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Wappen Deutschlandkarte Basisdaten Bundesland: Baden-Württemberg Regierungsbezirk: Stuttgart Landkreis: Esslingen Höhe: 311 m ü. NN Fläche: 40,47 km² Einwohner: 39.877 (31. Dez. 2007)[1] Bevölkerungsdichte: 985 Einwohner je km² Postleitzahl: 73230 Vorwahl: 07021 Kfz-Kennzeichen: ES Gemeindeschlüssel: 08 1 16 033 Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile Adresse der Stadtverwaltung: Marktstraße 14
73230 Kirchheim unter TeckWebpräsenz: Oberbürgermeisterin: Angelika Matt-Heidecker (SPD) Kirchheim unter Teck ist eine Stadt in Baden-Württemberg, im Südosten der Region Stuttgart etwa 25 km südöstlich von Stuttgart. Sie ist die viertgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.
Seit 1. April 1956 ist Kirchheim unter Teck Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Dettingen unter Teck und Notzingen hat die Stadt Kirchheim unter Teck eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Kirchheim unter Teck liegt nördlich des Albtraufs und dessen Vorbergen Teck, Breitenstein und Limburg im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb an der Einmündung der Lindach mit mehreren Nebenbächen in das Lautertal. Die Lauter erreicht von Dettingen unter Teck kommend im Süden das Stadtgebiet, durchfließt dann die Kernstadt (rechts die Altstadt), wendet sich dann nach Nordwesten, durchfließt den Stadtteil Ötlingen und verlässt das Stadtgebiet dann in Richtung Wendlingen am Neckar wieder, um dort in den Neckar zu münden.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kirchheim unter Teck. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Schlierbach (Landkreis Göppingen) sowie Ohmden, Holzmaden, Weilheim an der Teck, Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Nürtingen, Oberboihingen, Wendlingen am Neckar, Wernau (Neckar) und Notzingen (alle Landkreis Esslingen)Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck besteht aus der Kernstadt Kirchheim, den bereits 1935 eingegliederten Stadtteilen Lindorf und Ötlingen sowie den im Rahmen der Gemeindereform 1974 eingegliederten Stadtteilen Jesingen und Nabern. Alle vier Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt sie haben jeweils einen von der Bevölkerung bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist.
Lindorf
Ötlingen
Jesingen
NabernIn der Kernstadt Kirchheim werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Ein von der Kernstadt räumlich getrennter Stadtteil ist hingegen der „Schafhof“, der in den 1970er Jahren entstand.
Einwohner und Fläche der Stadtteile
- Kirchheim: 26.586 – 2.393 ha
- Ötlingen: 6.404 – 375 ha
- Lindorf: 1.504 – 262 ha
- Nabern: 1.882 – 443 ha
- Jesingen: 3.269 – 574 ha
Angaben Stand 30. Juni 2004
Raumplanung
Kirchheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Kirchheim gehören außerdem noch die Städte und Gemeinden im Südosten des Landkreises Esslingen (im Wesentlichen das Albvorland mit Lenninger Tal und Neidlinger Tal). Im Einzelnen sind dies Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Erkenbrechtsweiler, Holzmaden, Köngen, Lenningen, Neidlingen, Notzingen, Ohmden, Owen, Weilheim an der Teck und Wendlingen am Neckar.
Geschichte
Vormittelalterliche Siedlungsspuren können aus der Jungsteinzeit, der Kelten- und der Römerzeit nachgewiesen werden. Alamannische Reihengräberfriedhöfe belegen die Existenz dreier Siedlungen der Völkerwanderungszeit im Stadtgebiet.
Wenn auch die erste urkundliche Erwähnung von Kirchheim erst auf das Jahr 960 datiert, geht der Ort mit Sicherheit auf die alemannische Zeit des 6. – 7. Jahrhunderts zurück. Möglicherweise entstand die bestehende Siedlung im Zug der Christianisierung als Verdichtung der bestehenden Altsiedlungen gemeinsam mit der dem Heiligen Martin geweihten Kirche.
