Lyrisches Drama

Lyrisches Drama

Das lyrische Drama ist ein Dramentyp, bei dem lyrische Elemente im Vordergrund stehen und dramatische in den Hintergrund gedrängt werden.

Nach antiker Auffassung ist Lyrik das Gesungene im Unterschied zu Drama und Epos. Ein lyrisches Drama ist also im Sprachgebrauch noch des 18. Jahrhunderts das gesungene (oder auf andere Weise musikalisierte) Drama. Drame lyrique ist vorab eine Operngattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Das Adjektiv "lyrisch" erscheint auch als Bezeichnung von Schauspielen und benennt damit nicht ausschließlich ihren Unterschied zur dramatischen Prosa. Zu den Charakteristika des lyrischen Dramas zählen eine gewisse Handlungs- und Figurenarmut ohne Wechsel des Bühnenbilds. Im Zentrum der Handlung steht das Innenleben der Hauptperson, wodurch sich eine Nähe dieser selbstbeobachtenden Theaterfigur zum lyrischen Ich ergibt. Ein Beispiel ist Der Tor und der Tod (1898) von Hugo von Hofmannsthal.

Literatur

  • Hans-Joachim Wagner: Lyrisches Drama und Drame lyrique: Eine Skizze der literar- und musikhistorischen Begriffsgeschichte. In: Archiv für Musikwissenschaft. 47. 1990, H. 1, S. 73–84.
  • Volker Deubel: Lyrisches Drama. In: Günther und Irmgard Schweikle (Hrsg.): Metzler-Literatur-Lexikon. Begriffe und Definitionen. 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 1990, S. 288-289. ISBN 3-476-00668-9.

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