Forsaking All Others

Forsaking All Others
Filmdaten
Deutscher Titel: Heirate nie beim ersten Mal
Originaltitel: Forsaking All Others
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1934
Länge: 84 Minuten
Originalsprache: Englisch
Stab
Regie: W. S. Van Dyke
Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz nach dem gleichnamigen Stück von Edward Barry Roberts und Frank Morgan Cavett
Produktion: Bernard H. Hyman für MGM
Musik: Herbert Strothart
Kamera: George Folsey,
Gregg Toland
Besetzung

Heirate nie beim ersten Mal (OT: Forsaking All Others) ist ein US-amerikanisches Melodrama mit Joan Crawford, Clark Gable und Robert Montgomery in den Hauptrollen. Der Film ist ein gutes Beispiel für die exzellenten Produktionswerte, die MGM zur Verfügung standen.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Mary Clay, Tochter aus wohlhabendem Haus, steht unmittelbar vor der Hochzeit mit den Millionär Dillon Todd, den sie schon von Kindesbeinen an geliebt hat. Nur Stunden vor dem Gang zum Altar kommt Jeff Williams, Marys bester Freund zurück aus Europa, wo er viel Geld verdient hat. Jeff, der Mary seit Jahren heimlich liebt, will ihr einen Heiratsantrag machen. Er eilt auf das stattliche Anwesen der Clays und findet das ganze Haus in Aufregung. Als ihm wohlmeinende Freunde die Neuigkeiten überbringen, ist Jeff emotional verletzt, schweigt jedoch über seine Gefühle, um Mary nicht den Tag zu verderben. Er schickt Mary heimlich einen riesigen Strauß Kornblumen und sichert ihr ewige Freundschaft zu. In dem Moment platzt die Nachricht herein, dass Dillion mit einem Showgirl durchgebrannt sei. Beide hätten in Atlantic City geheiratet. Tief getroffen zieht sich Mary mit ihrer Tante Paula auf das luxuriöse Anwesen in den Hamptons zurück, um dort über den Verrat von Dill hinwegzukommen.

Nach einigen Wochen glaubt Jeff, seine Chancen ständen gut, Mary endlich den ersehnten Antrag zu machen. Er will sich gerade öffnen, als Tante Paula verkündet, Dill wäre wieder solo und er würde seinen Fehler zutiefst bereuen. Mary lädt ihn sofort ein, das Wochenende mit ihr zu verbringen. Jeff hält Mary vor, sich kindisch und unreif zu verhalten und nur eine ordentliche Tracht Prügel mit einer Haarbürste würde helfen, sie wieder zu Verstand zu bringen. Mary setzt sich über alle Bedenken hinweg, und die Dinge nehmen ihren Lauf. Dill kompromittiert Mary, beide wollen durchbrennen, als Mary endlich begreift, wen sie wirklich liebt. Sie eilt Jeff nach und steht mit einer Haarbürste in der Hand vor seiner Tür. Beide heiraten schließlich.

Hintergrund

Joan Crawford war noch in Stummfilmtagen als Darstellerin ausgelassener Mädchen, sog. Flapper in einer Serie von leichten Romanzen zum Ruhm gelangt. Zu Beginn der 1930er konnte sie ihren Status als Star durch den Rollenwechsel hin zur Heldin tränenreicher Melodramen weiter konsolidieren. Meist war Crawford als ambitionierte Frau zu sehen, die aus eigener Kraft die widrigen Umstände meistert und so den sozialen Aufstieg schafft und/oder durch Hartnäckigkeit ihr Glück mit einem Mann gegen jedes Vorurteil erkämpft.

Nach 1933 spezialisierte sich die Schauspielerin auf die Darstellung wohlhabender Frauen, die romantische Verwicklungen zwischen zwei Männern erlebt und am Ende das wahre Glück findet, vorzugsweise in den Armen von Clark Gable. Heirate nie beim ersten Mal ist wie die beiden anderen Filme der Schauspielerin aus dem Jahr 1934, Sadie McKee und In goldenen Ketten, ein typisches Beispiel für diese mit viel Aufwand produzierten Filme. Crawford durchlebte die emotionalen Krisen in einer nicht endenwollenden Abfolge von spektakulären Kostümen des MGM-Chefdesigners Gilbert Adrian mit ständig wechselnden Frisuren und vor opulenten Studiokulissen, die allesamt von Cedric Gibbons entworfen wurden. Die Kameraführung tauchte die Szenen mittels des von MGM bevorzugten weichen Oberlichts in eine luxuriöse, weich gezeichnete Aura von Wohlstand und Gediegenheit. Der hohe Stellenwert von Joan Crawford in der internen Studiohierarchie zeigt sich auch darin, dass ihr mit Clark Gable und Robert Montgomery gleich zwei der populärsten männlichen Stars von MGM an die Seite gestellt werden.

Die Schauspielerin beurteilte rückblicklend den Wert des Unterfangens realistisch:

Others war kein besonders guter Film, aber Clark war mit dabei sowie Bob Montgomery. Unbedeutend, aber angenehm.
Others wasn't a particularly strong picture, but there was Clark again, plus Bob Montgomery. Forgettable but pleasant.

Kinoauswertung

Der Film kam am 23. Dezember 1934 in den nationalen Verleih. Kosten von 392.000 US-Dollar machen aus Heirate nie beim ersten Mal eine durchschnittlich teure MGM-Produktion. Er spielt in den USA mit $ 1.399.000 eine sehr beachtliche Summe ein, was ein Indiz für die unverändert hohe große Popularität von Joan Crawford bei ihren Fans war. Mit den Auslandseinnahmen von $ 800.000 und einem kumulierten Gesamtergebnis von $ 2.199.000 konnte das Studio am Ende einen extrem hohen Gewinn von $ 1.132.000 realisieren, was aus Heirate nie beim ersten Mal den finanziell erfolgreichsten Film von Crawford bis dahin überhaupt machte.

Kritiken

Die meisten Kritiker waren wohlwollend gegenüber den Stars.

Variety, die führende Fachzeitschrift der Filmbranche, meinte:

Was die Darstellungen angeht, so ist das eine der besten von Miss Crawford. Sie ist immer glaubwürdig. Die nicht immer ganz ernsthafte Darstellung, die so oft ihre Auftritte kennzeichnet, feht dieses Mal. Es ist im Grunde eine eine Variation des ewigen Liebesdreiecks.
On the performance end, it is one of Miss Crawford's best. She is believable throughout. That tongue-in-cheek moralizing which often marks many of her sagas is largely missing. This is just a semi-rowdy, semi-drawing room eternal triangle.

Quellen und verwendete Literatur

  • Roy Newquist (Hrsg.): Conversations with Joan Crawford. Citadel Press, Secaucus, N.J. 1980, ISBN 0-8065-0720-9
  • Lawrence J. Quirk: The Complete Films of Joan Crawford. Citadel Press, Secaucus, N.J. 1988, ISBN 0-8065-1078-1
  • Lawrence J. Quirk, William Schoell: Joan Crawford. The Essential Biography. University Press, Lexington, KY. 2002, ISBN 0-8131-2254-6
  • Alexander Walker: Joan Crawford. The Ultimate Star. Weidenfeld & Nicolson, London 1983, ISBN 0-297-78216-9

Weblinks


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