DFW B.I

DFW B.I

Die DFW B.I und B.II der Deutschen Flugzeugwerke waren Mehrzweckflugzeuge der deutschen Luftstreitkräfte und der k.u.k. Luftfahrtruppen im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Mitte 1914 entwickelte der Konstrukteur Heinrich Oelerich von den deutschen Flugzeugwerken unter der Werksbezeichnung MD 14[1] einen zweisitzigen Doppeldecker, der mit seinen geschwungenen, nach hinten gebogenen Tragflächen deutlich an die "Etrich Taube" erinnerte, welche die DFW in einer eigenen Version als “Stahltaube” zuvor ebenfalls produziert hatten. Oelerich stellte mit der Maschine im Juli 1914 mit 8.150 m sogar noch den letzten Vorkriegshöhenrekord auf[2]. Der MD 14, militärisch als DFW B.I bezeichnet, besaß wie der Albatros B.I) dreistielig vertrebte Tragflächen, außerdem ein mit kleinen Kufen versehenes Fahrgestell und wurde von einen 100 PS Mercedes D.I-6 Zylinder-Reihenmotor angetrieben. Der Auspufftopf war an der rechten Seite des Motors angebracht, der Tank zentral auf die obere Tragfläche montiert, und die Wasserkühlung erfolgte über zwei am Rumpf angebrachte H & Z-Seitenkühler. Im vorderen Cockpit saß der Beobachter, dahinter der Pilot.

Die Weiterentwicklung B.II (Werksbezeichnung MRD) wies optisch keine Veränderungen auf. Das Flugzeug wurde zum Teil mit dem stärkeren Mercedes D.II ausgerüstet und vermutlich von vornherein mit Doppelsteuern rein für den Ausbildungseinsatz hergestellt.

Insgesamt wurden 1914-15 etwa 100 Stück beider Typen gebaut.

Einsatz

Der DFW B.I war zusammen mit der Aviatik B.I und der Albatros B.I ein typischer Vertreter der unbewaffneten B-Zweisitzer, die die deutschen Fliegerabteilungen und die k.u.k Fliegerkompanien 1914 an allen Fronten als zuverlässige „Arbeitspferde“ für Aufklärung und Erkundung verwendeten.[3]

Obwohl der B.I von den Fliegern auch wegen seiner gebogenen Flügel etwas ironisch Fliegende Banane genannt wurde, war er bei den Besatzungen beliebt; er war stabil, zuverlässig und hatte gutmütige Flugeigenschaften, war jedoch wehrlos gegen die immer häufiger auftretenden, mit MG bewaffneten Feindflugzeuge. Der unbewaffnete DFW B.II wurde nicht mehr zum Fronteinsatz verwendet, sondern von vornherein mit Doppelsteuer versehen ab 1915 ebenso wie die verbliebenen B.I hauptsächlich als Schulflugzeug eingesetzt.

Weiterentwicklung

Versuchsweise montierte man auch bei der DFW B.I ein MG auf die obere Tragfläche. Allerdings entwickelte DFW auf Basis der B.I den bewaffneten Zweisitzer DFW C.I.

Technische Daten

Kenngröße DFW B.I-II
Spannweite:  14,01 m
Länge:  8,38 m
Höhe:  2,99 m
Flügelfläche:  40,00 m²
Leergewicht:  650 kg
max. Startgewicht:  1.015 kg
Triebwerk:  ein wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor, Mercedes D.I mit 100 PS[4]
Bewaffnung:  keine[5]
Höchstgeschwindigkeit:  120 km/h
Dienstgipfelhöhe:  3.000 m
Steigzeit auf 800m:  10 min
Steigzeit auf 2.000m: 
Flugdauer:  4 h
max. Reichweite:  600 km
Stückzahl:  ca. 100
Besatzung 2


Quellen

Einzelnachweise/Anmerkungen

  1. MD = Militärdoppeldecker
  2. vgl. http://www.century-of-flight.net/Aviation%20history/aviation%20timeline/1914.htm
  3. Die beiden k.u.k.-Feldflieger Rudolf Holeka und Heinrich Kostrba brachten mit ihrem DFW B.I im August 1914 so wichtige Aufklärungsmeldungen zurück, dass sie dadurch schlachtentscheidend zu einem Abwehrerfolg gegen die Russen beitrugen. Beide wurden für ihre schneidigen Aufklärungsflüge mit dem Militärverdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet.
  4. B.II zum Teil mit 110 PS Mercedes D.II-Motor
  5. versuchsweise 1 MG auf der oberen Tragfläche montiert

Literatur

  • Angelucci, Enzo; Matricardi, Paolo: Flugzeuge von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9
  • Kens, Karlheinz; Müller, Hanns: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs 1914-1918, München 1973, ISBN 3-453-00404-3
  • Kroschel, Günter; Stützer, Helmut: Die deutschen Militärflugzeuge 1910-1918, Wilhelmshaven 1977
  • Munson, Kenneth: Bomber 1914 - 1919, Orell Füssli Verlag, Zürich (1968),
  • Nowarra, Heinz: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914-1918, München 1959
  • Pawlas, Karl: Deutsche Flugzeuge 1914–1918, Nürnberg 1976, Seiten 63-65, ISBN 3-88088-209-6

Weblinks

Siehe auch:


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