Dublette (Bibliothek)

Dublette (Bibliothek)

Eine Dublette oder ein Mehrfachexemplar (auch Doppelstück) ist im Bibliothekswesen ein mehrfach im Bibliotheksbestand vorhandenes Medium (z. B. Buch, Zeitschrift, CD, DVD). Weiterhin bezeichnet man mehrfach vorhandene Katalogisate (Datensätze in Bibliothekskatalogen) als Dublette.

Inhaltsverzeichnis

Dubletten im Bestand

Die Anschaffung von Mehrfachexemplaren ist häufig gewollt; vor allem bei sehr stark nachgefragten Medien wie beispielsweise Lehrbüchern in einer Lehrbuchsammlung. Bei Standardwerken wie zum Beispiel Wörterbüchern ist oft eines der Exemplare als Präsenzbestand nicht ausleihbar.

Bei der Deakzession von nicht benötigten Dubletten können diese anderen Bibliotheken angeboten werden. Diese Praxis ist jedoch nicht mehr so häufig, da aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Verwaltungsaufwand den Nutzen übersteigen kann. In diesem Fall werden die ausgesonderten Dubletten makuliert.

Für historische Buchbestände (etwa von Inkunabeln oder anderen Drucken der Frühen Neuzeit) können die gewöhnlichen Regeln der Deduplizierung nicht angewandt werden, da in der Provenienzforschung und für ähnliche Forschungsinteressen jedes einzelne Exemplar als Unikat verstanden wird und somit keine Dubletten existieren. Im weiteren Sinne gilt dies auch alle anderen mit Besitzvermerken und Anmerkungen versehenen Bücher. Vor einer Verschlankung des Bestands ist in solchen Fällen zumindest eine genaue bibliographische Beschreibung notwendig, die alle Besonderheiten der Exemplars darstellt.

Dubletten in Katalogen

Während die Unterscheidung von einzelnen Exemplaren im Katalog gewollt ist − beispielsweise für die Verwaltung der Ausleihe – sollen die Angaben auf der Ebene der Ausgabe und des Werkes im Rahmen der Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) möglichst zusammengeführt werden. Doppelt oder mehrfache Datensätze können ungewollt entstehen, wenn Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden oder wenn beim Anlegen eines neuen Datensatzes ein bereits vorhandener Datensatz nicht erkannt wird. Zur Erkennung von Dubletten besitzen viele Bibliothekssysteme Methoden der Duplikaterkennung. Damit wird die Verwaltung von Mehrfachexemplaren und die Neuerfassung eines bereits inventarisierten Exemplares verhindert. Die Zusammenführung verschiedener Quellen, in denen Dubletten vorkommen können, tritt im Bibliothekswesen unter anderem bei der Digitalisierung von alten Katalogen (Bandkataloge, Karteikarten etc.), bei der Datenübernahme in Gesamtkatalogen und bei Metasuchmaschinen auf.

Mit dem so genannten „Matchkey“ soll an deutschen Bibliotheken eine Methode zur Berechnung eines Hash-Wert für bibliographische Datensätze entwickelt werden, um Dubletten aufzufinden.[1]

Quellen

  1. Susanne Oehlschläger (Protokoll): Bericht von der 49. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 23. und 24. November 2005 in Köln. Deutsche Nationalbibliothek, S. 1 (PDF).

Literatur

  • Alice Keller: Deduplizieren. Die Kunst der Bestandsverschlankung. In: Medizin - Bibliothek - Information, 4. Jg. (2004), H. 2, S. 16 (PDF)

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