Walnussöl

Walnussöl
Walnussöl aus gerösteten Nüssen

Walnussöl ist ein hochwertiges Speiseöl aus reifen, teilweise auch gerösteten Samen von Walnüssen. Es ist von blasser bis hellgelber Farbe, relativ dünnflüssig, hat einen intensiven, nussigen Geschmack und zeichnet sich durch einen besonders hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aus (einfach ungesättigt: 20 %, zweifach: 62 %, dreifach: 9 %). Es ist auch gekühlt nur begrenzt haltbar.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung

Das beste Walnussöl wird durch Kaltpressung mit anschließender Filterung gewonnen, einfachere Qualitäten entweder durch Heißpressung oder häufiger durch chemische Extraktion mit einem organischen Lösungsmittel. Die einfacheren Qualitäten werden zur Reduktion der Bitterstoffe in der Regel raffiniert.

Verwendung (Lebensmittel)

Aufgrund seines niedrigen Rauchpunkts sollte Walnussöl nicht erhitzt oder zum Frittieren genutzt werden. Es eignet sich deshalb insbesondere für Salate, beliebt ist es in der französischen Küche.

Verwendung (technische)

Raffiniertes Walnussöl findet auch in der Ölmalerei Verwendung. Es zeichnet sich durch Dünnflüssigkeit, ein hohes Pigmentaufnahmevermögen, relativ schnelle Trocknung und eine geringe Vergilbungstendenz bei gleichzeitigem Glanz der Oberfläche aus. Insbesondere für stark sikkative Pigmente ist Walnussöl auch heute noch unverzichtbar.

Insbesondere im anglo-amerikanischen Raum wird raffiniertes Walnussöl für die Behandlung von Holzoberflächen benutzt; wichtig ist eine sehr glatte Holzoberfläche vor der ersten Applikation. Die erste Schicht des Öls wird mit der Maserung aufgetragen und der Überstand nach ein paar Stunden aufgenommen. Die nachfolgenden ein bis zwei Schichten werden quer zur Maserung aufgetragen. Nach 24 Stunden ist der Ölfilm jeweils ausgehärtet. Die Behandlung führt nicht zu einem dauerhaften Schutz des Holzes, sie trägt sich ab und muss dann wiederholt werden.[1]

Aufgrund der langen Trockenzeit und der periodisch zu wiederholenden Applikation wird die Behandlung mit Walnussöl meist nur für Holzflächen benutzt, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, wie Küchenarbeitsplatten und Schneidbretter, aber insbesondere auch für unbehandeltes Holzspielzeug.[1]

Eine Versetzung des Walnussöls mit echtem Terpentin, keinesfalls Terpentinersatz, führt zwar zu einem tieferen Eindringen der Versiegelung in das Holz, hebt aber auch die Unbedenklichkeit in Bezug auf den Kontakt mit Lebensmitteln auf.

Quellen

  1. a b Ralf Buchholz: Bringen Sie die Natur aufs Holz. In: HolzWerken. Nr. 1, Vincentz, 2010, S. 30-33.

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