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Laurance Safford
Laurance F. Safford (* 1890 in Massachusetts; † Mai 1973) war ein amerikanischer Kryptograph, der als Begründer der US-Marine-Kryptographie gilt.[1]
Safford schloss die Marineakademie in Annapolis 1916 als 15. seines Jahrgangs ab. Er diente zunächst auf einem Minensuchboot vor China, dank seiner Begabung für Mathematik wurde er aber 1924 in die Forschungsabteilung der kryptographische Abteilung der US-Navy (Code and Signal Section, Office of Naval Communication) versetzt, wo er zunächst aus dem japanischen Konsulat in Washington entwendete japanische Marine-Codebücher untersuchen sollte. Er baute die Abteilung aus, die er bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führte und dabei fähige Mitarbeiter wie Agnes Meyer Driscoll, Joseph Rochefort (der in Hawaii ab 1941 für die Entschlüsselung japanischer Marinecodes zuständig war, Station Hypo in Pearl Harbour) und Joseph Wenger rekrutierte. Unterbrochen wurde seine Arbeit als Kryptograph in den Jahren 1926 bis 1929 und 1932 bis 1936, in denen er auf Schiffen diente. 1953 ging er in Pension. Er hatte den Rang eines Captain.
Dank Safford hatte die US-Navy schon in den 1930er Jahren ein System von Abhörstationen. Sein kryptographischer Dienst selbst saß in Washington, Hawaii und Manila. Mit dem Kryptographen Frank Rowlett der US-Armee entwickelte er auch Verschlüsselungsmaschinen (SIGABA). Für die Entschlüsselung japanischer Codes entwickelte und benutzte er ebenfalls schon frühe Computer-Hilfsmittel (Lochkartenmaschinen, übernommen von IBM). Mit den Kryptographen der US-Armee arbeitete er an japanischen diplomatischen Codes. Als er Anzeichen für Kriegsvorbereitungen kurz vor Pearl Harbor im diplomatischen Verkehr erkannte, versuchte er zu warnen, was aber von seinem Vorgesetzten (Admiral Leigh H. Noyes) abgeblockt wurde. Zu den Erfolgen seiner Mitarbeiter (Rochefort in Hawaii) gehörte die Teil-Entschlüsselung des japanischen Marinecodes JN-25 im Frühjahr 1942, was wichtig für den Sieg in der Schlacht um Midway war. Hierbei war auch die (räumliche) Analyse des Funkverkehrs (Traffic-Analysis) wichtig, um festzustellen wo das Ziel des japanischen Flugzeugträgerverbands lag. Noch während des Zweiten Weltkriegs wurde Safford allerdings aufgrund von Streitigkeiten über Organisationsfragen kalt gestellt.
Safford analysierte ab 1970 die seiner Meinung nach mangelhaften Flugvorbereitungen und den Funkverkehr von Amelia Earhart 1937 und schrieb darüber ein Buch.[2]
Er wurde 1999 als einer der ersten in die Hall of Honor der NSA aufgenommen.
Literatur
- Biographie auf Seiten der US-Navy (englisch)
- Biographie bei der NSA (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Father of US Navy Cryptology, US-Navy Webseite zu Safford, englisch
- ↑ Safford, Cameron Warren, Robert Payne: Earhart's flight into yesterday: the facts without the fiction, Paladwr Press, McLean, Virginia 2003
1999 | William F. Friedman | Elizebeth S. Friedman | Herbert O. Yardley | Laurance Safford | Frank B. Rowlett | Abraham Sinkov | Solomon Kullback | Ralph J. Canine
2000: Louis W. Tordella | Joseph J. Rochefort | Agnes Meyer Driscoll
2001: Howard C. Barlow | Mahlon E. Doyle | Sydney Jaffe | John E. Morrison
2002: Thomas H. Dyer | Norman Wild | Richard A. Leibler | Mitford M. Mathews | Charles C. Tevis | Julia Ward
2003: Lambros D. Callimahos | Lowell K. Frazer | Juanita Moody | Howard E. Rosenblum
2004: Dorothy T. Blum | James R. Chiles | Meredith Gardner | John Tiltman
2005: William Blankinship | Francis Raven | Arthur Salemme | Joseph N. Wenger
2006: Bernard Ardisana | Edward A. Everett | Cecil J. Phillips | James W. Pryde | Thomas E. Tremain
2007: Jacob Gurin | Robert J. Hermann | Samuel S. Snyder | Milton Zaslow
2008: Benson K. Buffman | Chareles L. Gandy | Alfred M. Gray | Oliver R. Kirby | Donald M. Showers
2009: Richard A. Day | Minnie M. Kenny | Doyle E. Larson | Arthur J. Levenson
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