Ossanna-Kreis

Ossanna-Kreis
Ossanna-Kreis

Der Ossanna-Kreis ist die Darstellung der Stromortskurve einer Drehstrom-Asynchronmaschine in der komplexen Ebene, veröffentlicht von Johann Ossanna 1899. Der Ossanna-Kreis ermöglicht eine relativ einfache Darstallung von Leistung, Drehmoment und Verlust einer Asynchronmaschine im Generator- und Motorbetrieb in Abhängigkeit vom Schlupf. Er gilt immer nur für das Betreiben einer Maschine mit einer Spannung, in der Regel der Nennspannung. Ändert sich die Spannung, so ändert sich der Durchmesser des Kreises.

Die folgenden Bezeichnungen entsprechen denen in Bild "Ossanna-Kreis".

Inhaltsverzeichnis

Ablesen der charakteristischen Werte

P0 bezeichnet den Leerlaufpunkt, P1 den reale Kurzschlusspunkt und P den idealen Kurzschlusspunkt (Läuferwiderstand = 0). Der Durchmesser ist die Strecke zwischen P0 und PΦ. Die Leistungsgerade ist die Strecke zwischen P0 und P1. Die Drehmomentgerade zwischen P0 und P.

Jeder Zustand der Maschine ist ein Punkt auf dem Ossanna-Kreis. Wählt man solch einen Punkt P aus und fällt das Lot auf den Durchmesser lassen sich sofort die Wirkleistung, das Drehmoment und die Verlustleistung bestimmen. Die Punkte B und C sind die Schnittpunkte mit der Drehmomentgeraden und der Leistungsgeraden. Die mechanische Wirkleistung Pm entspricht skaliert der Strecke zwischen dem Punkten P und C. Die Strecke zwischen P und B entspricht dem Drehmoment. Die Strecke zwischen B< und C beschreibt die in der Läuferwicklung entstehende Verluste.

Konstruktion des Kreises

Sind die komplexen Ströme von drei Arbeitspunkten der Maschine bekannt, so lässt sich der Kreis geometrisch aus diesen bestimmen.

Der Schlupf für jeden Punkt lässt sich mittels einer Schlupfgeraden bestimmen. Diese wird konstruiert, indem von einem beliebigen Punkt S auf dem Kreis eine Verbindung zu P gezogen wird. Eine beliebige zu dieser Verbindung parallele Gerade kann als Schlupfgerade genutzt werden. Die Achsenskalierung ergibt sich aus dem Punkt "0" (Schnittpunkt der Strecke zwischen P0 und S mit der Schlupfgeraden) und dem Punkt "1" (Schnittpunkt der Strecke zwischen P1 und S mit der Schlupfgeraden). Ansonsten ist die Schlupfgerade durch eine lineare Skala charakterisiert. Um von einem beliebigen Punkt P den Schlupf zu bestimmen muss zwischen P und S eine Gerade gezogen werden, deren Schnittpunkt mit der Schlupfgeraden auf ihrer Skala den Schlupf ergibt.

Literatur

Eckhard Spring: Elektrische Maschinen, Springer-Lehrbuch, 2006

Weblinks


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