Maarten Vries

Maarten Vries

Maarten Gerritszoon de Vries (* 28. Februar 1589; auch Fries oder andere Varianten) war ein niederländischer Seefahrer und Entdecker, wahrscheinlich aus Harlingen. Er arbeite lange in Taiwan als Kartograf.[1] Gouverneur-General Anthonie van Diemen war ein aktiver Vorstand der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC), der beabsichtigte, seine Kolonie zu vergrößern. Er schickte unter anderem Maarten de Vries aus, um das Gebiet östlich von Japan und die Küste der Tartarei zu erkunden. An Bord des Schiffes waren reichlich Männer und Lebensmittel, um eine neue Faktorei zu gründen.

Inhaltsverzeichnis

Expedition nach Nord-Japan 1643

Maarten de Vries war Kapitän des Schiffes Castricum, das im Februar 1643 zusammen mit der Breskens unter Hendrick Cornelisz Schaep von Batavia aufbrach. Wie schon Quast und Tasman 1639 sollten sie den Gerüchten von Gold- und Silberinseln auf den Grund gehen. Von Ternate aus stach die kleine Flotte am 4. April in See. Am 8. Mai 1643 wurden die Daitō-Inseln entdeckt und von ihren Entdeckern Breskens-Eylant benannt. Aber schon am 20. Mai verloren die Schiffe bei Hachijo Shima (290 km südöstlich von Tokio, Teil der Izu-Inseln) den Kontakt. Die Inseln wurden folglich Ungeluckich (Unglücksinsel) genannt.[2] Die Castricum unter Vries fuhr weiter östlich und erreichte am 5. Juni die Spitze von Honshu. Von dort aus ging es weiter nach Hokkaido und Iturup, das den Namen Staten Landt erhielt. Danach erreichte de Vries die Nachbarinsel Urup, die er Companijes-Eylandt nannte, durchfuhr die Proliv Friza (Fries-Straße) zwischen Urup und Iturup und erreichte die Aniwa-Bucht und die Taraika-Bucht auf Sachalin. Durch den dichten Nebel in dieser Zeit konnte er nicht erkennen, dass Sachalin und Hokkaido getrennt waren. Er verließ die Gegend im August und erreichte im Dezember 1643 Batavia.

Breskens

Stadmauer von Edo mit Wachtturm (1868)

Der kleineren Breskens erging es schlechter; im Sturm wurde sie vor die japanische Küste getrieben und endete in einer Bucht beim Dorf Yamada in der Nambu. Auf der Suche nach Trinkwasser und Essen gingen die Männer am 10. Juni 1643 an Land. Dort sind sie freundlich von den Fischern empfangen worden. Ohne Auftrag fuhr das Schiff sechs Wochen später nochmal in diese reizende Bucht. Abends wurde mit einem Samurai an Bord gefeiert. Wahrscheinlich waren auch einige Frauen dabei. Das Logbuch ist nicht erhalten geblieben, die Geschichte ist erst später aus mehreren Quellen konstuiert worden.[3] Den nächsten Tag, am 29. Juli, gingen neun unbewaffnete Mannschaften und der Kapitän Hendrick Cornelisz Schaep an Land, weil sie frisches Gemüse und Fisch bestellt hatten und (absichtlich) von zehn Frauen eingeladen wurden. Die Holländer wurden in einen Bauernhof geleitet, erhielten Reis und Sake und wurden anschließend von eine Menge japanischer Männer gefangen genommen. Mittlerweile hatte die Lage in Yamada sich geändert: die Behörde bekamen Angst wegen der strengen Gesetze. Die Japaner hielten sie für Spanier, da kurz zuvor ein Versuch spanischer Jesuiten entdeckt worden war, unbemerkt ins Land zu kommen. Man brachte sie in die Distrikthauptstadt Morioka und dann nach Edo.[4] Die Breskens fuhr am 31. Juli 1643 ohne Kapitän weiter und sank am 1. August 1646 in einer Seeschlacht in der Bucht von Tigaol).[5]

Die Manschaft wurden mit Hilfe von Dolmetschern aus Nagasaki befragt, dabei war auch der ehemalige Jesuit Christovão Ferreira (jap: Sawano Chûan). Der Vertreter der VOC in Japan Jan van Elserack konnte beim Shogun Tokugawa Iemitsu erreichen, dass die Seeleute am 8. Dezember 1643 zur VOC überstellt wurden.[6] Im Januar erreichten sie Dejima, und reisten erst in Oktober 1644 nach Taiwan. Unterwegs trafen sie die Castricum auf ihre Rückreise nach Batavia.[7]

Das Ergebnis seiner Reisen waren neue Karten von Hokkaido, den Kurilen und Sachalin (Weltkarte von Joan Blaeu 1645/46; Abb. 77). Perfekt war sein Werk nicht, Korea war auf seinen Karten als ein seltsam geformtes Land zu erkennen. Auch fehlte – wegen des Nebels – die La-Pérouse-Straße zwischen Hokkaido und Sachalin.