Im Jahr 960 gelangte Kirchheim in einem Tausch vom Bistum Chur in den Besitz Kaiser Ottos I., Mitte des 11. Jahrhunderts sind das Marktrecht und die Existenz einer königlichen Münzstätte überliefert.
Der Ort war im Besitz der Herzöge von Zähringen und ging von diesen 1186 an ihre Seitenlinie, die Herzöge von Teck über. Diese, seit 1252 genannt, trugen allerdings den Herzogstitel mehr als Familiennamen denn als Herrschaftstitel. Sie erhoben zwischen 1220 und 1230 die Marktsiedlung zur Stadt nach Freiburger Recht.
In einem längeren Prozess kam Kirchheim von 1303 bis 1386 aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten von den Herzögen von Teck über Österreich an Württemberg. Die Stadt wurde Sitz eines württembergischen Amtes, im 19. Jahrhundert des Oberamtes, und blieb es bis 1938. Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs wurde ab 1539 Kirchheim zur württembergischen Landesfestung ausgebaut, gleichzeitig entstand das herzogliche Schloss. Das heutige Erscheinungsbild ist vom Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1690 geprägt.
Während im 14. Jahrhundert noch der Adel der Herrschaft Teck im Stadtregiment eine führende Rolle spielte, brachte der Aufstieg des Bürgertums einen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem im Textilgewerbe und im Textilhandel. Aus diesen Anfängen entwickelte sich im 18. Jahrhundert die Textilindustrie, die dem 1819 errichteten Wollmarkt eine überregionale Bedeutung verschaffte. Das zog die weitere Ansiedlung von Färbereien und Textilbetrieben, schließlich auch von Unternehmen der Metallindustrie nach sich.
1864 erhielt Kirchheim Anschluss an die erste Privateisenbahn in Württemberg, die Linie Unterboihingen–Kirchheim.
Mit der Verwaltungsreform 1938 kam das Oberamt Kirchheim zum Landkreis Nürtingen.
Im Jahre 1945 wurden im Hasenholz-Wald Startrampen für das Raketenflugzeug Bachem Ba 349 „Natter“ errichtet. Diese gelten als die einzigen öffentlich zugänglichen, da die Rampe im Lager Heuberg, von der aus Lothar Sieber einen tödlichen bemannten Testflug unternahm, weiterhin in einem militärischen Sperrbezirk liegt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg, bedingt durch die Zuwanderung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die Einwohnerzahl der Stadt erheblich an. 1948 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 20.000, und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 erhielt sie kraft Gesetzes den Status einer Großen Kreisstadt.
Seit der Kreisreform 1973 gehört Kirchheim unter Teck zum Landkreis Esslingen. 1974 wurden zwei Nachbargemeinden eingegliedert. Damit erreichte die Stadt ihre heutige Ausdehnung.
Religionen
Die Bevölkerung von Kirchheim unter Teck gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat circus alpes, Landkapitel Kirchheim unterstellt. Da die Stadt schon früh zu Württemberg gehörte wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt. Daher war Kirchheim unter Teck über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. In jener Zeit wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck), dessen Dekanatskirche die Martinskirche ist. Die Kirchengemeinde Kirchheim unter Teck wuchs vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg infolge Zuzugs stark an und wurde daher geteilt. Es entstand die Christusgemeinde (Kirche von 1909), die Kreuzkirchengemeinde (Kirche von 1956), die Thomaskirchengemeinde (Kirche von 1967) und die Auferstehungskirchengemeinde (Kirche von 1972). Diese fünf Gemeinden der Kernstadt bilden zusammen mit der Kirchengemeinde Ötlingen (eigene Pfarrei seit 1834) und der Matthäuskirchengemeinde Lindorf (Kirche erbaut 1971, früher zu Kirchheim, dann zu Ötlingen gehörig) die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim unter Teck. Auch in den Stadtteilen Jesingen und Nabern wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Daher gibt es auch in diesen beiden Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine eigene Kirche. Alle evangelischen Gemeinden im Kirchheimer Stadtgebiet gehören zum Dekanat Kirchheim unter Teck innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Katholiken gibt es in Kirchheim unter Teck erst wieder seit dem späten 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1910 eine eigene Kirche St. Ulrich gebaut. Zur Kirchengemeinde gehören auch die Stadtteile Ötlingen und Lindorf sowie einige Nachbargemeinden. 1967 wurde in Kirchheim unter Teck eine zweite Kirche, Maria Königin, erstellt, zu deren Kirchengemeinde auch die Katholiken aus Jesingen und Nabern und einiger Nachbargemeinden gehören. Beide Kirchheimer Kirchengemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit 5 innerhalb des Dekanats Esslingen-Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Kirchheim unter Teck auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Kirchheim unter Teck vertreten.
