Neue Pfarrkirche St. Johann Baptist (Haidhausen)

Neue Pfarrkirche St. Johann Baptist (Haidhausen)
St. Johann Baptist (Haidhausen)
Hauptaltar

Die St. Johann Baptist ist eine Pfarrkirche im Münchener Stadtteil Haidhausen. Sie wurde zwischen 1852 und 1874 nach Plänen von Matthias Berger am Johannisplatz im Stil der Neugotik errichtet. Ihr Westturm ist 97 m hoch und damit der dritthöchste Kirchturm Münchens.

Inhaltsverzeichnis

Errichtung und Kriegsschäden

Im frühen 19. Jahrhundert stieg die Bevölkerung Münchens beiderseits der Isar stark an. Die alte Kirche von Haidhausen ist bald zu klein geworden. Deshalb wurde der Bau einer neuen und größeren Kirche beschlossen. In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstein für die zweite neugotische Kirche in München gelegt. Um 1858 war der Bau bis auf den Westturm weitgehend vollendet. Erst um 1870 wurde der mächtige, 97 m hohe Westturm fertiggestellt und das etwa 2 m hohe Turmkreuz aufgesetzt. München erhielt damit seine drittgrößte Kirche.

Um 1945 wurde die Kirche durch die Angriffe auf München schwer beschädigt. Nach Kriegsende wurde das Gotteshaus vereinfacht wiederaufgebaut und der Turm erhielt einen neuen Spitzhelm.

Im Turm hängen sechs Glocken in der Schlagtonfolge b0–c1–d1–f1–g1–b1. Die kleine Bronzeglocke von 1869 (Glockengießerei Bachmair) wurde 1948 durch fünf Gussstahlglocken in der sogenannten „V-12-Rippe“ des Bochumer Vereins ergänzt. Freitags um 15 Uhr läutet die große Glocke zum Gedächtnis an die Todesstunde Christi. Diese läutet auch täglich zum Mittagsangelus um 12 Uhr. Am Samstag um 15 Uhr wird der Sonntag eingeläutet.

Größte Kirche Münchens östlich der Isar

Die Kirche St. Johann Baptist kann als die Hauptkirche des östlichen Münchens bezeichnet werden. Ihr Westturm überragt mit 97 m alle anderen Kirchen östlich der Isar, Die Kirche ist etwa 80 m lang, 35 m breit und außen etwa 40 m hoch, die Osttürme sind etwa 60 m hoch. Das Kirchenschiff ist aus gelbem, der Turm aus rotem Sandstein erbaut. Im Innenraum erreicht die Kirche eine Höhe von 27 m und hat an der Nord- und an der Südseite je ein Seitenschiff, die Gewölbe wurden nach dem Krieg vereinfacht wiederhergestellt. Sehenswert sind der Hauptaltar im Chor und die Seitenaltäre in den Seitenschiffen aus der Zeit der Neugotik.

Max-Reger-Orgel

Die Orgel von St. Johann wurde 2005 von der Orgelbaufirma Hartwig Späth (Freiburg) erbaut. Das Instrument hat 46 Register auf drei Manualen und Pedal, und hängt an der Rückwand der Westempore. Auffällig ist die moderne Prospektgestaltung, die den direkten Blick in das Werksinnere ermöglicht. Die Seitenwände und der Spieltisch sind aus Glas gefertigt. Die Widmung als Max-Reger-Orgel geht darauf zurück, dass Max Reger in Haidhausen lebte und in der Pfarrkirche am Johannisplatz die Orgel spielte. [1]

I Hauptwerk C–g3

1. Principal 16'
2. Principal 8'
3. Konzertflöte 8'
4. Violoncello 8'
5. Rohrflöte 8'
6. Oktave 4'
7. Hohlflöte 4'
8. Quinte 22/3'
9. Cornettrauschpfeife 2'
10. Octave 2'
11. Mixtur major III 2'
12. Mixtur minor II 2/3'
13. Fagott 16'
14. Tuba 8'
II Positiv C–g3
15. Principal 8'
16. Gedeckt 8'
17. Salicional 8'
18. Octave 4'
19. Traversflöte
20. Nasat 22/3'
21. Flöte 2'
22. Terz 13/5'
23. Larigot 11/3'
24. Scharff IV 1'
25. Clarinette 8'
III Schwellwerk C–g3
26. Bourdon 16'
27. Geigenprincipal 8'
28. Holzflöte 8'
29. Viola di Gamba 8'
30. Vox coelestis 8'
31. Fugara 4'
32. Flauto dolce 4'
33. Flöte 2'
34. Mixtur III-IV 22/3'
35. Trompete 8'
36. Oboe 8'
Pedal C–f1
37. Untersatz 32'
38. Prinzipalbass 16'
39. Subbass 16'
40. Violonbass 16'
41. Oktavbass 8'
42. Flötbass 8'
43. Cello 8'
44. Choralbass 4'
45. Posaune 16'
46. Trompete 8'

Literatur

  • Pfarrer Leibiger: Die Kirchen der Pfarrei St. Johann Baptist. München-Haidhausen. Schnell und Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-5105-9 (Reihe: Kleine Kunstführer/Kirchen und Klöster).

Einzelnachweise

  1. Zur Orgel siehe die Website der Gemeinde

Weblinks

 Commons: St. Johann Baptist (Haidhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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