Pferdekuss

Pferdekuss

Der Pferdekuss (auch: Eisbein, Schenkler, in Bayern: Negerboandl, in Österreich: Schenkerl, Eisenbahner oder Tschekapuff) bezeichnet umgangssprachlich eine Prellung meist am Oberschenkel. Der Pferdekuss entsteht durch die äußere stumpfe Gewalteinwirkung auf die Körperoberfläche (Tritt, Stoß, Aufprall), hier den Tractus iliotibialis, den seitlichen Oberschenkel. Bei der Prellung kommt es zur Zerstörung von Gewebe, ohne dass die darüber liegende Haut verletzt wird. Da die straffe Sehnenplatte des seitlichen Oberschenkels dem Druck eines Hämatoms nur bedingt nachgibt, sind Prellungen in diesem Bereich besonders schmerzhaft. Die Akutversorgung erfolgt in der Regel nach dem PECH-Schema: Pause, Eis (Kühlung), Compression (zum Beispiel Druckverband), Hochlagern.

Der Pferdekuss entsteht vor allem bei Bewegungssportarten insbesondere beim Fußball und Handball, wenn das Knie in den Oberschenkel des Gegners gerammt wird.[1] Schwere Formen des Pferdekusses können zum Kompartmentsyndrom führen und im Extremfall einen chirurgischen Eingriff (Fasziotomie) erfordern.[2]

Ursprünglich dürften wohl die von den Hufen austretender Pferde ausgelösten kreisförmigen sichtbaren Hämatome namensgebend gewesen sein.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. K. Steinbrück: Orthopädisch-Traumatologische Impulse für die Sportmedizin, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 55, Nr. 12 (2004)
  2. Notoperation bei Nationalspieler Christian Ziege, Frankfurter Allgemeine Sport, 29. Dezember 2002
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