Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Berlin

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Berlin
Altes Museum, seit 2005 interimsweise Sitz des Ägyptischen Museums

Das Ägyptische Museum heißt mit vollständigem Namen „Ägyptisches Museum und Papyrussammlung“ der Staatlichen Museen zu Berlin. Es befindet sich seit August 2005 für vier Jahre im Obergeschoss des Alten Museums auf der Berliner Museumsinsel. 2009 soll es wieder in das Neue Museum umziehen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ägyptische Hof des Neuen Museums, 1862
Östlicher Stülerbau, von 1967 bis 2005 Sitz des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung

Das Museum ging aus der 1828 auf Empfehlung Alexander von Humboldts gegründeten ägyptischen Abteilung der Kunstsammlungen König Friedrich Wilhelm III. hervor. Erster Leiter dieser Abteilung, die zunächst im Schloss Monbijou untergebracht war, wurde Giuseppe Passalacqua, ein Kaufmann aus Triest, dessen archäologische Sammlung den Grundstock der Abteilung bildete. Eine Expedition unter Karl Richard Lepsius von 1842 bis 1845 brachte viele weitere Sammelstücke nach Berlin.

1850 erhielt das Museum ein eigenes neues Gebäude auf der Museumsinsel, das heute im Wiederaufbau befindliche Neue Museum des Architekten Friedrich August Stüler. James Simon schenkte dem Museum 1920 neben anderen Stücken die Büste der ägyptischen Königin Nofretete, das bekannteste Exponat der Sammlung. Simon hatte die Grabungen Ludwig Borchardts im ägyptischen Tell el-Amarna finanziert und die Fundstücke nach Deutschland gebracht.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung auseinandergerissen. Das Neue Museum wurde 1943 stark beschädigt und zahlreiche Ausstellungsstücke verbrannten. Die Sammlung wurde an verschiedene Orte ausgelagert. Die Büste der Nofretete überstand den Krieg in einem Salinestollen in Thüringen und wurde später nach Wiesbaden gebracht.

Der Hauptteil der Sammlung befand sich in Ost-Berlin und wurde ab 1958 im Bodemuseum wieder ausgestellt. In West-Berlin wurde der Rest der Sammlung, der aus Westdeutschland zurückkehrte, seit 1967 im Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg ausgestellt.

Nach der Wiedervereinigung wurden beide Sammlungen wieder zusammengefügt. Die Sammlung im Bodemuseum wurde in den 1990er Jahren wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Im August 2005 zog die Sammlung aus Charlottenburg auf die Museumsinsel zurück, zunächst ins Alte Museum wo bis 2009 ein repräsentativer Querschnitt der Sammlung unter Ausnahme der Großobjekte gezeigt wird. Der Hauptteil der für die ständige Ausstellung vorgesehenen Exponate wird 2009 wieder ihren ursprünglichen Platz im dann wieder aufgebauten Neuen Museum finden. Allerdings kann auch dort ein Großteil der monumentalen Plastik und Architektur aus Platzmangel nicht gezeigt werden, darunter das Kalabscha-Tor und der Tempelhof aus dem Totentempel Sahures. Diese sollen nach dem Masterplan Museumsinsel erst sehr viel später im noch zu bauenden und umstrittenen vierten Flügel des Pergamonmuseums gezeigt werden.

Exponate

Siehe auch

Literatur

  • Jürgen Settgast, Joachim Selim Karig: Ägyptisches Museum Berlin. Westermann-Verlag, Reihe „museum“, Braunschweig 1981.
  • Johannes Althoff: Das Ägyptische Museum. Berlin-Edition, Berlin 1998, ISBN 3-8148-0008-7.

Weblinks

52.51944444444413.3983333333337Koordinaten: 52° 31′ 10″ N, 13° 23′ 54″ O


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