Eingemeindungen
In die Stadt Kirchheim unter Teck wurden folgende Gemeinden eingegliedert:
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
Jahr Einwohnerzahlen 1600 ca. 2.500 1700 2.101 1763 2.911 1803 3.878 1843 5.372 1861 5.478 1. Dezember 1871 5.863 1. Dezember 1880 ¹ 6.632 1. Dezember 1890 ¹ 7.029 1. Dezember 1900 ¹ 8.235 1. Dezember 1910 ¹ 9.668 16. Juni 1925 ¹ 10.057 16. Juni 1933 ¹ 10.664 Jahr Einwohnerzahlen 17. Mai 1939 ¹ 13.260 1946 18.700 13. September 1950 ¹ 20.138 6. Juni 1961 ¹ 25.007 27. Mai 1970 ¹ 28.842 31. Dezember 1975 31.666 31. Dezember 1980 32.136 27. Mai 1987 ¹ 33.920 31. Dezember 1990 35.842 31. Dezember 1995 38.205 31. Dezember 2000 38.834 31. Dezember 2005 39.970 ¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 35 Sitze. Diese verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:
- CDU 10 Sitze
- SPD 8 Sitze
- FW 7 Sitze
- Grüne Alternative 5 Sitze
- FDP/DVP & Kirchheimer Bürgerliste KiBü 2 Sitze
- Frauenliste Kirchheim 2 Sitze
- Christliche Initiative Kirchheim 1 Sitz
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt Kirchheim unter Teck stand in früher Zeit ein Amtmann, später ein Obervogt. Dem standen Untervögte, Bürgermeister, Gericht und Rat zu Seite. Das Gericht war die Verwaltungsbehörde der Stadt. Seit dem 14. Jahrhundert bildete sich als Vertreter der Bürgerschaft ein Rat heraus. Dieser unterstand jedoch dem Gericht. Er war jedoch bei der Wahl der Bürgermeister beteiligt. Bürgermeister gab es meist zwei.
Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. April 1956 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.
Stadtoberhäupter seit 1819
- 1819–1832: Christian Ludwig Göckler
- 1832–1841: Philipp Gottlieb Osiander
- 1841–1849: Heinrich August Kübel
- 1849–1878: Johan Georg Heim
- 1878–1908: Ernst Michael Kröner
- 1908–1943: Andreas Marx
- 1943–1945: Reinhold Seeber
- 1945: Martin Schempp
- 1945–1975: Franz Kröning
- 1975–1988: Werner Hauser
- 1988–2004: Peter Jakob
- seit 2004: Angelika Matt-Heidecker
Wappen und Flagge
Das Wappen der Stadt Kirchheim unter Teck zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Blau ein mit Kesselrinken besetztes silbernes Kreuz (Kirchenspange). Die Stadtflagge ist gelb-blau.
Das Wappen wird schon lange geführt. Bereits 1295 ist es in den Stadtsiegeln belegt, wobei die württembergische Hirschstange erst später hinzukam. Das Wappensymbol wird auch als Kirchheimer Kreuz bezeichnet. Die Blasonierung des Wappens ist seit 1535 belegt. Die Stadtflagge wurde hingegen erst 1902 festgelegt.
