Atlaskorrektur

Atlaskorrektur

Vitalogie (aktuelle Bezeichnung des Verbandes diplomierter Vitalogisten, Schweiz "Straight Vitalogy") ist eine Methode zur „Pflege“ von Wirbelsäule und Nervensystem, die ursprünglich aus der Chiropraktik entstanden ist. Peter Huggler brachte diese Methode 1981 aus den USA (Palmer College) mit in die Schweiz. Huggler war Chiropraktiker und betrieb seine Praxis in Biel und Interlaken in den Jahren 1966 bis 1981. Wissenschaftliche Veröffentlichungen liegen nicht vor; die Methoden haben keine Anerkennung in der wissenschaftlichen Medizin gefunden. Die Krankenkassen und die meisten Privatversicherungen tragen daher die Kosten nicht.

Die Vitalogie/Straight Vitalogy konzentriert sich auf den ersten Halswirbel, den Atlas. Gemäß den Aussagen der Vitalogie/Straight Vitalogy können sich bereits minimale Fehlstellungen und Verschiebungen (vertebrale Subluxation) dieses Wirbels auf die Gesamtstatik der Wirbelsäule und die Funktion des Nervensystems auswirken. Fehlstellungen an der Wirbelsäule sollen den Informationsfluss zwischen Gehirn und Zellen stark beeinträchtigen, so dass eine Fehlfunktion der Zellen provoziert werden kann. Dadurch werde der gesamte Organismus gestört und infolgedessen würden sich Krankheiten entwickeln. Durch eine gezielte Adjustierung (Einrichten) des Atlas soll eine Eigenkorrektur des Wirbels eingeleitet werden, der die Stellung der Wirbelsäule und damit auch die Nervenimpulsversorgung des Körpers günstig beeinflussen soll.

Einerseits behaupten einige Anwender der Methode, alle Arten von Krankheiten (selbst Sehstörungen und Multiple Sklerose) beeinflussen zu können, andererseits legt der Berufsverband und die Ausbildungsstätte der Vitalogisten Wert auf die Feststellung, dass sie keine Symptombehandlung, sondern ausschließlich Gesundheitsvorsorge betreiben. Schweizer Kommentatoren vermuten, dass diese Einschränkung genau wie die Umbenennung einer klassischen chiropraktischen Methode dazu dient, das geltende Therapieverbot zu umgehen. In der Schweiz dürfen nur Ärzte und staatlich diplomierte Chiropraktiker (Chiropraktoren) Kranke behandeln. Aus diesem Grund wurde die Ausübung der Vitalogie im Kanton Aargau verboten.[1]

Zu Wirksamkeit und Risiken der Vitalogie liegen derzeit keine wissenschaftlichen Publikationen vor.[2] .

Inhaltsverzeichnis

Varianten

  • Vitametik beschreibt sich als ganzheitliche Gesundheitspflege zur Entspannung von Muskulatur, Wirbelsäule und Nervensystem. Sie ist eine eigenständige und in sich geschlossene Behandlungsmethode für alle stress-, bzw. verspannungsbedingten Beschwerden, wie z. B. Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Beinlängendifferenz. Sie zielt dabei nicht auf die Korrektur des Atlas-Wirbels ab, sondern setzt einen gezielten Entspannungsimpuls in der seitlichen Halsmuskulatur, um den Körper zur Entspannung anzuregen. Die Behandlung kann auch bereits bei Kindern mit Schulstress und Entwicklungsstörungen, wie z. B. verlangsamter Sprachentwicklung und Sehstörungen Therapie begleitend angewandt werden.[3] In Deutschland bildete sich im Jahr 2000 der Berufsverband für Vitametik (R) e. V. mit dem Ziel dem Beruf des Vitametikers rechtliche Anerkennung zu verschaffen. Diese erfolgte mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, Niedersachsen, vom 20. Juli 2006. Danach ist für eine Tätigkeit als „Vitametiker“ keine Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 des Heilpraktikergesetzes erforderlich. Das heißt, dass ausgebildete und dem Berufsverband für Vitametik e. V. angehörende Vitametiker weder der Bestallung als Arzt noch der Erlaubnis als Heilpraktiker bedürfen.[4]. Daher können Tätigkeiten im Namen der Vitametik auch von medizinischen Laien durchgeführt werden[5], Diagnosen dürfen in diesen Fällen nicht gestellt werden.
  • Ein ehemaliger Schüler Hugglers, Walter Landis, bietet eine abgeänderte Form der Vitalogie im Kanton Aargau auch unter dem Namen Atlasologie an.
  • Als Atlas-Orthogonal-Technik bezeichnete der Amerikaner Roy Sweat 1981 seine Variante.
  • Atlasprofilax ist eine Methode des Schweizers René Claudius Schümperli, entwickelt 1993 - 1996.

Literatur

  • Volker Hoffmann: "Vitametik – Eine Antwort auf Stress“, Art und Grafik Verlag 2000, 2005 ISBN 3-927389-32-3

Quellen

  1. Der Verband Schweizer Chiropraktoren zum Thema, 1998
  2. Vgl. PubMed zu Vitalogy bzw. Vitalogie
  3. www.Gesundheitstrends.de, Vitametik-Behandlung auch bei Kindern
  4. http://www.dbovg.niedersachsen.de/Entscheidung.asp?Ind=0500020040001858%20LC Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg (rechtskräftig), 2006
  5. http://www.berufsrecht-aktuell.de/32/

Weblinks

Gesundheitshinweis
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