Zauberpyramide

Zauberpyramide
Pyraminx, gemischt
Pyraminx während einer Drehung aus der Grundstellung

Der Pyraminx ist ein ca. 6 cm großes mechanisches Geduldsspiel in Form eines gleichmäßigen Tetraeders, das vom Prinzip und Aufbau her mit dem Zauberwürfel von Ernö Rubik vergleichbar ist. Daher ist auch die Bezeichnung Zauberpyramide gebräuchlich. Jede der vier Seitenflächen setzt sich aus neun dreieckigen Segmenten zusammen, die in der Grundstellung auf jeder Seite jeweils alle die gleiche Farbe haben. Mit dem internen Drehmechanismus können sowohl die Seitenflächen als auch die Ecken durch 120°-Drehungen um ihren Mittelpunkt wieder in Deckung gebracht werden. Auf diese Weise verändern die beweglichen Teile ihre Position zueinander und können an fast jede Stelle im Tetraeder verschoben werden. Ziel des Geduldspiels ist es meist, den Pyraminx aus einer Stellung, in der die Farben gemischt sind wieder zurück in die geordnete Grundstellung zu bringen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der deutsche Puzzle-Erfinder Uwe Meffert entwickelte den Pyraminx Ende der 1970er Jahren im Zuge des großen Erfolgs des Zauberwürfels. Ein europäisches Patent erhielt Meffert im März 1981.[1] Dennoch entstanden mehrere Versionen des Puzzles, die auch teilweise heute noch erhältlich sind. [2] Von denen haben zwar nicht alle die Pyramidenform aber sie beruhen auf demselben Mechanismus und sind im Gunde gleich. Ebenso existiert ein Master-Pyraminx, der auf jeder Seite 16 Dreiecke hat. Zu unterscheiden ist er andererseits von dem Pyramorphix, der zwar genauso aussieht wie eine kleinere Version mit vier Segmenten pro Seite, der aber einen anderen Drehmechanismus besitzt weshalb er im Gegensatz zum Pyraminx seine Form verändert beim Lösen.

Beim Pyraminx bilden die vier Ecken und Mittelteile jeweils eine Einheit, da die Ecken bei jeder Bewegung neben dem entsprechenden Mittelteil bleiben. Die Ecken können zwar jeweils auch noch gedreht werden, was der der Ästhetik des Puzzles dient, aber den Schwierigkeitsgrad nicht verändert. Tatsächlich gibt es auch eine Variante des Pyraminx, die keine Ecksteine besitzt und somit einem abgeschnittenen Tetraeder gleicht.

Kombinationen und Schwierigkeitsgrad

Der Pyraminx besteht aus 14 beweglichen Teilen von denen aber nur zehn relevant sind, was deutlich weniger sind als die 20 des Zauberwürfels. Im einzelnen sind das: vier Ecksteine zusammen mit den korrespondierenden vier Mittelsteinen sowie sechs Kantenteile. Dabei sind die Ecken und Mittelteile dreifarbig und die Kantenteile zweifarbig. Während die Ecken und die Kantenteile wieder die Form eines Tetraeders haben, sind die Mittelteile aber oktaederförmig, was man auf den ersten Blick nicht sieht. Wie oben schon erwähnt, bleiben die Ecken bei jeder Bewegung neben dem entsprechenden Mittelteil. Da das Drehen einzelner Ecken die anderen Teile nicht verändert, sind die Ecken trivial und für die Lösung irrelevant.

Ähnlich wie bei dem normalen Zauberwürfel ändern die Mittelteile des Pyraminx nie ihre Position zueinander, aber sie können die Orientierung wechseln, das heißt die drei Farben wechseln ihre Plätze. Lässt man die Ecken außer acht, so führt dies zu einer theoretischen Obergrenze von 34 6! 26 Stellungen. Mechanismusbedingt sind aber nur ein Viertel davon erreichbar, was zu einer Anzahl von 34 6! 24 = 933.120 führt. Damit ist der Pyraminx deutlich einfacher als der Zauberwürfel, sogar als der Pocket Cube, der immerhin noch mehr als 3,5 Millionen Stellungen hat. Der Pyraminx wurde auch schon algorithmisch komplett durchgerechnet: Jede Stellung benötigt maximal elf Züge zur Grundstellung, eventuelles Drehen der Ecken nicht eingerechnet.

Einzelnachweise

  1. Patentanmeldung Mefferts (englisch)
  2. Mark Longridge: Notes on the Pyraminx. 19. September 1992

Literatur

Tom Werneck: Zauberpyramide. Heyne-Verlag, 1981

Weblinks


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