Mordanschlag am Frankfurter Flughafen am 2. März 2011

Mordanschlag am Frankfurter Flughafen am 2. März 2011
Am Terminal 2 eingerichtete improvisierte Gedenkstätte an den Anschlag (6. März 2011)

Beim Mordanschlag am Frankfurter Flughafen am 2. März 2011 handelt es sich um den bisher einzigen Anschlag in Deutschland mit Todesopfern und einem islamistischen Hintergrund. Ermordet wurden zwei amerikanische Soldaten, zwei weitere wurden schwer verletzt. Gegen den Tatverdächtigen, einen jungen Kosovo-Albaner, wurde Anklage erhoben.

Inhaltsverzeichnis

Tatverlauf

Tatort war eine im öffentlichen Bereich von Terminal 2 des Flughafens Frankfurt am Main gelegene Bus-Haltezone[1], die regelmäßig von der US-Army für ihre Militärbusse genutzt wurde. Gemäß den am 4. März 2011 auf einer Pressekonferenz der Bundesanwaltschaft mitgeteilten Ermittlungsergebnissen[2] wurde der Anschlag von einem Einzeltäter ausgeführt. Zuerst habe der Täter vor dem Bus einen amerikanischen Soldaten angesprochen und ihn nach einer Zigarette gefragt. Als dieser im Verlauf eines kurzen Gesprächs bestätigte, dass die Buspassagiere auf dem Weg nach Afghanistan seien, habe der Täter dem Soldaten hinterrücks zweimal in den Kopf geschossen. Der getroffene Soldat sei sofort tot gewesen. Der Täter habe nun mit Rufen „Allahu Akbar[3] den Bus gestürmt und zunächst den Fahrer mit zwei Kopfschüssen getötet. Anschließend habe er im Passagierbereich des Busses zwei weitere Soldaten mit Kopfschüssen schwer verletzt. Beim nächsten Versuch, einem weiteren Soldaten in den Kopf zu schießen, habe die Waffe aufgrund einer im Lauf verklemmten Hülse versagt. Der Täter sei daraufhin geflohen, verfolgt von Soldaten und Polizisten. Im Zuge der Verfolgung sei es zur Festnahme des dringend Tatverdächtigen gekommen.

Die Vernehmung des Tatverdächtigen

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den seit 1991 mit seiner Familie in Frankfurt lebenden 21-jährigen Kosovo-Albaner Arid U.[4] Im Rahmen der Vernehmungen habe er, so die Bundesanwaltschaft in ihrer Pressekonferenz vom 4. März 2011[2], seine Tat als Vergeltung für Gräueltaten der US-Armee in Afghanistan bezeichnet. Dabei sei der unmittelbare Auslöser für die Tat ein Youtube-Video gewesen, das die Erstürmung eines Hauses in Afghanistan durch US-Soldaten gezeigt habe, bei der die Tochter der Familie vergewaltigt worden sei. Später konnte das Video als Ausschnitt aus Brian De Palmas Spielfilm Redacted identifiziert werden.[4] Die Bundesanwaltschaft geht von einem islamistisch motivierten Einzeltäter aus und erhob Anklage vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.[5]

Einzelnachweise

  1. Tödliche Schießerei auf Frankfurter Flughafen, Welt-Online, 2. März 2011
  2. a b Matthias Gebauer: Spuren des Airport-Killers, Spiegel-Online, 4. März 2011
  3. Attentäter rief "Allahu Akbar" – und schoss, Handelsblatt, Online-Ausgabe, 3. März 2011
  4. a b Mark Obert: Der Rätselhafte, Frankfurter Rundschau, 9. März 2011 (Online-Version)
  5. [1], Pressemitteilung des Generalbundesanwalts vom 7. Juli 2011

Weblinks

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