Lightpen

Lightpen
Verwendung eines Lichtgriffels an einem Computerterminal, 1969

Ein Lichtgriffel (engl. Light pen) ist ein Computer-Eingabegerät zum direkten Arbeiten auf einem Röhren-Bildschirm. Er wurde 1949 am Lincoln Laboratory (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt.[1] [2] (Manche Quellen sprechen von 1955; die erste CAD-Anwendung mit Lichtgriffel war 1963.)

Hält man das schmale, mit einem Fototransistor versehene Ende des stabförmigen Geräts auf den Bildschirm, so wird der beim Auftreffen des Elektronenstrahls auf der Leuchtschicht erzeugte „Lichtblitz“ (für das menschliche Auge als Dauerleuchten wahrzunehmen) in ein elektrisches Signal umgewandelt. Trifft der Elektronenstrahl dagegen an einer anderen Position als der des Lichtgriffels auf, bleibt der Fototransistor inaktiv. Anhand des Zeitpunktes des vom Fototransistor ausgelösten Signals, der Startzeit und der Geschwindigkeit des über den Bildschirm geführten Elektronenstrahls lässt sich schließlich die Position des Lichtgriffels durch den Computer berechnen; die Positionsbestimmung erfolgt demnach indirekt. Auf schwarzen oder sehr dunklen Bildteilen kann der Lichtgriffel wegen des fehlenden Lichtpulses nicht funktionieren.

Der Lightpen erlangte Anfang der 1980er Jahre eine gewisse Popularität, wurde jedoch einige Jahre später durch die wesentlich ergonomischere und in der Herstellung günstigere Computermaus verdrängt.

Auch die für heutige Computerspiele verwendete Lightgun (Lichtpistole) beruht auf dem gleichen Prinzip, verfügt jedoch zusätzlich über eine fokussierende Optik, um auch in größerer Entfernung zum Bildschirm dessen durch den Elektronenstrahl erzeugten „Lichtblitz“ erfassen zu können.

Auf modernen Bildschirmen (TFT, LCD, Plasma, 100-Hz-Röhre) ist der Lichtgriffel wegen des fehlenden oder nicht mehr zeitlich zuzuordnenden Lichtblitzes unbrauchbar.

Literatur

  • William Newman, Robert Sproull: Principles of Interactive Computer Graphics, S. 180–182, 199–204. McGraw-Hill, New York 1973, ISBN 0-07-046337-9

Einzelnachweise

  1. Lev Manovich: The Language of New Media (PDF)
  2. Wurster, Computers ISBN 9783822857298 S. 23

Weblinks

Prof. Dr. Andreas M. Heinecke, FH Gelsenkirchen – FB Informatik, Interaktive Systeme, Seite 18 (PDF)


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Lightpen —   [dt. »Lichtstift«] (Lichtgriffel), stiftförmiges Eingabegerät, in dessen Spitze sich ein Lichtsensor befindet. Der Lichtstift wird im Prinzip wie eine Maus benutzt, um Positionen, Elemente oder Befehle auf dem Bildschirm auszuwählen. Um… …   Universal-Lexikon

  • lightpen — light pen n. A small, photosensitive device connected to a computer and moved by hand over an output display in order to manipulate information in the computer. * * * …   Universalium

  • Lightpen — Eingabegerät meist zur Selektion von virtuellen Objekten am Bildschirm, meist Positionsbestimmung durch Taktfrequenz des Monitors bzw. Auswertung des Bildschirmsignals …   Acronyms

  • lightpen — ● ►en n. m. ►PERIPH Version anglaise de crayon optique …   Dictionnaire d'informatique francophone

  • lightpen — light·pen s.f.inv. ES ingl. {{wmetafile0}} TS inform. → penna ottica {{line}} {{/line}} DATA: 1981. ETIMO: comp. di light luce e pen penna …   Dizionario italiano

  • Lightpen — Light|pen [ laitpɛn] der; s, s <zu engl. light »Licht« u. pen »Schreibfeder«, eigtl. »Lichtgriffel«> Lichtstift zur direkten Eingabe am Computerbildschirm …   Das große Fremdwörterbuch

  • Lightpen — Eingabegerät meist zur Selektion von virtuellen Objekten am Bildschirm, meist Positionsbestimmung durch Taktfrequenz des Monitors bzw. Auswertung des Bildschirmsignals …   Acronyms von A bis Z

  • Fairlight CMI — The Fairlight CMI (Computer Musical Instrument) was the first polyphonic digital sampling synthesizer. It was designed in 1979 by the founders of Fairlight, Peter Vogel and Kim Ryrie, and based on a dual microprocessor computer designed by Tony… …   Wikipedia

  • File Retrieval and Editing System — For the English word fress derived from Yiddish, see List of English words of Yiddish origin. The File Retrieval and Editing SyStem, or FRESS, was a hypertext system developed at Brown University in 1968 by Andries van Dam and his students,… …   Wikipedia

  • Commodore 64 software — The Commodore 64 amassed a large software library of nearly 10,000 commercial titles, covering most genres from games to business applications, and many others. Contents 1 BASIC 2 Development tools 3 Modern Day Development Tools 4 …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”