GAD (Unternehmen)

GAD (Unternehmen)
GAD eG
Logo der GAD
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 26. Dezember 1963
Sitz Münster
Leitung Anno Lederer (Vorsitzender)
Jörg Dreinhöfer
Friedhelm Wagner
Mitarbeiter 1.695 GAD eG
knapp 2000 Konzern
(Stand: Dezember 2010)
Umsatz rund 406 Mio. Euro GAD eG
rund 650 Mio. Euro Konzern
(Stand: Dezember 2010)
Branche IT-Dienstleistungen
Website www.gad.de

Die GAD eG ist ein IT-Dienstleister, Rechenzentrum und Softwarehaus für die Volksbanken und Raiffeisenbanken im nord- und westdeutschen Raum mit Sitz in Münster. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete die GAD-Unternehmensgruppe einen Umsatz von rund 650 Mio. Euro. Neben dem Hauptsitz in Münster ist die GAD auch mit einem Büro in Frankfurt am Main vertreten.

Mit der Bankensoftware bank21 bietet die GAD ihren Partnern eine mehrmandantenfähige, integrierte Gesamtbanklösung, die alle Bereiche des Bankgeschäfts abdeckt und modular aufgebaut ist. Seit Sommer 2007 haben alle GAD-Mitgliedsbanken vom Vorgängerverfahren BB3 auf bank21 umgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die GAD (ehemaliges Akronym für Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung) wurde am 26. Dezember 1963 als das erste genossenschaftliche Rechenzentrum im nordwestdeutschen Raum gegründet, weitere Gründungen folgten in mehreren anderen Städten. Die GAD hatte bei ihrer Gründung 23 Mitarbeiter. Zuerst in der Rechtsform einer GmbH wurde sie 1966 in eine eG umgewandelt. In diesem Jahr verarbeitete die GAD bereits 30 Mio. Buchungsposten. 1971 floss die Rechenzentrale der westdeutschen Volksbanken in die GAD ein.

1974 setzte die GAD als erste genossenschaftliche Rechenzentrale den Mikrofilm ein. Ab 1978 konnten die Kunden der GAD erstmals online auf aktuelle Daten im Rechenzentrum zugreifen und sie ändern. Mit der Einführung des Bildschirmtexts 1983 war die GAD als erstes Rechenzentrum in Deutschland rund um die Uhr für die Kunden erreichbar. Mit Home cash für Privat- und Profi Cash für professionelle Anwender führte die GAD 1996 einen Vorläufer des späteren Internet-Banking für ihre Kunden ein. Rund um die Uhr konnte nun der bargeldlose Zahlungsverkehr von zu Hause abgewickelt werden.

1997 übernahm die GAD die GFI, einen Zusammenschluss der genossenschaftlichen Rechenzentren Köln und Koblenz. 2001 erfolgte die Betriebsübernahme nach §613 BGB der GRZ Genossenschafts-Rechenzentrale Norddeutschland GmbH mit Sitz in Lehrte durch die GAD Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung eG zur GAD eG. Alle Mitgliedsbanken wurden 2002 an das Rechenzentrum in Münster angeschlossen.

Anfang 2006 fanden Sondierungsgespräche mit dem IT-Dienstleister für den Süddeutschen Raum, der Fiducia IT AG, über eine mögliche Unternehmenszusammenführung statt, die jedoch scheiterten. Im Januar 2008 stellte Anno Lederer, Vorstandsvorsitzender der GAD, einen Zusammenschluss für 2010 in Aussicht.[1][2] 2010 lag die Zahl der Buchungsposten bei über 2,25 Mrd. bei rund 29,7 Mio. verwalteten Konten.

Im Jahr 2011 wurden auf Druck der Eigentümer erneut Sondierungsgespräche mit der Fiducia aufgenommen. Im Zuge dieser Verhandlungen kam es zu Unstimmigkeiten bezüglich einer möglichen zukünftigen Rechtsform, die dazu führten, dass die Verhandlungen erneut abgebrochen wurden. Zudem trat der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der GAD, Herr Dr. Elmar Pritsch, von seinem Posten zurück.[3][4]

Struktur

GAD-Unternehmensgruppe

  • ELAXY (Sitz: Coburg, 220 Mitarbeiter), die Finanzunternehmens-Software u. a. zur Kundenberatung, Transaktionsabwicklung und Vertriebssteuerung (inkl. Provisionsabrechnung) anbietet. Die Software wird unter anderem von Union Investment, aber auch von Sparkassen Broker eingesetzt.
  • Ratiodata (Sitz: Münster, 400 Mitarbeiter), ein IT-Dienstleister, der neben Lösungen für IT-Handel und Personalwirtschaft auch Archivierung von elektronischen wie konventionellen Dokumenten anbietet.
  • VR Netze (Sitz: Münster, 120 Mitarbeiter) bietet Telekommunikations- und Netzwerkservices an.
  • Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme (GWS) (Sitz: Münster, 200 Mitarbeiter) entwickelt Warenwirtschaftssysteme für ca. 700 Kunden.
  • Lucke EDV (Sitz: Wuppertal, 80 Mitarbeiter) unterstützt Finanzunternehmen bei diversen IT-Projekten.

