Irisches Koppel

Irisches Koppel

Das Irische Koppel ist eine Ornamentform des 11. Jahrhunderts, die auf gotländischen Grabkisten und auf Runensteinen überliefert wurde. Die mit Runen beschrifteten Schlangenleiber der Darstellungen werden von einem Ornament zusammengehalten, das diese Benennung erhielt. Der Name deutet zwar auf Kontakte mit Irland bzw. auf eine gleichzeitige Ornamentik auf der Insel hin, aber ein charakteristisches Koppel wurde in Irland bis heute nicht gefunden.

Das unterschiedlich geformte Ornament, ist im Koppelungsteil immer brezelförmig ausgebildet und weist auch Ähnlichkeiten mit der "französischen Lilie" auf. Die Frage, ob das Ornament seinen Ursprung im Westen hat ist ungeklärt. Die Ähnlichkeit der irischen Kunst mit der nordischen während dieser Epoche weist allerdings auf starke westliche Verbindungen hin, die sich aber deutlicher in den gotländischen Silberhorten erkennen lassen. Der Strom gemünzten Silbers von den Britischen Inseln nach Skandinavien, der durch systematische Brandschatzungen der Wikinger und die so genannten. Danegelder zustande kam, wurde durch Zierstücke und andere Gegenstände ergänzt. Eine große Menge des Silbers gelangte aus unbekanntem Grund nach Gotland. Ob das Dekor eine gleichlaufende Beeinflussungsrichtung aufzeigt ist angesichts des Koppels auf einen der ältesten Runensteine in Södermanland (Vagnhärad) völlig ungewiss.

S. Oehrl [1] sieht in dem Koppel ein Element der Fesselungsikonographie und hält es für ein apotropäisches Symbol. Dies bezeugt eine Positionierung über dem zugemauerten Kirchenportal von Lem Kirke in Støvring, in der Randers Kommune in Nordjütland, wo die "båndsløjfe" die übliche apotropäische Maske ersetzt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Vierbeinerdarstellungen auf schwedischen Runensteinen: Studien zur nordgermanischen Tier- und Fesselungsikonographie; de Gruyter Berlin/New York 2010

Weblinks


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