Burg Rimpar

Burg Rimpar
Schloss Grumbach

Die Schloss Grumbach ist eine Burg in Rimpar und stellt die größte Sehenswürdigkeit des Ortes dar. Sie wurde bereits im 14. Jahrhundert erbaut, existiert noch immer und dient heute unter anderem als Heimat für ein Museum und zahlreiche Ausstellungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Dynastie der von Grumbacher, damals der von Grunbacher, wurde erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Sie hatte ihren Stammsitz in Burggrumbach, welches einen Ortsteil von Unterpleichfeld darstellt, und bauten vom 11. bis zum 12. Jahrhundert dort eine Burg. Die Familie starb jedoch im Mannesstamm 1243 mit Albert II. aus. Dessen Tochter war mit einem Grafen von Rieneck verheiratet, welcher dann die gesamten Besitztümer der Familie erhielt.

Wappen derer von Grumbach vor 1492

Graf Ludwig von Rieneck verkaufte 1328 zwei Drittel seiner Burg sowie seine gesamten Besitztümer in Burggrumbach, Rimpar, Kürnach und Bergtheim. Käufer war ein Ritter Eberhard aus dem Geschlecht derer von Wolfskeel, welcher sich aber später nach seinem Besitz von Grumbach nannte, was seine Nachfahren übernahmen. Die Familie gehörte dem Dienstadel an und hatte ein Wappen mit einem Mohr vor goldenem Hintergrund, der drei rote Rosen trägt.

Es existieren keinerlei Urkunden über den Bau einer Burg in Rimpar. Dennoch lässt sich feststellen, dass sie nicht vor etwa 1370 errichtet worden sein kann. Der Hinweis hierauf zeigt sich darin, dass die Wehrmauer mit Schießscharten für Schusswaffen ausgerüstet ist.

Erst im Jahr 1371 wird mit Horant von Grumbach erstmals ein im Rimpar lebender von Grumbach genannt. Das Schloss selber wird dagegen erst 1469 urkundlich erwähnt. Es geht dabei um einen Teilungsvertrag zwischen Heinz und Eberhard von Grumbach. Zu dieser Zeit wurden zwei aus der Rimparer Linie stammende Familienmitglieder bekannter: Fürstbischof Johann III. von Grumbach und Wilhelm von Grumbach. Während ersterer als wichtiges Relikt das fränkische Herzogsschwert hinterließ, diente Wilhelm von Grumbach, geboren 1503 im Schloss, unter zahlreichen Fürsten als Hofmarschall, Statthalter der markgräflichen Landschaft, Oberst der Krone und zahlreichen anderen Titeln. Ein unrühmliches Ende fand sein Aufstieg, als der Ansbacher Markgraf durch den Kaiser geächtet und er als Friedensbrecher bezeichnet wurde, obwohl dafür keine Veranlassung bestand. Damit begann grob gesehen die Grumbachsche Händel. Dennoch wurden auf Veranlassung des Fürstbischofs Melchior Zobel von Giebelstadt seine sämtlichen Güter konfisziert. Auch ein Versuch, sein Recht beim Kaiserlichen Rechtskammergericht einzuklagen, scheiterte. Wilhelm von Grumbach gibt an, damals in einem Jahr 17 000 Gulden verloren zu haben, was heute etwa drei Millionen Euro entspricht.

1558 wurde der Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt auf dem Weg zur Feste Marienberg von einer Gruppe Bewaffneter überfallen und von einem Knecht des Wilhelm von Grumbach erschossen. Höchstwahrscheinlich war dies nicht so, sondern eher eine Entführung geplant gewesen − wodurch Wilhelm von Grumbach seinen Besitz zurückerlangen hätte können. Sieht man von dessen Geständnis unter Folter im Jahr 1567 ab, gibt es jedoch heute keinen Beweis mehr für den Plan einer Entführung. Auf jeden Fall wollte der ehemalige Hofmarschall seine Güter um jeden Preis zurück, da er gar mit 1300 Mann die Stadt Würzburg zwischenzeitlich einnahm. Daraufhin erzwang er vom Domkapitel die Rückgabe seines Besitzes und wurde als Folge vom Kaiser mit der Reichsacht belegt. Von Grumbach musste zu dem ihm wohlgessinnten Herzog Johann Friedrich dem Mittleren nach Gotha fliehen, welcher ihn auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht auslieferte. Die Lage spitzte sich dahingehend zu, dass 1567 ein kaiserliches Heer vor Gotha zog und die Stadt einnahm. Der Herzog wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, von Grumbach gefoltert und anschließend umgebracht.