Partner- und Patenschaften
- Kirchheim unter Teck unterhält seit 1967 mit Rambouillet in Frankreich und seit 1997 mit Kalocsa in Ungarn eine Städtepartnerschaft.
- Patenschaften bestehen seit 1953 für Freiwaldau-Gräfenberg in Tschechien und seit 1966 für Bulkes in Serbien; aus beiden Städten kamen viele Heimatvertriebene nach Kirchheim. Außerdem hat die Stadt die Patenschaft für das U-Boot U16 der Bundesmarine und die Boeing 737-500 mit der Registrierung D-ABIZ der Deutschen Lufthansa übernommen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Kirchheim liegt an der Teckbahn (Wendlingen am Neckar–Lenningen). Stündlich fährt eine Regionalbahn nach Oberlenningen und halbstündlich nach Wendlingen. Zudem gibt es mehrere Güterzüge nach Dettingen und Oberlenningen pro Tag. Haltepunkte an dieser Linie im Stadtgebiet sind Ötlingen, Kirchheim und Kirchheim-Süd. Die Strecke soll von Plochingen bis Kirchheim in das S-Bahn-Netz Stuttgart einbezogen werden. Der Abzweig der Teckbahn nach Weilheim ist seit 1982 außer Betrieb gestellt und somit auch die ehemaligen Bahnhöfe Kirchheim-Bohnau und Kirchheim-Jesingen. Der Güterverkehr auf diesem Abschnitt wurde 1986 stillgelegt. Im Stadtgebiet versorgen vor allem zahlreiche Buslinien den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).
Die Bundesautobahn 8 (Stuttgart–München) verläuft durch das südliche Stadtgebiet. Kirchheim ist über die Anschlussstellen Kirchheim-West und Kirchheim-Ost zu erreichen. Ferner führt die Bundesstraße 297 (Lorch–Tübingen) durch die Stadt. Hier beginnt auch die Bundesstraße 465 durch das Lenninger Tal nach Süden bis Leutkirch im Allgäu.
Medien
In Kirchheim unter Teck erscheint als Tageszeitung „Der Teckbote“, eine Regionalausgabe der Südwest-Presse.
Behörden, Gericht und Einrichtungen
Kirchheim unter Teck verfügt über eine Außenstelle des Finanzamts Nürtingen, eine Außenstelle des Landratsamts Esslingen, ein Notariat und ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Stuttgart gehört.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Kirchheim unter Teck der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
An Gesundheitseinrichtungen hat die Stadt ein Kreiskrankenhaus des Landkreises Esslingen. Darüber hinaus gibt es mehrere Sport- und Freizeiteinrichtungen, darunter ein Hallenbad, ein Freibad, 11 Sport- und Veranstaltungshallen, eine Skateanlage, einen Reitstall sowie 10 Stadien bzw. Sportplätze.
Bildung
In Kirchheim unter Teck gibt es ein Pädagogisches Fachseminar (zur Ausbildung von Lehrern), zwei allgemeinbildende Gymnasien (Schlossgymnasium und Ludwig-Uhland-Gymnasium), ein technisches Gymnasium (innerhalb der Max-Eyth-Schule) sowie ein Wirtschaftsgymnasium (innerhalb der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule), zwei Realschulen (Freihof- und Teck-Realschule), eine Förderschule (Konrad-Widerholt-Schule), vier Grund- und Hauptschulen bzw. Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Alleenschule, Eduard-Mörike-Schule Ötlingen mit Außenstelle Haldenschule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Jesingen und Raunerschule) sowie drei selbständige Grundschulen (Freihofschule, Grundschule Nabern und Konrad-Widerholt-Schule).
Der Landkreis Esslingen ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule – Kaufmännische Schule und Max-Eyth-Schule – Gewerbliche Schule) sowie des Carl-Weber-Schulkindergartens für Geistigbehinderte.
