Präsolutréen

Präsolutréen

Als Blattspitzen-Gruppen wird eine Übergangsindustrie der Altsteinzeit zwischen dem Mittel- und Jungpaläolithikum von etwa 50.000 bis 35.000 v. Chr. bezeichnet. Die Gruppen lebten in Teilen des heutigen Deutschland, so die Altmühlgruppe in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In Tschechien und Ungarn findet sich die ebenfalls zu den Blattspitzengruppen gezählte Kultur des Szeletien.

Namensgebend sind die Werkzeuge dieser Gruppen, die Blattspitzen, die Baumblättern ähneln. Typisch sind flächenhaft bearbeitete, große lorbeerblatt-, kleine buchenblatt- und lange, schmale weidenblattförmige Spitzen. Daneben finden sich langovale Blattformen und Schaber aus Feuerstein. Geprägt wurde der Begriff durch Gustav Schwantes. Synonym wird neben Altmühlgruppe auch der Begriff Präsolutréen verwendet, da es morphologische Ähnlichkeiten in den Werkzeugen gibt.

Es gibt keine Skelettfunde, die eindeutig der Blattspitzengruppe zuzuordnen wären, deshalb ist unklar, ob die Träger Neandertaler oder frühe Homo sapiens waren.

Siedlungsspuren und Werkzeuge fanden sich bevorzugt in Höhlen.


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