Hochgrab

Hochgrab
Tumba Elisabeth von Lothringen (Stiftskirche St. Arnual)

Eine Tumba ist ein freistehendes steinernes oder bronzenes Grabmal, das die Form eines Sarkophages hat, häufig mit Baldachin überbaut. Vom Sarkophag unterscheidet es sich dadurch, dass es keinen Leichnam enthält. Der Gebrauch dieses Terminus ist allerdings in dieser Hinsicht nicht immer ganz einheitlich. Bis zur Liturgiereform infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils war es in der katholischen Kirche allgemein üblich, dass bei Totenmessen (Requiem) eine hölzerne Tumba mit einem schwarzen Überwurf aufgestellt wurde. In der außerordentlichen Form des Römischen Ritus ist die Tumba wieder in Gebrauch.

Inhaltsverzeichnis

Kastentumba und Sockeltumba

Eine Tumba besteht gemeinhin aus vier Seitenplatten, und einer Deckplatte, was zu einer kastenartigen Wirkung des Aufbaus führt, die den Begriff „Kastentumba“ prägte. Unter dem leeren Kastenmonument erhebt sich an allen im Untersuchungsgebiet erhaltenen Monumenten ein Sockel. Hier scheint der Begriff der „Sockeltumba“ zutreffend:

  • Ein solches Monument stellt z.B. die Doppeltumba für Graf Günther XXV. von Schwarzburg († 1386) mit Gemahlin Elisabeth († 1381) dar (Arnstadt).

Die Fenstertumba

Die so genannte Fenstertumba bildet eine Variante der Kastentumba bzw. eine typologische Zwischenstufe auf dem Weg zum Tischgrabmal. Formal weitestgehend der Kastentumba vergleichbar, zeigen hier die Kastenwände eine oder auch mehrere Öffnungen, die einen Einblick in das Innere des Hochgrabmals gestatten.

  • An den Tumbawänden des Monuments für Landgraf Otto von Hessen († 1328) (Marburger Elisabethkirche) finden sich zudem unter einigen spitzbogigen Blendarkaden acht Pleureurs eingestellt. Einige Arkadenbögen bleiben jedoch offen und gewähren einen Ein– bzw. Durchblick in das Innere der Tumba. Sie ist leer.

Literatur

  • Jürgen Bärsch: Allerseelen. Studien zu Liturgie und Brauchtum eines Totengedenktages in der abendländischen Kirche, Aschendorff Verlag 2004, ISBN 3402040697
  • Hans Körner: Grabmonumente des Mittelalters, Darmstadt 1997
  • "Das steinerne Hochgrabmal (tombes levées): Kastentumba und Sockeltumba – Die Fenstertumba - ...", in: Helga Wäß, "Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen" (= Band 1), "Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts" (= Band 2, erfasst an die 1000 Monumente / teils mit Abbildung), Bristol u.a. 2006, S. 159 ff. und 292 ff. - ISBN 3-86504-159-0

Fußnoten


Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hochgrab des Erzbischofs Konrad von Hochstaden — Das Hochgrab in der Johanneskapelle des Kölner Doms Das Hochgrab des Erzbischofs Konrad von Hochstaden ist eine Grabstätte in der Johanneskapelle des Kölner Domes. Als Erzbischof und Initiator des Dombaus erhielt Konrad von Hochstaden einen… …   Deutsch Wikipedia

  • Preczlaus von Pogarell — Hochgrab des „Preczlaus de Pogrella“ im Breslauer Dom Hochgrab für Preczlaw von Pogarell Preczlaw von Pogarell (auch: Preczlaus, Przezislaus; polnisch: Przecław z Pogorzeli; tschechisch: Přeclav z …   Deutsch Wikipedia

  • Przeslaus von Pogarell — Hochgrab des „Preczlaus de Pogrella“ im Breslauer Dom Hochgrab für Preczlaw von Pogarell Preczlaw von Pogarell (auch: Preczlaus, Przezislaus; polnisch: Przecław z Pogorzeli; tschechisch: Přeclav z …   Deutsch Wikipedia

  • Meister von Frauenroth — Hochgrab des Grafen Otto und der Gräfin Beatrix in Frauenroth, Mitte des 13. Jahrhunderts Als Meister von Frauenroth wurde in der Kunsthistorik der gotische Bildhauer bezeichnet, der in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Hochgrab der Stifter des… …   Deutsch Wikipedia

  • Erminold — Hochgrab von Erminold Der selige Erminold von Prüfening († 6. Januar 1121) war der erste Abt des Benediktinerklosters Prüfening in Regensburg. Erminold selbst stammte wahrscheinlich aus einem schwäbischen Adelsgeschlecht. Er wurde schon als Knabe …   Deutsch Wikipedia

  • Preczlaw von Pogarell — Hochgrab des „Preczlaus de Pogrella“ im Breslauer Dom Hochgrab für Preczlaw vo …   Deutsch Wikipedia

  • Bolko II. (Oppeln) — Hochgrab Bolkos (rechts) und seines Bruders Boleslaw von Falkenberg in der St. Annen Kapelle im Oppelner Franziskanerkloster Bolko II. (auch Boleslaw II. von Oppeln; * um 1300; † 21. Juni 1356) war Herzog von Oppeln. Leben Bolko II. entstammte… …   Deutsch Wikipedia

  • Bolko II. (Oppeln-Falkenberg) — Hochgrab Bolkos von Falkenberg (links) und seines Bruders Bolko II. von Oppeln in der St. Annen Kapelle im Oppelner Franziskanerkloster Bolko II. von Falkenberg, auch Boleslaw (Boleslaus) II. von Falkenberg, polnisch Bolesław (Bolko) Niemodliński …   Deutsch Wikipedia

  • Grabmal Kaiser Friedrichs III. — Hochgrab Kaiser Friedrichs III. im Wiener Stephansdom Das Grab Kaiser Friedrichs III. ist ein monumentales Werk, das sich im Apostelchor der Domkirche St. Stephan zu Wien befindet. 1513 wurde der Leichnam Kaiser Friedrichs dort beigesetzt. Das… …   Deutsch Wikipedia

  • Grabstätten deutscher Kaiser — Diese Liste enthält eine Übersicht über die Grabstätten europäischer Kaiser, Könige und Regenten und deren Gemahlinnen sowie bedeutender Thronfolger seit dem Mittelalter. Die einzelnen Tabellen beginnen entweder mit der Ausrufung zum Königreich… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”