Einzelnachweise

  1. http://www.oud-harlingen.nl/martengerritz.html
  2. O.H.K. Spate: Monopolists and Freebooters. ISBN 978-0709923718, S. 39. 
  3. Prisoners from Nambu by R.H. Hesselink
  4. Philipp Franz von Siebold: Nippon. Archiv zur Beschreibung von Japan und dessen Neben- und Schutzländern jezo mit den südlichen Kurilen, Sachalin, Korea und den Liukiu-Inseln. Band II, S. 136ff. 
  5. Geschichte der Breskens (niederl.)
  6. Wolfgang Michel: Travels of the Dutch East India Company in the Japanese Archipelago. Abgerufen am 19. Dezember 2008. (engl.)
  7. 8 November 1643 - 24 November 1644 (Volume Eight). Abgerufen am 19. Dezember 2008. (engl., Tagebuch von Jan van Elserack, Dechima)

Literatur

  • R.H. Hesselink: De gevangenen uit Nambu. ISBN 9789057301308 (Geschichte der Breskens in Japan). 
  • Paul Teleki: Atlas zur Geschichte der Kartographie der Japanischen Inseln. Budapest 1909 (mit Reiserouten holländischer Entdecker). 
  • Maarten Gerritszoon Vries, Philipp Franz von Siebold, Instituut voor de taal-, land- en volkenkunde; F. Muller (Hrsg.): Reize van Maarten Gerritsz: Vries in 1643 naar het noorden en oosten van Japan. 1858 (PDF, 13,7 MB ; Stand: 19. Dezember 2008). 

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Maarten Vries — Maarten Gerritszoon de Vries Carte italienne de 1682, montrant le cap d Aniva (Capo di Aniwa), le cap Patience (Capo di Patienza), la Terre des États (Isola di Stati), et le détroit de Vries (Stretto di Vries). Comme De Vries n a pas découvert le …   Wikipédia en Français

  • Maarten Gerritszoon de Vries — (* 28. Februar 1589 in Harlingen; † Ende 1647 unweit Manilla; auch Fries oder andere Varianten) war ein niederländischer Seefahrer und Entdecker aus Harlingen. Er arbeitete lange in Taiwan als Kartograf.[1] Gouverneur General Anthonie van Diemen… …   Deutsch Wikipedia

  • Maarten Veldhuis — (Goes, 17 June 1956) is a Dutch singer songwriter and musician. Biography Veldhuis is raised in Deventer. In 1976 he moves to Amsterdam to read History and English at the University of Amsterdam. In Amsterdam he meets Dolf Planteijdt and gets… …   Wikipedia

  • Vries Strait — or Miyabe Line is a strait between two main islands of the Kurils. It is located between the northeastern end of the island of Iturup and the southwesthern landhead of Urup Island, connecting the Sea of Okhotsk on the west with the Pacific Ocean… …   Wikipedia

  • Maarten Gerritsz Vries — Mapa italiano de 1682, que muestra, arriba a la dcha., el cabo de Aniva, el cabo de la Paciencia, Staten Island (Isola di Stati) y el estrecho de De Vries. De Vries no tuvo la suerte de descubrir ni el estrecho de La Pérouse ni el estrecho de… …   Wikipedia Español

  • Maarten Gerritsz Vries — Cape of Aniva, Cape of Patience, Staten Island (Isola di Stati), and Strait of de Vries all seen on this Italian map from 1682. As the map shows, de Vries did not have a chance to discover either La Pérouse Strait or the Strait of Tartary, the… …   Wikipedia

  • Vries — De Vries ist ein häufiger Nachname in den Niederlanden. Folgender Personen tragen ihn: Abraham de Vries (* um 1600; † 1650 oder 1662), niederländischer Maler Adriaen de Vries (* um 1545 oder um 1560; † 1626), niederländischer Bildhauer Anne de… …   Deutsch Wikipedia

  • Maarten Gerritszoon de Vries — Carte italienne de 1682, montrant le cap d Aniva (Capo di Aniwa), le cap Patience (Capo di Patienza), la Terre des États (Isola di Stati), et le détroit de Vries (Stretto di Vries). Comme De Vries n a pas découvert le détroit de La Pérouse et le… …   Wikipédia en Français

  • Martin Gerritson de Vries — Maarten Gerritszoon de Vries Carte italienne de 1682, montrant le cap d Aniva (Capo di Aniwa), le cap Patience (Capo di Patienza), la Terre des États (Isola di Stati), et le détroit de Vries (Stretto di Vries). Comme De Vries n a pas découvert le …   Wikipédia en Français

  • De Vries — Family name Pronunciation Dutch: [də ˈvris] Meaning The Frisian Region of origin Netherlands Language(s) of origin …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”