Die private Freie Waldorfschule, die Janusz-Korczak-Schule für Erziehungshilfe am Heim sowie Sonderberufsfachschule der Paulinenpflege und die private Krankenpflegeschule des Diakonissenmutterhauses Aidlingen am Kreiskrankenhaus runden das schulische Angebot in Kirchheim unter Teck ab.
Bei der Volkshochschule Kirchheim unter Teck e.V. gibt es seit 1947 ein vielfältiges Kursangebot; die DEULA bietet agrartechnische Fortbildungen an.
Für kleinere Kinder gibt es 49 Kindergartengruppen mit 1328 Plätzen, 5 Gruppen in Kindertagesstätten mit 85–88 Plätzen, 5 Gruppen in kirchlichen Kindergärten mit 75–81 Plätzen und 5 Gruppen in freien Kindergärten mit 119 Plätzen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kirchheim liegt an der Südroute der Deutschen Fachwerkstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.
Museen
- Städtisches Museum im Kornhaus
- Literarisches Museum im Max-Eyth-Haus
- Galerie im Kornhaus – Galerie für regionale und zeitgenössische Kunst
- Schlossmuseum mit acht Fürstenzimmern im Kirchheimer Schloss
Gedenkstätten
Am ehemaligen Pfarrhaus erinnern eine Gedenktafel und im Inneren ein Versammlungsraum an den erklärten Hitlergegner und protestantischen Pfarrer der Bekennenden Kirche, Otto Mörike.[2]
Bauwerke
Sehenswert ist die historische Altstadt von Kirchheim mit vielen Fachwerkhäusern, darunter das alte Rathaus (Wahrzeichen der Stadt) mit Kassettendecke und Mondphasenuhr. Ferner die Martinskirche, die evangelische Hauptkirche der Stadt, eine gotische Kirche, die erstmals 960 erwähnt und in der Mitte des 15. Jahrhunderts in der heutigen Form errichtet wurde, das Kornhaus, erbaut um ca. 1550, das Renaissance-Schloss von 1538-1560 errichtet sowie Reste der Stadtmauer und der Schlossgraben mit Bastion. Ferner das Max-Eyth-Haus (Geburtshaus von Max Eyth), eines der ältesten Gebäude der Stadt, das Wachthaus, das einzig erhaltene von ehemals vier Wachthäusern und das Spital aus dem 14. Jahrhundert.
Weitere evangelische Kirchen in der Kernstadt sind die Christuskirche von 1909, die Kreuzkirche von 1956, die Thomaskirche von 1967 und die Auferstehungskirche von 1972. Katholische Kirchen sind St. Ulrich von 1910 und Maria Königin von 1967.
Die namensgebende Burg Teck liegt einige Kilometer südlich von Kirchheim bei Bissingen (Teck).
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Evangelische Kirche Jesingen (neugotisch mit Resten aus dem 13. Jahrhundert), evangelische Kirche Nabern (spätgotisch mit freistehendem Turm, der 1870 einen Achteckhelm erhielt), Johanneskirche in Ötlingen (erbaut um 1600) und Matthäuskirche Lindorf (erbaut 1971).
Regelmäßige Veranstaltungen
- März: Märzenmarkt
- Juni: Haft- ond Hoka-Fescht
- Juni: Kirchheimer Musiknacht
- August: Kirchheimer Weindorf
- Oktober: „Goldene Oktobertage“
- November: Gallusmarkt
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt
- Internationaler Hahnweide-Segelflug-Wettbewerb
- Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide Anfang September (nur an ungeraden Jahren)
- Konzertreihe „Tasta-Tour“ (nur an geraden Jahren)
Sonstiges
Im Hasenholz, einem Waldgebiet an der Autobahn A 8 kurz vor Holzmaden, befinden sich einige Überreste von Startstellen für das Raketenflugzeug Bachem Ba 349.
