Landwirtschaftliche Feuerversicherungs-Genossenschaft Dresden (Gebäude)

Landwirtschaftliche Feuerversicherungs-Genossenschaft Dresden (Gebäude)
Das „Kaiser-Café“ in Dresden 1905
Der dreistufige Turm des Hauses war im Neo-Empire gestaltet.

Das Büro- und Geschäftshaus der Landwirtschaftlichen Feuerversicherungs-Genossenschaft (bekannt auch als „Kaiser-Café“) am Wiener Platz 1/Ecke Prager Straße, gegenüber dem Dresdner Hauptbahnhof wurde von September 1901 bis Oktober 1902 von Kurt Diestel mit Ostrinski als ausführendem Bauleiter errichtet. Das repräsentative Gebäude wurde 1945 zerstört.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Im Erdgeschoss waren an der Hauptfassade acht schmale Läden und ein Teil des Kaiser-Cafés untergebracht worden. Zum Hofe hin waren die Büroräume der Feuerversicherungs-Genossenschaft zu finden.

Das gesamte erste Obergeschoss wurde durch das bekannte Café und seine Nebenräume eingenommen. Im zweiten Obergeschoss waren Büros zu finden und im dritten Obergeschoss befanden sich zwei vornehme Wohnungen und zwei Einzelzimmer.

Es war ein fünfgeschossiges Eckhaus innerhalb einer geschlossenen Bebauung. Das Haus hatte eine abgeschrägte Gebäudeecke, deren beiden Ecken mit viergeschossigen Turmerkern mit oktogonaler Bekrönung und Aussichtsplattformen geschmückt wurden. Ein hohes Walmdach mit hohem kupfernen, dreistufigen Turm im Stil des Neo-Empire[1] von Georg Pöschmann über der abgeschrägten Gebäudeecke überhöhte die beiden Ecktürme.[2]

Seine beiden Fassaden bestanden aus Elbsandstein aus Postelwitz und in den oberen Teilen aus Cottaer Sandstein und wurden 1901 unter Einfluss des Wiener Jugendstils[3] mit einer reicher Dekoration, vom Bildhauer Reinhold König nach Entwürfen von Kurt Diestel, geschmückt. Das Kunstschmiedewerk wurde von der Firma Böhme & Heunen gefertigt.[4]

Kunstgeschichtliche Betrachtung

Kurt Diestels Kaisercafé nahm wegen seiner im Sezessionsstil gestalteten Fassaden „eine Sonderstellung … ein.“[3] Bemerkenswert auch der dreistufige über der abgeschrägten Gebäudeecke befindliche Turm. Er wurde im Stil des Neoempire[5] von Georg Pöschmann gestaltet. Daher gehörte „dieser monumentale, platzbeherrschende Repräsentationsbau … dem Neoempire ebenso an wie dem Sezessionsstil; mit dem Jugendstil hatte er wenig zu tun.“[6] Die Fassaden verzichteten „auf eine tektonische Gliederung, die Mauerflächen wurden durch reiche Dekoration belebt. Die Formen des Empire [waren] hier vom neuzeitlichen Kunstgeiste durchdrungen und zu einem völlig Neuen umgeschaffen.“[7]

Weblinks

 Commons: Kaiser-Café, Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Fritz Löffler: Das alte Dresden - Geschichte seiner Bauten. E.A.Seemann, Leipzig 1981, ISBN 3-363-00007-3.
  • Volker Helas: Architektur in Dresden 1800–1900. Verlag der Kunst Dresden GmbH, Dresden 1991, ISBN 3-364-00261-4.
  • Peter Haiko: Die Architektur des XX. Jahrhunderts - Zeitschrift für moderne Baukunst. Repräsentativer Querschnitt durch die 14 erschienen Jahrgänge 1901 bis 1914. Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen 1989, ISBN 3-8030-3039-0.
  • Volker Helas, Gudrun Peltz: Jugendstilarchitektur in Dresden. KNOP Verlag für Architektur - Fotografie - Kunst, Dresden 1999, ISBN 3-934363-00-8.
  • Deutsche Bauzeitung (DBz oder Dt. Bztg.), 30.Juli 1904, XXXVIII Jg. (38. Jahrgang), Nr. 61, S. 377.

Einzelnachweise

  1. Helas/Peltz, S. 202 (Wiener Platz1/Prager Straße. Landwirtschaftliche Feuerversicherung)
  2. Helas, S. 192 [Landwirtschaftliche Feuerversicherungsgenossenschaft. Wiener Platz 1/Prager Straße. 1901/1902 von Diestel.]
  3. a b Löffler, S. 416 und S. 464 (Diestel, Kurt) Architekt, Professor der Technischen Hochschule, Landwirtschaftliche Versicherung, Wiener Platz, Kaiser-Café, 1901/1902, S. 416, S. 419)
  4. Haiko, S. 78 Bildnr. 93 [1903, 38: K. Diestel Wienerstr. 13]
  5. Helas/Peltz, S. 202 (Wiener Platz1/Prager Straße. Landwirtschaftliche Feuerversicherung)
  6. Helas/Peltz, S. 26 Bildnr. 23
  7. Helas, S. 118
51.04097113.73247

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