Thüga AG

Thüga AG
Thüga AG
Thüga-Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 22. Mai 1867
Unternehmenssitz München, Deutschland
Unternehmensleitung

Vorstandsvorsitzender:
Ewald Woste

Mitarbeiter ca. 600[1] (2006)
Umsatz 311 Mio. Euro (2005)[1]
Branche Energieversorger
Website

www.thuega.de

Die Thüga AG (ehemals Thüringer Gas AG ) ist ein deutscher Energieversorger mit Sitz in München. Der Konzern besteht überwiegend aus Minderheitsbeteiligungen an regional tätigen Versorgern, die sich mehrheitlich noch in kommunaler Hand befinden, und durch Thüga zu einem Netzwerk zusammengeschlossen werden. Thüga selbst gehört zum E.ON-Konzern, der 100 Prozent der Unternehmensanteile besitzt. Im Jahr 2005 erwirtschaftete Thüga selbst einen Umsatz von 320 Mio. Euro, hinzu kommen Einnahmen von 293 Mio. Euro aus den gehaltenen Beteiligungen. Die gesamten mit Thüga assoziierten Unternehmen erwirtschafteten im selben Zeitraum einen Umsatz von 13,4 Milliarden Euro, beschäftigten 22.400 Mitarbeiter und versorgten rund 3,8 Mio. Gaskunden sowie rund 3,3 Mio Stromkunden mit Energie[2].

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Thüga geht zurück auf die 1867 in Gotha (Thüringen) von Theodor Weigel gegründete Thüringer Gasgesellschaft. Zunächst erwarb das Unternehmen zwei Gaswerke in der Nähe von Leipzig und begann mit der Gasversorgung der im Zuge der Industrialisierung aufstrebenden sächsischen Großstadt. Bald schon wurde der Unternehmenssitz nach Leipzig verlegt, von wo aus der weitere Ausbau der Gasversorgung in Sachsen vollzogen wurde.

Um 1900 zählte die Thüga zu den größten Gasversorgern im Deutschen Reich mit Schwerpunkt auf Sachsen und Thüringen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg expandierte die Thüga nach Bayern und betrieb ein großes Gasfernversorgungsnetz. Ab den 1920er Jahren errichtete die Thüga auch Gasanlagen in Niedersachsen, Baden und Württemberg. Nach der Übernahmen der Rheinische Wasserwerks Gesellschaft (rhenag AG, heute zu 66,67% RWE und zu 33,33% RheinEnergie AG) sowie der Aktiengesellschaft für Licht- und Kraftversorgung (LUK) wurde Thüga 1930 selbst von der Preussische Elektrizitäts AG und der sächsischen Elektra AG (die später zur PreussenElektra fusionierten und nach dem Zweiten Weltkrieg in der staatlichen VEBA bzw. ab 2000 in der E.ON AG aufgegangen sind) übernommen. Während den 1930er Jahren betrieb die Thüga ein beinahe das gesamte Deutsche Reich abdeckendes Gasnetz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Besitzungen und Fernleitungen in der Sowjetischen Besatzungszone sowie den Deutschen Ostgebieten enteignet und der Unternehmenssitz nach Köln verlagert. In der Folgezeit wurde die schwer kriegsbeschädigte Gasinfrastruktur zügig wieder aufgebaut, einen Schwerpunkt bildete nun Bayern, wo sich die Thüga an zahlreichen regionalen Energieversorgern und Stadtwerken beteiligte. 1972 übernahm Thüga erstmals eine Minderheitsbeteiligung an einem größeren deutschen Stadtwerk, der Freiburger Energie- und Wasserversorgungs-AG (heute Badenova), seit den 1970ern folgen weitere Anteilskäufe nach diesem Muster.

1979 fusioniert das Unternehmen mit seiner Tochter LUK, verlegte seinen Unternehmenssitz nach München und firmierte fortan unter Thüringer Gas AG. Mitte der 1980er Jahre bestand der Konzern aus 27 Beteiligungen an regionalen Versorgern, das eigene Gasgeschäft rückte zunehmend in den Hintergrund. 1986 wurde der Unternehmensname auch offiziell in die bereits gebräuchliche Abkürzung Thüga AG umbenannt, wodurch auch die Abkehr vom einstigen Kerngeschäft Gas verdeutlicht werden sollte. Zwischen 1991 und 1996 investierte die Thüga rund 1,1 Milliarden DM in ehemals staatliche ostdeutsche Energieversorger, vornehmlich im einstigen Stammgebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 1998 übernahm die Thüga 24 Prozent der Frankfurter Mainova AG.

