auch das Empfangsgebäude wurde mit dem Brückenbau in den 70er-Jahren abgerissen. Die Außenbahnsteige, die 76 Zentimeter hoch und 210 Meter lang sind, sind als Außenbahnsteige ausgeführt.

Blick von der Mitte aus, rechts das Stellwerksgebäude

Der Abstand der Gleise ist im Bahnhofsbereich größer als auf dem Rest der Strecke, da hier früher vor dem S-Bahn-Betrieb ein Mittelbahnsteig lag. Weiterhin war der Bahnhof mit Formsignalen ausgestattet und wurde 1977 an das Bad Homburger Zentralstellwerk angeschlossen, was die Aufstellung der heutigen Lichtsignale mit sich brachte. In Weißkirchen befindet sich auch heute ein kleines Relaisstellwerk. Es wird jedoch überwiegend von Bad Homburg aus ferngestellt. Signaltechnische Besonderheit sind die selten verbauten Gegengleisfahrt-Ersatzsignale.

Bedient wird der Bahnhof der Kategorie 4 in der Hauptverkehrszeit viertelstündlich von der S5. Die Züge der Taunusbahn fahren wie in Stierstadt durch - hier allerdings mit der Streckengeschwindigkeit 120 Kilometer pro Stunde.

Bahnhofsschild

Die Lage wurde dem Bahnhof mehrfach zum Verhängnis, denn er wurde schon zur Erbauungszeit auf der Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und der Provinz Hessen-Nassau, heute Gemarkungsgrenze von Oberursel und Steinbach, errichtet und ist etwa gleich weit von den Ortskernen von Stierstadt, Weißkirchen und Steinbach entfernt. Das Empfangsgebäude stand genau auf der Grenze zwischen Stierstadt, Weißkirchen (beide heute Stadtteile von Oberursel) und Steinbach. Warum der Bahnhof den Namen Weißkirchen (Taunus) erhielt, ist nicht bekannt; das Dorf Steinbach war damals hessisch, während Stierstadt und Weißkirchen zu Nassau gehörten, das sich offenbar bei der Namensgebung durchsetzte. Dieses kleine Kuriosum fand Eingang in die hessische Literatur mit dem Gedicht von Friedrich Stoltze „Salomonisches Urteil“, wo vorgeschlagen wird, wie und von wem der nach dem Griff in die Bahnhofskasse ertappte Dieb bestraft werden solle. Das Kuriosum wirkt aber auch noch bis ins späte 20. Jahrhundert fort. Es sind überwiegend Steinbacher Bürger, die den Bahnhof benutzen, der zudem fast ganz auf Steinbacher Gemarkung liegt. Dem wollte die Bahn Anfang der 1980er Rechnung tragen und den Bahnhof in Steinbach (Taunus) umbenennen. Den Steinbachern schien das nur logisch, aber in Weißkirchen – längst nach Oberursel eingemeindet – brach ein Sturm der Entrüstung los. Sogar mit dem Verwaltungsgericht wurde gedroht. Salomonisches Ende der Geschichte: Die S-Bahn-Haltestelle heißt heute Oberursel-Weißkirchen/Steinbach.[2]


Linien
Frankfurt-Rödelheim S-Bahn 5
S-Bahn Rhein-Main
Oberursel-Stierstadt


U-Bahn-Stationen

Der U-Bahnhof Oberursel Bhf vor dem Umbau
U-Bahn-Station Waldlust

Die frühere Gebirgsbahn, später Kleinbahn Heddernheim–Hohemark und heute U-Bahn-Linie U3, verläuft von Südost kommend nach Nordwest quer durch das Oberurseler Stadtgebiet. Die Besiedlung erstreckt sich überwiegend im Tal des Urselbachs, durch das vom Bahnhof zur Hohemark auch die U-Bahn führt. Somit ergeben sich insgesamt elf Stationen im Stadtgebiet.

Die Stationen Weißkirchen Ost und Bommersheim liegen in den jeweiligen Ortsteilen. Nach der Station Oberursel Bahnhof liegen alle Stationen in der Kernstadt. Oberursel Stadtmitte, ehemals Liebfrauenstraße, ist bereits barrierefrei ausgebaut. Alle anderen sollen bis zum Hessentag 2011 ausgebaut werden. Nach Oberursel Altstadt (vor Umbau Portstraße, davor Chaussee) und Lahnstraße folgte früher die Station Motorenfabrik, die aufgelassen wurde. Die auf Glöcknerwiese folgende Station Kupferhammer, an der die U-Bahn-Strecke eingleisig wird und die Hohemarkstraße quert, wurde wie die Stationen Rosengärtchen, Waldlust und Hohemark ebenfalls barrierefrei ausgebaut.

Einzelnachweise

  1. Weißirchen/Steinbach auf der Seite weiltalbahn.de
  2. Aus dem Artikel Homburger Bahn

Weblinks


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