Gebende

Gebende
Gebende, Anfang 14. Jahrhundert

Das Gebende (auch Gebände) ist eine mittelalterliche Kopfbedeckung für Frauen.

Ab dem 12. Jahrhundert wurde es Sitte, dass nur noch unverheiratete Frauen ihr Haar offen trugen. Verheiratete Frauen und alle weiblichen Personen beim Kirchgang hatten eine Kopfbedeckung zu tragen. Als eine der üblichen Kopfbedeckungen setzte sich das Gebende durch.

Das Gebende war ein Band aus Leinen, das um Ohren und Kinn geschlungen wurde, ergänzt um ein Stirnband, das häufig mit einer Borte verziert war. Ab dem 13. Jahrhundert wurde dann das Band auch mehrfach um Kopf und Kinn geschlungen. Zum Gebende konnte man ein Schapel oder eine Rise tragen. Das Gebende saß so straff, dass den Frauen mitunter dadurch das Öffnen des Mundes erschwert wurde. Es galt als unsittlich, das Gebende öffentlich zu lockern.

Das Haar wurde in Deutschland unter dem Gebende zu einem Zopf geflochten, während es in Frankreich in einem Nackenknoten getragen wurde.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ingrid Loschek, Reclams Mode- und Kostümlexikon, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1987. ISBN 3-15-010343-6

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