Duschkabine

Duschkabine
Duschkabine mit Schiebetüren

Die Dusche, eingedeutsche Schreibweise von frz. douche, von lat. ductio "Leitung" [1], synonym Brause, ist ein Bestandteil eines typischen modernen Badezimmers. Sie erlaubt zur schnellen, vollständigen Körperpflege die "Beregnung" mit kaltem oder warmem Wasser.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Seit Beginn der Zeitrechnung reinigte man sich, indem man Wasser über den Körper laufen ließ. Echte Duschen mit Wasserbehältern oder -zuleitungen gab es erstmals im alten Griechenland [2]. Bis zur allgemeinen Verbreitung der Dusche dauerte es aber noch eine ganze Zeit. Die ersten Duschen führten um 1860 französische Streitkräfte ein. Es war eine ökonomische Hygiene-Maßnahme, mit der man eine große Anzahl von Menschen in möglichst kurzer Zeit sauber bekommen wollte. Ab 1880 wurden Duschen als Einzelkabinen in Gefängnissen, Kasernen und Internaten verwendet und wenig später hielten sie Einzug in den öffentlichen Badeanstalten[3]. Einen weiteren Schritt zur Verbreitung der Dusche ging das preußische Militär 1879 mit dem Einbau von Großraumduschen in seinen Kasernen.

Verwendung

Das Duschen wird in der westlichen Welt vor allem unter dem Gesichtspunkt der täglichen Reinigung praktiziert, dient aber auch dem Wohlbefinden und der Entspannung. Duschen ersetzt heute in einem gewissen Umfang das Baden. Zahlreiche Wohnungen besitzen keine Badewanne mehr, sondern eine Duschkabine.

Übliches Zubehör zum Duschen sind Seife, ein Shampoo, Duschgel, Duschhaube, Rückenbürste.

Bauformen

Es gibt frei stehende Duschkabinen mit einer kleinen Wanne (Duschwanne, früher 15, jetzt meistens 6 cm Tiefe), aber auch Duschen, die in Badewannen integriert sind. Duschen werden durch wasserfeste Vorhänge (Duschvorhang), Schiebetüren oder auch schwenkbare Türen von der Umgebung abgegrenzt, um diese vor Spritzwasser zu schützen. Duschkabinen sind nach oben hin typischerweise offen. Die Wände sind meist gefliest und verfugt. Aufwändiger und teurer in der Ausführung sind ebenerdige Duschen. Hierbei sind Wand und Fußboden des Duschbereiches gefliest oder anderweitig wasserdicht verkleidet; der Boden ist zum Ablauf hin leicht geneigt. Diese Bauform ermöglicht auch die Nutzung mit Rollstühlen oder anderen Gehhilfen. Weitere behindertengerechte Anbauten können Sitzgelegenheiten und Haltegriffe sein. Offene Großraumduschen werden in Badeanstalten usw. eingerichtet.

Wassersystem und Luftfeuchtigkeit

Heutige Duschen haben häufig Massagebrausen, die mit Warm- und Kaltwasser aus einer Einhand- bzw. Einhebel-Mischbatterie gespeist sind.

Da vor allem beim Duschen mit warmem Wasser viel Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben wird, ist gutes Lüften des Raumes direkt nach dem Duschen erforderlich.

Wasser- und Energieverbrauch beim Duschen

In Deutschland werden durchschnittlich 25 Liter Wasser pro Minute und somit bei der im Schnitt 3 Minuten langen täglichen Dusche etwa 60 Liter Wasser verbraucht. [4]

Der Energieverbrauch beim Duschen liegt bei den meisten Privathaushalten an zweiter Stelle nach dem Heizen. Da der Verbrauch beim Baden rund drei mal so hoch ist wie beim Duschen, gilt "Duschen statt Baden" als eine der effizientesten Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen. Dies gilt freilich nur, wenn man im Schnitt wenige Minuten duscht. Wassersparende Duschköpfe können den Verbrauch um weitere 50% senken, was den CO2-Ausstoß eines Haushalts um rund 90 kg CO2 (8-12%) und die Energiekosten um 100 - 200 Euro pro Jahr senken kann.[5]. Neben den Energiekosten ermöglichen es diese Wasserspardusche gleichzeitig bei den Wasser und Abwasserkosten zu sparen, so dass sich der Einspareffekt noch verstärkt.

Gute Spülwirkung, etwa zum Ausspülen von Shampooschaum aus den Haaren bieten jene wassersparenden (Hand-)Duschköpfe, die den Wasserdruck effektiv in hohe Geschwindigkeit der Wassertropfen umsetzen. Als modern und wellness-förderlich werden neuerdings (2008 in Österreich) Brausen angepriesen, die aus einer größeren Fläche aus größeren Öffnungen große Tropfen "regnen" lässt. Hoher Wasser- und Energiebedarf sind die Folge, bei mäßiger Spülwirkung.

Nebenwirkungen

Zu häufiges Duschen in Verbindung mit Seife oder Duschbad kann zu einer Schädigung des Hautschutzmantels und zu einer partiellen Austrocknung der Haut führen.

Sonstiges

  • David Schmidt von der University of Massachusetts erforschte den Aspekt, warum Duschvorhänge nach innen wallen, und erhielt 2001 hierfür den Ig-Nobelpreis
  • Mit dem Lied Dusche landete Farin Urlaub im Jahr 2005 einen Hit.

Quellen

  1. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, zitiert nach [1]
  2. Wonders of the Past! Ancient Inventions, Peter James and Nick Thorpe, Ballantine Books, NY, 1994, pp. 460, zitiert nach [2]
  3. Zur Geschichte der Duschvorhänge zitiert nach Badratgeber.de[3]
  4. strom-und-wassersparer.de
  5. http://www.warmduschen.info

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