- Wasserburg Liebstedt
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Wasserburg Liebstedt Ordensburg Liebstedt
Alternativname(n): Ordensburg Liebstedt Entstehungszeit: 900 bis 1000 Burgentyp: Niederungsburg Erhaltungszustand: Erhalten Ständische Stellung: Adlige, Grafen, Klerikale Bauweise: Naturstein/Backstein Ort: Liebstedt Geographische Lage 51° 2′ 47″ N, 11° 24′ 34″ O51.04638888888911.409444444444250Koordinaten: 51° 2′ 47″ N, 11° 24′ 34″ O Höhe: 250 m ü. NN Die Wasserburg Liebstedt, auch Ordensburg Liebstedt genannt, ist eine Ordensburg in der Berggasse 95 der Gemeinde Liebstedt im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.
Die Ordensburg Liebstedt ist die einzige Burg Europas und die einzige Ordensburg des Deutschen Ordens, die auf einer Straße errichtet wurde und den ursprünglichen Charakter als Durchgangsburg erhalten hat.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte und Anlage
Die Burg wurde ursprünglich im 10. Jahrhundert als Wasserburg erbaut und das Reichsgut Liebstedt wurde dem Kloster Quedlinburg übergeben und 1211 wurden die Herren von Liebstedt als Vögte des Klosters erwähnt, kam 1300 an das Kloster Pforte und 1304 an das Kloster Hersfeld. 1314 erwarben die Landgrafen von Thüringen die Burg und wurde Lehen des Grafen Heinrich von Beichlingen.
1331 kam die Burg an den Deutschen Ritterorden und errichtete eine Komturei, einen Verwaltungsbezirk , der Liebstedt, Goldbach und Wohlsborn umfasste. Das besondere an dieser einmaligen Burganlage ist die Lage. Sie wurde als Niederungsburg auf eine der bedeutendsten mittelalterlichen Fernhandelsstraßen, der Kupferstraße, errichtet. Deren Ursprünge reichen sogar bis in die Frühgeschichte zurück. Bis 1846 verband die Straße Jütland im Norden mit Venedig im Süden. Wer über diese Straße reiste, musste zwangsläufig durch diese Burg.
Einzigartig ist auch das Verteidigungssystem, ein 3-fach-Graben-Wallsystem, eine Kombination aus Wassergraben, Trockengraben und Wallanlagen. Die Wallanlagen umschlossen sogar den ganzen Ort. Der Wassergraben, gefüllt mit Schichtwasser umschloss die Kernburg, und bildete so eine künstliche Insel, die nur über zwei Zugbrücken mit Tortürmen erreichbar war. Der Wassergraben ist heute zum Teil wieder rekonstruiert und befüllt.
Eine weitere stilistische Besonderheit stellt die Backsteinbauweise dar. Bei einen tiefgreifenden Umbau im 15. Jahrhundert wurde die in diesen Breiten bis dato unbekannte Bauweise angewandt und verbreitete sich wohl von hier ausgehend, gefördert durch den Deutschen Ritterorden, in ganz Thüringen (Backsteingotik).
1815 wurde das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Eigentümer der Burg.
Der Komplex umfasst heute noch zirka vier Hektar. Die Vorburg, die als Wirtschaftshof (Remise für Kutschen und Wagen, Stallungen, Wohnungen für das Gesinde) diente, zeigt auch in der Scheune eine hierzulande eher unübliche Dachkonstruktion ohne vertikale Stützbalken.
Heutige Nutzung
Das gesamte Burggelände wird seit 1998 durch die Ordensburg-Gilde bewirtschaftet. Durch jährliche Veranstaltungen, wie das Mittelalterspektakel zu Ostern, das Gautschfest im August, das Kaisermanöver im September, wird die Burg wieder zum Leben erweckt und ist zu einem kulturellen Zentrum Thüringens geworden und kann auch für private Zwecke genutzt werden.
Siehe auch
Literatur
- Hans und Doris Maresch: Sehenswertes Thüringen - Burgen und Schlösser. Erfurt 1997.
- Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Gudensberg 2000.
Weblinks
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