Die Basketballer der "VFL Kirchheim Knights" spielen in der Pro A. Die Heimspiele werden in der Sporthalle Stadtmitte (Alleenschule) ausgetragen.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Kirchheim unter Teck hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
- 1815: Dr. Jakob Friedrich Weishaar
- 1873: Dr. Gottlieb Christian Friedrich von Hauff, Oberamtsarzt
- 1891: Karl Strölin, Rektor
- 1908: Ernst Kröner, Stadtschultheiß
- 1915: Friedrich Wilhelm Schönig, Rektor
- 1915: Dr. Julius Krauß, Oberamtsarzt
- 1919: Otto Ficker, Fabrikant
- 1933: Wilhelm Murr, Reichsstatthalter
- 1933: Christian Mergenthaler, württembergischer Ministerpräsident
- 1956: Andreas Marx, Bürgermeister
- 1960: Walter Jacob, Direktor
- 1975: Franz Kröning, Oberbürgermeister
- 1979: Jacqueline Thome-Patenôtre, Bürgermeisterin der Partnerstadt Rambouillet
- 1990: Karl Schmid, Verwaltungsangestellter
Söhne und Töchter der Stadt
- 1818, 3. Dezember, Christian Ehninger, Kaufmann, Landtagsabgeordneter 1883 bis 1895
- 1819, 18. November, Jakob Friedrich Schöllkopf, † 15. September 1899 in Buffalo/USA, Gründer der Niagara Falls Hydraulic Power Company
- 1836, 6. Mai, Max Eyth, † 25. August 1906 in Ulm, Ingenieur und Dichter
- 1842, 21. August, Paulus von Braun, † 16. November 1924 in Tübingen, Generalsuperintendent (Bischof) von Schwäbisch Hall, Landtagsabgeordneter
- 1862, 18. November, Gottlieb Kenngott, † 10. November 1945 in Esslingen am Neckar, Politiker (SPD), Mitglied der Weimarer Nationalversammlung, MdL (Württemberg)
- 1876, 24. März, Hermann Gustav Bayer, † 27. Juni 1928 in Berlin-Charlottenburg, Politiker, Landtagsabgeordneter
- 1888, 21. März, Wilhelm Mößner, geboren im Stadtteil Nabern, † 12. September 1955 in Stuttgart, Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter
- 1896, 3. März, Richard Lohrmann, † 1. Januar 1970, Forstmann und Naturschützer
- 1906, 25. August, Eugen Gerstenmaier, † 13. März 1986 in Oberwinter bei Remagen, Politiker (CDU), MdB, Bundestagspräsident
- 1907, 15. Oktober, Willy Schneider, † 24. November 1983 in Kirchheim unter Teck, Musikpädagoge, Komponist und Dirigent
- 1926, 20. Dezember, Kurt Rommel, Pfarrer und Dichter von Kirchenliedern
- 1931, 24. Mai, Klaus Croissant, † 28. März 2002 in Berlin, Rechtsanwalt, Sympathisant der RAF
- 1952, 3. Dezember, Uli Keuler, Kabarettist
- 1974, 24. September, Valerie Koch, Schauspielerin
- 1976, 20. Mai, Lado Fumic, Mountainbikefahrer
- 1979, 4. August, Astrid Hochstetter, Eiskunstläuferin
- 1982, 30. März, Manuel (Filip) Fumic, Mountainbikefahrer (Weltmeister und Olympiateilnehmer)
Persönlichkeiten, die in Kirchheim gewirkt haben
Berühmte Persönlichkeiten, die einen Teil ihres Lebens in Kirchheim verbracht haben:
- 1809, 17. Dezember, Adolf Hirzel, * in Künzelsau, † 17. Oktober 1898 in Kirchheim (Teck)), Oberamtspfleger in Kirchheim, Landtagsabgeordneter 1851 – 1856
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 51, ISBN 3-89331-208-0
Literatur
- Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 388-528.
- Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart, 1961
Weblinks
- Internetpräsenz der Stadt Kirchheim unter Teck
- Ansicht von Kirchheim unter Teck aus dem Forstlagerbuch von Andreas Kieser, 1685 (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
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