Revenahe

Revenahe

Revenahe und Kammerbusch sind Ortsteile der Gemeinde Sauensiek in Niedersachsen und liegen im Süden des Landkreises Stade, in der Samtgemeinde Apensen. Zwischen beiden Orten gibt es keinen klare Trennung, sie gehen ineinander über.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die beiden Dörfer Revenahe und Kammerbusch liegen auf der Stader Geest westlich von Buxtehude. Früher als "Inseln im Moor" gelegen, sind von den ehemals die Dörfer umgebenden Hochmooren nur noch Reste erhalten. Bei Revenahe entspringt die Ramme.

Naturschutzgebiet

Nahe Revenahe-Kammerbusch, teilweise auch in der Gemarkung Beckdorf gelegen, sind zwei Hochmoorflächen als das Naturschutzgebiet "Moor bei Revenahe" ausgewiesen. In diesen finden sich wertvolle Bestände seltener Moorpflanzen z.B. dem Sonnentau.[1]

Geschichte

Herkunft der Ortsnamen

Für die Herkunft des Namens Revenahe gibt es verschiedene Erklärungen. Die in alten Urkunden zu findende Schreibweise "Revenha" weist mit der Nachsilbe "ha" auf eine Höhe hin, hier wohl eine Erhebung aus dem umliegenden Moor. Eine andere Schreibweise, "Revena" oder auch "Revenah", deutet mit den Nachsilbe "a" oder "ah" auf Wasser oder einen Fluss hin. Hiermit könnte der Bach Steinbek gemeint sein, der nahe Revenahe entspringt. Nach einer dritten Deutung hat Revenahe seinen Namen von der alten Bezeichnung für den benachbarten Forst Harselah erhalten. Dieser hieß früher "Deppenrehmen" oder auch kurz "Rehmen". Die im Plattdeutschen heute noch gebräuchliche Bezeichnung "Remnoh" würde dann einen Ort bezeichnen, der dem Rehmen nahe liegt.

Der Name "Kammerbusch" rührt vermutlich von der bildhaften Beschreibung einer von auffallenden Gebüsch und Bäumen umstandenen Ansiedlung auf einer Geestinsel im Moor her.

vorgeschichtliche Besiedlung

Zeugen eine jungsteinzeitlichen Besiedlung findet man in der Region z.B. bei den Hünenbetten von Grundoldendorf. Rund um Revenahe und Kammerbusch sind Grabhügel aus der Bronzezeit zu finden, von denen die meisten jedoch inzwischen eingeebnet sind. Erhaltene Grabhügel befinden sich nördlich der Landstraße 127 etwa auf Höhe des Friedhofs. Dort wurden schon um 1910 archäologische Grabungen durchgeführt.

Spätere Geschichte

Erste Erwähnung finden die beiden Orte in historischen Berichten über die Vertreibung des Raubritters Heinrich von Borch aus seiner Burg im Dannsee. Revenahe und Kammerbusch werden dort als Vorwerke dieser Burg bezeichnet. Die erste urkundliche Erwähnung finden beide Dörfer im Vörder Register, das auf Anordnung des Erzbischofs von Bremen um das Jahr 1500 erstellt wurde. Im weiteren Verlauf unterstanden die beiden Dörfer dem Gericht auf den Delm.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Neben den am Ort ansässigen Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben stellt das Sägewerk in Revenahe den Hauptarbeitgeber dar. In Revenahe befindet sich außerdem ein Landmaschinenhandel. Ein Großteil der Erwerbstätigen sind Pendler.

Verkehr

Revenahe wird durch die Kreisstraße 53 mit Wiegersen und Harsefeld verbunden. Durch Kammerbusch führt die Landstraße 127 von Apensen nach Ahrensmoor. Am Ortsausgang Richtung Ahrensmoor befindet sich eine Kreuzung beider Straßen. Seit der letzten Erweiterung des Tarifgebiets befinden sich Revenahe und Kammerbusch im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes.

Öffentliche Einrichtungen

In Revenahe gibt einen Kindergarten mit 2 Gruppen.

Literatur

  • Dr. Klaus Bredehöft: Inseln im Moor. Aus der Geschichte von Revenahe-Kammerbusch, Kammerbusch 1984

Einzelnachweise

  1. Das Naturschutzgebiet "Moor bei Revenahe" beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

53.4146111111119.54988888888897Koordinaten: 53° 25′ N, 9° 33′ O


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