Gustav-Landauer-Denkmal

Gustav-Landauer-Denkmal

Das Gustav-Landauer-Denkmal war ein zum Gedenken an Gustav Landauer im Jahre 1925 auf dem Münchner Waldfriedhof errichtetes Denkmal.

Geschichte

Der ersten Planungen dazu aus dem Jahre 1922 waren auf die Ideengebung einer Tochter Landauers zurückzuführen. Diese Idee wurde von der Münchner Arbeiterbörse der Gewerkschaft Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) aufgenommen und ausgeführt. Ab 1923 wurden aus aller Welt Spenden zur Verwirklichung gesammelt, vor allem von weiteren Ortsvereinigungen der FAUD. Aber auch manche prominente Geldgeberinnen standen auf der Liste: die Frauenrechtlerinnen Lida Gustava Heymann, Anita Augspurg und Helene Stöcker. Das Denkmal hatte Ausmaße von mehreren Metern Höhe und trug die Inschrift: Jetzt gilt es noch, Opfer anderer Art zu bringen, nicht heroische, sondern stille unscheinbare Opfer, um für das rechte Leben ein Beispiel zu geben. 1870 – Gustav Landauer – 1919. Eine Einweihungsfeier am 1. Mai 1925 mit dem geladenen Redner Rudolf Rocker wurde jedoch verboten, um den laut Polizeierklärung „zweifellos zu erwartenden Gesetzesverletzungen vorzubeugen“. In den Folgejahren versammelten sich dann Anfang Mai jeweils etwa 70 Personen am Denkmal, darunter Syndikalisten der FAUD und „Freie Sänger“.

Im Jahre 1933 wurde das Denkmal von den Nationalsozialisten zerstört.

Literatur

  • Helge Döhring: Damit in Bayern Frühling werde! Die syndikalistische Arbeiterbewegung in Südbayern von 1914 bis 1933. Verlag Edition AV, Lich/Hessen. ISBN 978-3-936049-84-8 (Kapitel Das Gustav Landauer Denkmal mit zeitgenössischen, nicht wieder veröffentlichten Texten zu Landauer, sowie zur Geschichte des Gustav Landauer Denkmals).

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