Die Reichsacht auf Wilhelm von Grumbach

Der Sohn Wilhelms namens Konrad von Grumbach, zahlte 1569 die Summe von 50 000 Gulden an das Hochstift Würzburg, um den Besitz seines Vaters zurückzuerlangen. In der Folgezeit aber verschuldete er sich immer weiter durch kostenreiche Investitionen und musste schlussendlich 1593, verschuldet mit etwa 250 000 Gulden, die Burg mitsamt dem gesamten Dorf Rimpar an Würzburg verkaufen.

Noch 10 Jahre, bevor mit Konrads Sohn Wilhelm die Rimparer Linie derer von Grumbach 1603 ausgestorben war, wurde die Grumbachsche Burg somit zur Landresidenz der Würzburger Fürstbischöfe umfunktioniert. Zum Teil waren die häufigen Besuche dabei begleitet von etwa 140 Personen des Hofstaates. Zwischen 1698 und 1739 sind 36 Aufenthalte des Bischofs nachweisbar; davon wurden 26 davon von einem Hofstaat bis 69 Personen und 10 von einem Hofstaat bis 160 Personen begleitet.

Im Jahr 1744 aber wurde die Burg von der Wernecker Landresidenz, soeben fertiggestellt, abgelöst und der Verfall der Gemäuer setzte ein.

So wurde in den Jahren 1780 bis 1793 der gesamte Westflügel eingelegt − mit dem entstandenen Schutt wurden die Untergeschosse der Türme, des heutigen archäologischen Museums und der Burggraben aufgefüllt − bevor der Einmarsch französischer Truppen 1796 weitere Abrissplanungen zunächst auf Eis legte. Diesem Zustand ist es wohl zu verdanken, wie verhältnismäßig gut die Burg heute noch erhalten ist; denn statt weiterem Verfall folgte im Jahr 1800 sogar eine Sanierung, bei der die welschen durch stumpfe Hauben ersetzt wurden und somit das heutige Aussehen entstand. Das 1806 gegründete königlich bayerische Forstamt Rimpar fand seine Heimat von Beginn an im Ostflügel. Erst 1971 wurde dieser wieder frei, als das Forstamt aufgelöst wurde.

Am 21. Juli 1980 schließlich kaufte Rimpar unter Bürgermeister Anton Kütt die Burg, welche sich bis dato im Besitz des Landes Bayern befunden hatte. Der Freundeskreis Schloss Grumbach entstand noch im selben Jahr. Ab 1984 konnte das Schloss nach Umbau und Sanierung als Rathaus genutzt werden, die Einweihung war am 18. Mai 1985. Seitdem folgte im Baulichen lediglich noch der Aufbau des Schlossmuseums, welcher mit der Einweihung des 25. Junis 2000 abgeschlossen war.

Architektur und Einrichtungen

Schlossmuseum

Das Schlossmuseum umfasst einerseits das Archäologische Museum und andererseits auch das Bäckereimuseum.

Das Schloss mit Tor

Das Archäologiemuseum bilden sechs Räume und ein Treppenturm, der allerdings nur teilweise erhalten ist. Dieser Teil, der 130 Quadratmeter Ausstellungsfläche beinhaltet, lag ursprünglich im Westflügel, der jedoch, wie oben erläutert, Ende des 18. Jahrhunderts bis auf wenige Räume im Untergeschoss eingelegt wurde. Mit der Schutträumung wurde erst 1980 durch den Freundeskreis begonnen.

Erst der dritte Antrag des Vereins auf einen Umbau der betroffenen Räume zum Museum wurde vom Marktgemeinderat Rimpar genehmigt, sodass 1995 damit begonnen werden konnte. Eine sorgfältige Suche während des Wegräumens von Schutt brachte über 70 Kartons mit bedeutsamen Relikten zu Tage, so etwa Keramikscherben, Stuckfragmente oder auch Messingteile. Nur ein geringer Teil wurde in unbeschädigtem Zustand vorgefunden, der größere Teil wurde vor der Ausstellung restauriert und repariert.

