- Helikopter (Stockhausen)
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Das Helikopter-Streichquartett ist eines von Karlheinz Stockhausens bekanntesten Stücken der letzten Jahre und eines der am schwierigsten aufzuführenden. Es verlangt ein Streichquartett, vier Hubschrauber mit Piloten, Audio- und Video-Ausrüstung und zugehörige Tontechniker. Es wurde zum ersten mal 1996 aufgeführt und aufgenommen. Es kann zwar auch als eigenständiges Stück aufgeführt werden, ist aber ein Teil der dritten Szene aus der Oper Mittwoch aus Licht.
Inhaltsverzeichnis
Entstehungsgeschichte
Das Helikopter-Quartett wurde im Frühjahr 1991 von Hans Landesmann und Gerard Mortier für die Salzburger Festspiele in Auftrag gegeben. Der erste Entwurf entstand 1992; die für 1994 vorgesehene Premiere musste jedoch abgesagt werden, nachdem die Verhandlungen mit Österreichs Bundesheer (für die Hubschrauber) und verschiedenen Fernsehanstalten (für die Übertragung) scheiterten. Die Uraufführung fand am 26. Juni 1996 beim Holland Festival in Amsterdam statt;[1] es spielte das Arditti Quartett in Hubschraubern der Niederländischen Luftstreitkräfte. Das Projekt wurde vom niederländischen Musikfilmautor Frank Scheffer dokumentiert.[2]
Aufführung
Für eine Aufführung wird - neben dem Streichquartett - folgendes benötigt: vier Hubschrauber mit Piloten und Tontechnikern, vier Fernsehübertragungsgeräte, vier mal drei Tonübertragungsgeräte, ein Hörsaal mit vier Fernsehgeräten und Lautsprecheranlagen, ein Tontechniker mit Mischpult und ein Moderator. Das Stück basiert auf der einfachen Idee eines Streichquartetts, wobei die Rotorblätter als ein zweites Instrument fungieren und Mikrophone so platziert werden, dass die Rotorengeräusche sich in den Klang der Instrumente einfügen, während die Instrumente aber immer lauter als die Rotorblätter sind. Das Stück wird folgendermaßen gespielt: Ein Moderator, z.B. ein Tontechniker, stellt das Stück vor und erklärt die technischen Aspekte des Stücks. Die Streicher müssen dann zu den Hubschraubern gehen oder gefahren werden, während sie für das Publikum die ganze Zeit auf den Bildschirmen zu sehen sind. Das Einsteigen wird auch gezeigt. Jeder Hubschrauber ist mit drei Mikrophonen, einer Kamera und den Bild-/Tonübertragungsgeräten ausgestattet. Die Streicher und deren Instrumente bleiben immer im Bild der Kamera, ohne, dass sich der Ausschnitt ändert. Hinter jedem Streicher kann man den Boden und die Scheibe sehen. Das Stück fängt nun an. Die ursprüngliche Version dauerte ungefähr 18 1/2 Minuten, aber die Überarbeitung von 1994 wurde auf 21 1/2 Minuten ausgedehnt. Die Hubschrauber kreisen in einem Radius von etwa 6 km um den Hörsaal, wobei sie ständig die Flughöhe wechseln, um einen "hüpfenden" Effekt zu erzeugen. Alle zwölf ankommenden Signale werden durch den Tontechniker kontrolliert. Der Abstieg dauert 5 Minuten, wobei das leiser werdende Geräusch der Rotorblätter als Hintergrund für die Rückkehr des Streichquartetts in den Hörsaal dient. Der Moderator stellt sich dann den Fragen des Publikums und beginnt den Applaus.
Einzelnachweise
Weblinks
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