Richwin (Bischof von Naumburg)
- Richwin (Bischof von Naumburg)
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Richwin von Naumburg (auch: Rihwin, Rivin, Ruwin; † 13. April 1125 in Naumburg) war ein Bischof von Naumburg.
Leben
Richwins Herkunft ist nicht bekannt, er tritt 1103 als Naumburger Kleriker in Erscheinung, ist von 1118 bis 1122 Domherr in Naumburg und steht dem Naumburger Moritzstift sehr nahe. 1123 wird er als Bischof von Naumburg ernannt und von Rudgar von Veltheim ordiniert. Während seiner kurzen Amtszeit hat er sich für die Nutzung des Forstes Mahlen bei Kayna eingesetzt, weihte die Klosterkirche in Bosau, nimmt am Begräbnis von Wiprecht von Groitzsch 1124 teil und verstirbt im Folgejahr selbst.
Die Grabplatte des Bischofs Richwin befindet sich in der Moritzkirche von Naumburg. Sie entstand posthum um das Jahr 1260. In einfacher Ritzzeichnung wurde die Gestalt des Bischofs in die Sandsteinplatte gezeichnet (Größe der Platte: 2,10 m x 0,90 m). Folgender Inschriftentext verweist auf das Gedächtnis des Bischofs: "ANNO IN CARNATIONIS DOMINICE M C XX V INDI - ACOE III ID' A(PRIL) (= 13. April 1125)O PJE MEMOIE RIWIN' NUENBGN EPC." [1] Ebenfalls ist dort eine Abbildung von ihm als Ritzzeichnung erhalten, sowie am Südfenster des Naumburger Doms im Westchor, aus dem 13. Jahrhundert.
Literatur
- Heinz Wiessner, Ernst Devrient: Das Bistum Naumburg. Bd. 2, S. 760–762, 1997 Walter de Gruyter ISBN 3110155702
- Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen (= Band 1), Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts (= Band 2), Bristol u.a. 2006, ISBN 3-86504-159-0
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Wäß 2006, Bd. 2, S. 473
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