Das Ausstellungskonzept des Museums stammt vom 1. Vorsitzenden Edwin Hamberger. Der Eingangsbereich beherbergt Kasse und Aufstellung der voll erhaltenen Bildhauer-Werke des 17. und 18. Jahrhunderts sowie eine große Texttafel mit Informationen zu Entstehung des Museums und Geschichte des Schlosses. Die nachfolgenden Räume zeigen verschiedenste Gefäße aus Keramik und Glas, in einem anderen Raum wird die frühe Geschichte des Marktes Rimpar aufgezeigt. In diesem Raum befinden sich auch geborgene, alte Werkzeuge wie Sicheln, Bohrvorrichtungen und Spinnwirteln. Im Untergeschoss ist eine Zusammenstellung aus Ofenkacheln, Stuck und Malereien zu sehen sowie historische Lampen, Schlüssel und Münzen. Allgemein zeigt das Museum also nicht nur die Schloss-, sondern die Geschichte ganz Rimpars.

Das Bäckereimuseum entstand in den Jahren 1997 bis 2003, hier wird auf 150 Quadratmetern Ausstellungsfläche ein Abriss über die Geschichte des Bäckerhandwerkes gegeben.

Greiffenklausaal

Im Oktober jeden Jahres findet in diesem Saal, benannt nach Fürstbischof Johann Phillip von Greiffenklau, eine Sonderausstellung des Museums statt. Während der sonstigen Zeit finden sich hier große Teile der Fränkische-Trachten-Sammlung im Besitz des Freundeskreises sowie zeitweise Fotoausstellungen zu verschiedenen historischen Themen.

Rittersäle

Merkmal der Rittersäle, die bereits um 1550 entstanden, sind die stuckverzierte Decke und die Portale. Laut dem Freundeskreis Schloss Grumbach zählen sie damit zu den „schönsten Renaissancesälen Deutschlands[1]. Im großen Saal befindet sich ein großer Wappenfries der Herren des Schlosses, welcher zum Anlass der Hochzeit von Konrad von Grumbach mit Salome von Vellberg angebracht wurde.

Große Küche

Abgesehen von der zweiten Küche im Bereich der heutigen Gaststätte, gab es früher im Erdgeschoss des Westflügels eine weitere, größere Küche. Ihre Größe wird auf etwa 118 Quadratmeter geschätzt, wobei Nebenräume wie unter anderem Anrichte, Spülküche, Küchenstube, Ritterstube und Silberkammer nicht eingerechnet sind. Sie nahmen weitere 90 Quadratmeter ein. Im Kellergeschoss unter der Küche lag ein Weinkeller mit einem geschätzten Fassungsvermögen von 213 000 Litern [2]. Die beachtliche Größe der Küchenräume ist vor allem darauf zurückzuführen, dass selbst Fürstbischöfe im Schloss residierten.

Freundeskreis Schloss Grumbach

Ein Kreis von 18 Personen kam am 18. April 1980 im Haus Hamberger zusammen, um eine Interessengemeinschaft mit Bezug auf die das Schloss Grumbach zu bilden. Zu diesem Zeitpunkt überlegte der Markt Rimpar sich einen Kauf der Burg, er war jedoch noch nicht vollzogen. Bei der Zusammenkunft wurden die Ziele des entstehenden Vereins festgelegt. Die vorderrangige Aufgabe sollte die Erhaltung der Burg unter Mithilfe des Denkmalamtes sein. Ferner sollte das Schloss überregionale Bedeutung erlangen sowie weiter erforscht werden− unter anderem durch Schutträumung und Freilegung. Die Ziele wurden angenommen und Edwin Hamberger zum Vorsitzenden gewählt.

Ein weiteres Treffen fand am 17. Juli des gleichen Jahres statt; dabei wurde vor allem die offizielle Gründung am 16. September im Rittersaal des Schlosses besprochen und entschieden. In der Zwischenzeit war der Kauf durch die Gemeinde Rimpar erfolgt, wobei der Freundeskreis eine positive Beeinflussung durch seine Gründung für sich beansprucht [3].

Wie geplant wurde der Verein am 16. September am festgelegten Orte offiziell gegründet. In folgender Zeit brachte der Verein eine halbe Million Deutsche Mark an Spenden für Museum und Burg auf, erstellte die Museen selber und konnte fast 200 Veranstaltungen durchführen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. www.schloss-grumbach.de ; → Museum; → Rittersäle
  2. www.schloss-grumbach.de ; → Schloss; → Große Küche
  3. www.schloss-grumbach.de ; → Verein

Siehe auch


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