Im Jahre 2000 kam es im Zuge der Konsolidierung des deutschen Energiemarktes, insbesondere durch die Zusammenschlüsse von Viag und VEBA zur E.ON AG sowie VEW und RWE zur neuen RWE AG, zu großen Beteiligungsverschiebungen und kartellrechtlich erzwungenen Umstrukturierungen. Die Kölner rhenag AG mitsamt zahlreicher Beteiligungen, an der Thüga und RWE beteiligt waren, wurde aufgespalten und zwischen beiden Konzernen aufgeteilt. Am 2. Juli 2001 übernahm die Thüga gegen eine Kapitalbeteiligung von 18,9 Prozent an der Thüga AG das Gasgeschäft der Contigas Deutsche Energie AG, die sich seitdem auf ihr Stromgeschäft konzentriert. Das Beteiligungsportfolio der Thüga wurde wesentlich verändert, der Konzern ist nun in Deutschland Minderheitsgesellschafter an rund 110 Unternehmen, davon sind gut 90 Energieversorger. Nachdem sie zunächst als Beteiligung der E.ON AG gehalten wurde, gehört die Thüga AG seit Dezember 2004 über die hundertprozentige E.ON-Tochter E.ON Ruhrgas Thüga Holding GmbH zu E.ON Ruhrgas, einem Teilbereich des E.ON-Konzerns. Über die Thüga Italia S.r.l. wird zunehmend auch der italienische Markt versorgt, 2006 bestehen bereits 10 Tochterunternehmen, die rund 880.000 Erdgaskunden versorgen.

Im März 2009 bestätigte der E.ON-Konzern die Absicht, das Tochterunternehmen Thüga AG zu verkaufen. Der Wert der Thüga AG wird auf 3 - 4 Mrd. Euro geschätzt. Interessenten sind insbesondere zahlreiche kommunal geführte Tochterunternehmen der Thüga AG, die sich in zwei verschiedenen Konsortien zusammengetan haben: "Integra" (ein Zusammenschluss von N-Ergie Nürnberg, Mainova Frankfurt und Stadtwerke Hannover, die gemeinsam rd. 45% der Thüga AG erwerben wollen) und "KOM9" (ein Zusammenschluss von kleineren und mittelgroßen Stadtwerken, die unter der Führung der Freiburger badenova AG & Co. KG auf 15-25% der Thüga AG bieten wollen). Um den Einfluss von Finanzinvestoren oder ausländischen Energiekonzernen zu begrenzen, hat sich in Freiburg eine Bürgerinitiative um den Solararchitekten Rolf Disch, der EWS Schönau und vielen anderen gebildet, um mit Hilfe von Bürgerkapital ebenfalls nennenswerte Anteil der Thüga AG zu kaufen.

Konzernstruktur

Die Thüga AG ist an rund 110 regionalen Energieversorgern in zwölf deutschen Bundesländern, meist mit Minderheitsbeteiligungen, beteiligt. Der Schwerpunkt liegt im süddeutschen Raum. Die Minderheitsbeteiligungen ermöglichen es dem Konzern, und damit der E.ON AG, auch an kommunalen Versorgern beteiligt zu sein, deren vollständiger Erwerb aufgrund politischer Vorbehalte als nicht durchführbar erscheint. Zu den wichtigsten Beteiligungen zählen:

Außerdem versorgt die Thüga über eigene Strom- und Gasversorger auch direkt Endkunden. In diesem Bereich setzte das Unternehmen im Jahr 2005 rund 300 Mio Euro um. Bei den vier hundertprozentigen Tochterunternehmen handelt es sich um:

  • Gas- und Elektrizitätswerk Singen der Thüga AG
  • Thüga AG Erdgas Allgäu-Oberschwaben
  • Thüga Rheinhessen-Pfalz

Quellen

  1. a b Geschäftsbericht der Thüga AG 2005 (Kennzahlen nachzulesen unter www.thüga.de)
  2. Anm.: Alle Beteiligungen von mindestens 20 Prozent fließen in diese Berechnung ein

Weblinks


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