Alexandra Kostenjuk

Alexandra Kostenjuk
Alexandra Kosteniuk (Aufnahme von 2005)

Alexandra Konstantinowna Kostenjuk (russisch Александра Константинова Костенюк; * 23. April 1984 in Perm) ist eine russische Schachspielerin. Seit September 2008 ist sie amtierende Schachweltmeisterin und steht damit an der Spitze ihrer bisherigen Karriere. Auch bei den Männern errang sie 2004 den Großmeistertitel.

Inhaltsverzeichnis

Schachkarriere

Seit ihrem zweiten Lebensjahr lebt sie in Moskau. Im Alter von fünf Jahren erlernte sie das Schachspiel von ihrem Vater Konstantin Wladimirowitsch. Alexandra Kostenjuk machte schnell Fortschritte. Ihre ersten Erfolge feierte sie in Juniorenturnieren. Im Jahr 1994 gewann sie den ersten Europameistertitel bei den Mädchen unter 10 Jahren. Einen Monat später belegte sie den zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft der unter 10-Jährigen. Später gewann sie entsprechende Titel, so wurde sie zum Beispiel 1996 Weltmeisterin der Mädchen unter 12 Jahren.

Im Jahr 1997 erhielt sie im Alter von 13 Jahren den Titel Internationale Meisterin. Im Februar 1998 erreichte sie im Alter von 13 Jahren und zehn Monaten alle erforderlichen Normen für den Titel als internationale Frauengroßmeisterin, der ihr dann erst im November 1998 auf dem FIDE-Kongress bei der 33. Schacholympiade in Elista verliehen wurde. Im Jahr 2000 wurde sie Internationaler Meister der Männer (IM). Die erforderlichen Normen für den Titel als Großmeister der Männer (GM) erreichte sie 2004. Dieser Titel wurde ihr bei der 36. Schacholympiade in Calvià verliehen.

Bei den Chess Classics in Mainz 2002 spielte Kostenjuk einen Schnellschach-Wettkampf gegen Elisabeth Pähtz, den sie mit 6:5 gewann. Weitere Schritte in ihrer Karriere waren der Gewinn der Europameisterschaft 2004 sowie der Sieg bei der Russischen Meisterschaft 2005.

Alexandra Kosteniuk, EuroChess 2007

Im September 2005 gewann sie das Blitzturnier Golden Blitz in Moskau im Finale gegen Almira Skriptschenko. Bei einem Schnellschach-Turnier auf Schloss Villandry gewann Kostenjuk am 21. Oktober 2007 eine Partie gegen Laurent Fressinet nach 237 Zügen, was einen Rekord für die längste entschiedene Partie darstellt.[1]

Schachweltmeisterin

Alexandra Kostenjuk bei den Chess Classics im Jahr 2008

Alexandra Kosteniuk nahm frühzeitig Anlauf, den Titel der Schachweltmeisterin zu erringen. Bei der Weltmeisterschaft 2001 stand Kosteniuk erstmals im Finale, verlor dort jedoch gegen Zhu Chen den Wettkampf nach Tie-Break mit 5:3. Bei der Frauen-WM 2004 in Elista scheiterte Kostenjuk dagegen bereits in der zweiten Runde an Viktorija Čmilytė.

Im September 2008 erreichte ihre Laufbahn schließlich ihren bisherigen Höhepunkt. Bei der Weltmeisterschaft in Naltschik gewann sie den Titel durch ein 2½:1½ im Finale gegen Hou Yifan. Im Halbfinale hatte sich Kostenjuk zuvor gegen Pia Cramling durchgesetzt.

Die derzeitige Elo-Zahl Alexandra Kosteniuks liegt bei 2516 (Stand: Januar 2009). Damit ist sie 9.-10. in der Weltrangliste der Frauen. Ihre beste Platzierung in der Frauen-Weltrangliste war bisher der dritte Platz mit einer Elo-Zahl von 2540 im April 2006.

Im Jahr 2006 und 2008 gewann sie in Mainz außerdem die Chess960-Weltmeisterschaft der Frauen.

Autorin und Schachtrainerin

Parallel zum praktischen Schach konzentrierte sich Kosteniuk darauf, Schachbücher zu verfassen und als Trainerin zu wirken. Ihr erstes teilweise autobiografisches Werk How I became Grandmaster at age 14 wurde 2001 veröffentlicht und wurde bereits in drei Sprachen (Russisch, Englisch und Spanisch) übersetzt. Es ist ein Lehrbuch, in dem sie auch davon berichtet, wie sie selbst das Schachspiel erlernt hat. Im Juli 2003 schloss sie die Hochschule für Sport ab und ist seitdem geprüfte Schachtrainerin. Ihr zweites Buch, Play like a champion erschien 2007.

Familie und nichtschachliche Interessen

Alexandra Kosteniuk ist mit ihrem Manager Diego Garces (* 1959) verheiratet und wurde im Jahr 2007 Mutter einer Tochter. Ihre jüngere Schwester Oksana (* 1987) ist ebenfalls Schachspielerin.

Neben dem Schach verfolgt sie andere Interessen, darunter Poesie und Sport. Aufmerksamkeit erregte insbesondere ihre Neigung, wiederholt als Fotomodell für sich und den Schachsport zu werben. Daneben hat Kosteniuk auch in einem Film mitgespielt.

Einzelnachweise

  1. Bericht bei ChessBase, mit Video

Weblinks


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