Werner König (Musikwissenschaftler)

Werner König (Musikwissenschaftler)

Werner König (* 16. Juli 1931 in Darmstadt) ist ein deutscher Musikwissenschaftler, Musikpädagoge und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Er promovierte 1973 bei Reinhold Hammerstein an der Universität Heidelberg. Seine Dissertation "Tonalitätsstrukturen in Alban Bergs Oper "Wozzeck" bringt den Nachweis, dass diese Oper "ein tonales Kunstwerk ist und kein atonales, wie überall zu lesen ist". Schwerpunkt seiner musikwissenschaftlichen Forschungen bleibt das Werk Alban Bergs. Daneben gilt seine besondere Aufmerksamkeit der Erforschung und Sammlung selbstspielender Klaviere (Reproduktionsklaviere) mit den damit verbundenen Fragen der Restaurierung, Aufnahmetechnik und historischen Aufführungspraxis. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Thematik ist der im Rahmen der Ausstellung "Mechanisierung der Musik" zur 15. Europäischen Kunstausstellung Berlin 1977 am 25.September 1977 im Musikinstrumenten-Museum Berlin gehaltene Vortrag, der dann zu dem Aufsatz : "Über frühe Tonaufnahmen der Firma Welte und die Werke für das Welte-Mignon-Reproduktionsklavier" [1] führt. (Siehe auch Welte-Mignon). Höhepunkt dieser Beschäftigung ist ein Vortrag über die Welte-Erfindung anlässlich der Wiedereröffnung des Technischen Museums Wien 1999. Bei dieser führt König die 1926 entstandene Toccata für "mechanisches Klavier Welte-Mignon Op.40, 1", die Paul Hindemith zusammen mit dem "Rondo aus Klaviermusik Op.37, Originalkomposition für Welte-Mignon" für das Kammermusikfest in Donaueschingen am 25. Juli 1926 komponiert hatte, vor. Die Toccata, von der kein Manuskript existiert, wurde außerdem von König aus der Papierrolle in Notenschrift übertragen.

Seine langjährige pädagogische Tätigkeit im gymnasialen Bereich führt ihn zu einer scharfen Kritik des heutigen Musikunterrichts, dem er Dilettantismus vorwirft. Er fordert von den Verantwortlichen, "entweder zu einem Fach Musik mit gymnasialem Anspruch zurückzukehren (mit Lehrern, die dieses Niveau garantieren können), oder aber dieses Fach zu streichen".

Veröffentlichungen

  • Tonalitätsstrukturen in Alban Bergs Oper "Wozzeck", Tutzing, 1974.
  • Der erste Satz der Lyrischen Suite von Alban Berg und seine fast belanglose Stimmung : ein Deutungsversuch, Tutzing, 1999; Elmar Worgull gewidmet.
  • Alban Bergs Zwölftonreihen und ihre harmonische Grundbedeutung, in: Österreichische Musikzeitung, 2000, Heft 6.
  • Lulu und der Todeston ihrer Opfer. Reinhold Hammerstein zum 85. Geburtstag, in: Archiv für Musikwissenschaft, 58. Jg, 2001, Heft 1.
  • Alban Bergs Unsterbliche Geliebte, in: Werner König: Rückblick, Nemeter-Verlag, Speyer, 2004.
  • Werner König: Rückblick, Nemeter-Verlag, Speyer, 2004. (Autobiographie).
  • Studien zu Alban Bergs Oper "Lulu", Tutzing, 2008.

Kompositionen

  • Capriccio für Flöte, Klarinette und Fagott (1950)
  • Drei Klavierstücke (1953)
  • Vier Klavierstücke (1966). Das letzte ein „Requiem“ für Adrian Leverkühn (dem „tragischen Helden“ aus „Doktor Faustus“ von Thomas Mann). Es verwendet an zentraler Stelle das "Hetaera esmeralda"–Motiv h – e – a – e – es. Von Maria Bergmann 1968 beim Südwestfunk Baden-Baden aufgenommen.
  • Zehn Lieder nach Texten von Artur Schütt (1987). Es existiert eine CD mit Kerstin Hering (Sopran) und dem Komponisten am Klavier.
  • Zwei Chöre nach Texten von Artur Schütt, komponiert für den Motettenchor Speyer.
  • Zwei Klavierstücke (1992). Capella–Verlag, Speyer
  • „Gebed om vrede“ nach einem Text von G. Japikx (17. Jahrh.) für Bariton (in holländischer Sprache) und Harfe, komponiert zum 75jährigen Bestehen der „Vredeskerk“ in Bergen aan Zee, NH (1993)
  • Klavier–Variationen über die niederländische Nationalhymne (Königin Beatrix 1994 zum Geburtstag übersandt, worauf sie sich für die „originellen Variationen über unseres [sic!] Volkslied“ schriftlich bedankte. Capella-Verlag, Speyer).
  • Nachtstücke für Violine und Viola (1998). Musikverlag Martin Krämer, Leipzig.
  • Gelegenheitsarbeiten: Stilkopien nach Reger, Hindemith, Strawinsky, Milhaud u.a. für Klavier; Variationen für Klarinettenquintett über Mozarts „Ah, vous-dirai-je, Maman".

Weblinks

Einzelnachweise

  1. erschienen im "Jahrbuch des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz 1977 "S.31-43

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