- Hardanger Fiedel
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Die Hardangerfiedel (norweg. Hardingfele) ist ein norwegisches Instrument, das vor allem in der Volksmusik im Süden des Landes verwendet wird. Benannt ist das Instrument nach einer Region in der Provinz Hordaland in Norwegen.
Die Fiedel hat eine flache Decke und besitzt neben den vier Spielsaiten, die gestrichen werden, noch weitere Resonanzsaiten aus Stahl oder Messing, die wie bei der Viola d’amore unter dem Griffbrett verlaufen und durch separate Öffnungen im Steg geführt werden. Die Stimmung variiert, häufig trifft man auf Instrumente, die auf h e´ h´ fis´´ gestimmt werden; verbreitet ist aber auch die normale Violinstimmung bzw. bei dieser das Herunterstimmen der G-Saite auf d. Charakteristisch ist der flache, niedrige Steg, der es erlaubt, bis zu drei Saiten gleichzeitig zu streichen. Moderne Instrumente werden z. T. auch mit fünf Spielsaiten gebaut (e, h, e´, h´, fis´´).
Die erste Erwähnung erfolgte bereits 1651, diese weist den Lehnsherren Ole Jonsen Jaastad (1621–1694) aus Ullensvang als Besitzer aus. Im Hardanger Folkmuseum Utne befindet sich ein Instrument aus dem Jahre 1764.
Obwohl vorrangig ein Instrument der Volksmusik, wurde die Hardangerfidel vereinzelt auch in der klassischen Konzertmusik verwendet. Besonders erwähnenswert sind hier die zwei Konzerte für Hardangerfiedel und Orchester des norwegischen Komponisten Geirr Tveitt.
Mit Karl Seglem gibt es sogar einen Komponisten und Musiker, der dieses Instrument in einem Jazz- und Weltmusikzusammenhang einsetzt.
Auch Edvard Grieg nutzte für seine Kompositionen das volksmusikalische Repertoire der Hardangerfiedel, so basiert das Klavierstück "Norwegische Bauerntänze" (Slatter) auf Transkriptionen der Stücke Knut Dahles (1834-1921), eines berühmten Hardanger-Spielers. Auch das Hauptthema von Griegs berühmten Klavierkonzert soll seine Wurzeln in einer Version der Fanitullen-Melodie haben.
In dem Soundtrack zu der Herr-der-Ringe-Verfilmung, schrieb der Komponist Howard Shore das Rohan-Thema für Hardangerfiedel.
In Norwegen findet jährlich das Musikfestival "Landskappleik" statt, bei dem auch die Hardangerfiedel regelmäßig zum Einsatz kommt.
Literatur
- Simon Broughton, Mark Ellingham, Richard Trillo, Orla Duane, Vanessa Dowell: 'World Music: The Rough Guide', Rough Guides, 1999, ISBN 1858286352
- Nieman, Walter: Die Musik Skandinaviens, BiblioBazaar, 2008
Weblinks
- Hardanger Fiddle Association of America, mit einigen Klangbeispielen.
- The Norwegian Collection of Folk Music The Fiddle Volumes: Slåtter for hardingfele (University of Oslo, Department of Musicology)
- Bjørn Aksdal: The Norwegian Hardanger Fiddle in Classical Music. In: Folklore Studies XXXII. The Institute of Lithuanian Literature and Folklore, Vilnius 2006, S. 15–25
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