Weitere Beteiligungen

Weitere Beteiligungen hält die GAD eG an folgenden Unternehmen:

  • BBE, Betriebswirtschaftlicher Beratungs- und Entwicklungsverbund BBE GmbH
  • CardProcess GmbH
  • GGB-Beratungsgruppe GmbH
  • giropay GmbH
  • SDT Service-Direkt Telemarketing Verwaltungsgesellschaft GmbH
  • VR-BankenService GmbH
  • VR-NetWorld GmbH
  • VR VertriebsService GmbH

Geschäftszahlen

Der Umsatz der gesamten Unternehmensgruppe lag 2010 bei rund 650 Mio Euro.

Die Beschäftigungszahlen 2010 lagen bei 1.695 bei der eG und knapp 2.000 in der gesamten Gruppe.

Leistungen

Bankensoftware bank21

Logo von bank21

Mit bank21 bietet die GAD ein Anwendungsverfahren für Kreditinstitute mit dem Schwerpunkt Retail-Geschäft, das alle Bereiche des Bankgeschäfts abdeckt. Kreditinstitute können mit bank21 den Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit festlegen und interne sowie unternehmensübergreifende Prozesse zum In- und Outsourcing von Geschäftsfeldern individuell gestalten. Die modular aufgebaute bank21-Technologie unterstützt die Banken, die für ihren Geschäftsbetrieb erforderlichen Funktionen individuell zu nutzen oder diese in Kooperationen auf einer gemeinsamen Datenbasis zu skalieren. Als modular aufgebautes System wird bank21 kontinuierlich um neue Funktionen und Anwendungen ergänzt. Die Konzeption von bank21 sieht vor, dass die Partner im genossenschaftlichen Verbund mit ihren Produkten und Dienstleistungen in das System eingebunden werden. bank21 ist damit Integrationsplattform, die nicht nur den direkten Weg zum Bankkunden, sondern auch zu allen wichtigen Partnern herstellt.

Rechenzentrum

Stand Dezember 2010:

Großrechner 4 IBM z10 2097 E64/2 IBM Z10 2097 E64 mit 100.370 MIPS
Hauptspeicherkapazität 2.360 GB
Anzahl Unix Server 934
Anzahl Linux- und Windows-Server 1.394
Gesamtspeicherkapazität 461 TB

Verarbeitungsvolumen (Zahlen und Fakten)

Stand Dezember 2010:

Angeschlossene Banken 432
Bankarbeitsplätze 60.779
SB-Geräte 15.720
Aktive Konten in Mio. 29,69
Buchungsposten 2010 in Mrd. 2,25
Transaktionen 2010 in Mrd. 15,16

Sicherheit

Die GAD stellt auch moderne Sicherheitslösungen für das Online-Banking bereit. Die neuen Zwei-Schritt-TAN-Verfahren Sm@rtTAN plus, Sm@rtTAN optic und mobileTAN sind etablierte und sichere Verfahren im Schutz gegen Online-Betrüger. Dabei wird die TAN in zwei voneinander unabhängigen Schritten errechnet. Gleichzeitig ist sie nur für einen speziellen Überweisungsauftrag und keinen anderen Auftrag gültig. Betrüger können somit eine abgefangene TAN nicht für einen anderen Auftrag verwenden. Dieses bereits bestehende Portfolio wird ergänzt um die "Signaturkarte" als neues Sicherheitsmedium im Internet-Banking und Internet-Brokerage: Für die sichere Abwicklung von Banktransaktionen via Internet benötigt der Bankkunde lediglich seine VR-BankCard (EC-Karte) mit HBCIready-Funktion und ein spezielles Kartenlesegerät mit Display (Secoder).

Produktübersicht

  • bank21 - CoreBanking-System für Kreditinstitute mit dem Schwerpunkt Retailgeschäft
  • Cash & Go - Aufladen von Prepaid-Karten für Mobiltelefone am Geldautomaten oder im Internet
  • Sm@rtTAN plus, Sm@rtTAN optic und mobileTAN - Zwei-Schritt-TAN-Verfahren für sicheres Online-Banking
  • Signaturkarte - elektronische Signatur auf der EC-Karte für sicheres Online-Banking

Belege

  1. FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. Januar 2008 "Rechenzentrale GAD will 2010 mit Fiducia fusionieren"
  2. Börsen-Zeitung vom 16. Januar 2008 "Rechenzentralen reden wieder über Fusion"
  3. Handelsblatt vom 12. September 2011 "Fiducia und GAD frieren Fusionsgespräche ein"
  4. Westfälische Nachrichten vom 20. September 2011 "GAD sagt die Fusion ab - IT-Dienstleister schließen sich vorerst nicht zusammen"

Weblinks

  • GAD − offizielle Webseite
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